Text und Bilder von Tom Schlimme 18.9.2005
Jägersburg kam mit nur zwei Punkten aus vier Spielen nach Frankfurt gereist und fuhr ohne weitere Punkte zurück. Doch das Team präsentierte sich viel besser, als der Tabellenstand glauben macht und erwies sich als schwerer Brocken für die durch einige junge Erstligaspieler- innen unterstützte Frankfurter Nachwuchself.
Christina Zerbe, Patrizia Barucha und Susanne Hartel standen gerade erst von der Uefa-Cup Woche in der Schweiz zurückgekehrt in der zweiten Mannschaft des 1. FFC Frankfurt. Zerbe, nach langer Krankheitspause zurückgekehrt, hatte noch am Vortag gegen Baku 45 Minuten gespielt, Hartel immerhin noch die letzten 15 Minuten, wo sie ihr zweites Tor im Uefa-Cup erzielen konnte. Trotz der Reisestrapazen erwiesen sich alle drei als die erwartete und auch dringend benötigte Verstärkung für die extrem junge Frankfurter Reservemannschaft.

Susanne Hartel war wieder einmal eine große Unterstützung für die zweite Mannschaft des FFC Frankfurt
Jägersburg begann offensiv, die 39-jährige Spielertrainerin Patrizia Brocker setzte sich schon in der zweiten Minute links durch, passte in den Strafraum, Frankfurts Torhüterin Nicole Janischweski konnte sich gerade noch vor der einschussbereiten Kira Lackmann auf den Ball werfen. Schon eine Minute später aber war Janischewski chancenlos, Barbara Holz konnte von der Strafraumgrenze aus den Ball über die ihr entgegeneilende Torhüterin im Netz versenken.

Kira Lackmann schoss Jägersburg zum 1:2 in Führung und machte ein sehr gutes Spiel
Frankfurt wehrte sich, die beste Chance bis zur siebten Minute wurde jedoch fälschlicherweise abgepfiffen: Susanne Hartel umspielte mehrere Gegenspielerinnen, legte sich den Ball so vor, dass sie alleine aufs Tor hätte zulaufen können, da wurde wegen Abseits abgepfiffen, als habe sie zu einer Mitspielerin gepasst. Hinterher gab die Linienrichterin mir gegenüber zu, dass sie bei dieser schnellen Spielsituation einen Fehler gemacht habe. Okay, kann passieren, ansonsten war die Linienrichterleistung gut, und spielentscheidend war es auch nicht, denn Frankfurt kam nur drei Minuten später auch so zum Ausgleich.
Der allerdings war ein Geschenk von Jägersburgs Torhüterin Judith Jakob, die einen leichten Ball kurz abprallen ließ, so dass Christine Wagner abstauben konnte.
Auch dieses Ergebnis sollte jedoch nicht lange Bestand haben. Schon vier Minuten später war es wieder einmal die kaum vom Ball zu trennende Brocker, die sich links an drei zu Slalomstangen
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Wo ist der Ball? Es suchen, von links nach rechts die Jägersburgerinnen in weiss: Patrizia Brocker, Kira Lackmann, Kristina Schwarz und die Frankfurterinnen in blau: Christina Zerbe, Mara Milbredt, Julia Manger, Susi Hartel, Sabrina Schneider. Im Tor ist die Frankfurter Torhüterin Nicole Janischewski zu erkennen und der Ball ist in der linken unteren Bildecke zu finden.
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umfunktionierten FFC-Spielerinnen vorbei schlängelte, um mustergültig Kira Lackmann zu bedienen. Diese konnte ohne Mühe den erneuten Jägersburger Führungstreffer markieren.
Diese Führung hielt diesmal bis zur 39.Minute, als Zerbe einen Zauberpass durch die Mitte genau in den Lauf von Wagner spielen konnte, die erneut den Ausgleich für Frankfurt erzielte.
Damit ging es in die Halbzeitpause. Der Spielstand war völlig gerecht, beide Teams waren gleichwertig gewesen, Frankfurt mit leichter Überlegenheit im Mittelfeld, Jägersburg dafür mit den schnelleren und klareren Aktionen im Angriff. Nach Wiederanpfiff gleich wieder so ein schneller Angriff von Jägersburg, wieder über Brocker, doch Meike Dinger im Zentrum macht nichts aus dem Zuspiel. In der 56. Minute hat Hartel wie schon einige Male zuvor im Strafraum den Ball, doch während sie vorher meist versucht hatte, alleine damit durchzukommen, gibt sie diesmal aus aussichtsreicher Position heraus ab, der Pass wird abgefangen, Chance dahin. Nur zwei Minuten später wieder Hartel, die immer wieder mit guter Technik glänzen konnte, diesmal mit dem Kopf, doch die bis auf ihren Patzer zum 1:1 sehr gute Jägersburger Torfrau Jakob klärt zur Ecke. Auf der anderen Seite ist es Lackmann, die nach Zuspiel von Brocker an Torfrau Janischewski scheitert.
Frankfurts Trainer Andy Pfaff wurde immer nervöser, seine pausenlosen Rufe auf den Platz immer lauter. Drei Punkte mußten her, doch es ist die Frage, ob es Spielerinnen wirklich nutzt, wenn der Trainer "Ball schneller kontrollieren" schreit, wenn einer Spielerin der Ball gleich bei der Annahme wegspringt...
Jedenfalls konnten Pfaff und die Frankfurter Fans dann doch noch erstmals in diesem Spiel eine Führung bejubeln. Es war abermals Christine Wagner, die mit einem sehenswerten Schuss ins linke obere Eck von der Strafraumgrenze aus das 3:2 erzielte.

Christine Wagner hatte sich mit ihren drei Toren Ende ein Sonderlob ihrer Vereinsvorsitzenden Monika Staab redlich verdient
Wagner vergab in der Folge dann noch drei Chancen, die eigentlich leichter zu verwandeln waren als die, aus denen sie ihre drei Tore erzielt hatte, einmal nach sehr schöner Vorarbeit von Barucha, dann nach einem Steilpass von Mira Krummenauer, schließlich nach einer Kombination Hartel, Julia Manger zu Wagner in der Mitte. Jedesmal war es Torhüterin Jakob,
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die aus fast unhaltbaren Schüssen noch Eckbälle machen konnte.
Gegen Ende der zweiten Halbzeit war der FFC Frankfurt II dann doch stärker als Jägersburg. Zerbe, die anfangs mit Licht und Schatten aufwartete, bot die letzte halbe Stunde eine Glanzleistung in der Abwehr, so dass beim Jägersburger Sturm nicht mehr viel zusammenlaufen konnte, und vorne sorgten Hartel, Manger, Barucha und allen voran Christine Wagner für Aufregung im Jägersburger Strafraum. Doch wie stark sich Jägersburg insgesamt präsentiert hatte, wurde auch an den Reaktionen der Frankfurter Zuschauer deutlich, die lautstark den Schlusspfiff herbeiforderten und schließlich wie eine Erlösung bejubelten. Jägersburg hatte kurz vor Schluss noch zweimal unübersichtliche Getümmel im Frankfurter Strafraum erzwingen können, aus denen aber kein Tor mehr resultierte.

Unterstützten die Jägersburger Spielerinnen nach Kräften: Michaela Hemmer, die in den ersten beiden Saisonspielen vor ihrer Verletzung bereits drei Tore erzielt hatte, und Co-Trainer Ralf Molter
Leider waren zwei Spielerinnen auf Krücken im Stadion, die ich beide lieber auf dem Platz gesehen hätte. Die besten Genesungswünsche an die kreuzbandverletzten Michaela Hemmer (Jägersburg) und Steffi Wagner (FFC Frankfurt II) !
1.FFC Frankfurt:
Janischewski,
Milbredt, Zerbe, Jannermann,
Schneider, Krummenauer, C. Wagner
Hartel (82. Schön), Schäfer, Manger, Barucha
FSV Jägersburg:
Jakob,
Marschall, Herber, Holz,
Müller, Brocker, Lackmann, Serra,
Rheinheimer, Dinger, Schwarz
Tore:
0:1 Holz (4.)
1:1 Wagner (10.)
1:2 Lackmann (14.)
2:2 Wagner (39.)
3:2 Wagner (65.)
Schiedsrichterin: Schönfeld (Mönchengladbach)
Gelb: Hartel/Holz
Zuschauer: 80
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