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2. Bundesliga Süd - 17. Spieltag

Gute Unterhaltung auch ohne Tore

1. FFC Frankfurt II – FC Erzgebirge Aue 0:0

Von Klaus-D. Schneider (Text und Fotos)

23.04.2006
Auch ein torloses Remis kann zuweilen sehr unterhaltsam sein. Ein Beispiel dafür gab es am Sonntag am Frankfurter Brentanobad, wo der 1. FFC Frankfurt II den FC Erzgebirge Aue empfing. Der „gefühlte Sieg“ ging aufgrund der unterschiedlichen Erwartungshaltungen allerdings an die Gäste aus Sachsen.

Die Taktik beider Teams war ähnlich. Die Abwehrreihen orientierten sich auf beiden Seiten weit nach vorne, um den Gegner früh unter Druck zu setzen und die eroberten Bälle dann schnell in den eigenen Angriff zu schlagen. Aue kam mit dieser Spielweise anfangs besser zurecht. Auf Frankfurter Seite gab es, bedingt durch notwendige Änderungen in Abwehr und Angriff zunächst offenkundige Abstimmungsprobleme. Für die noch rot-gesperrte Mara Milbredt rückte Fiona Röhrig in die Abwehr.

Mira Krummenauer

Mira Krummenauer im Angriff

Schon in der 4. Spielminute hatte Lydia Stelzer die erst Torchance des Spiels. Doch der Schuss strich am FFC-Tor vorbei. Frankfurts erste Möglichkeit fiel Nicole Gueye zu, die für die verletzte Patricia Barucha in die vorderste Angriffsreihe rückte. Aues Torfrau Isabell Rokitte versuchte einen langen Ball außerhalb des Strafraums zu stoppen, der ihr versprang. Gueye konnte diesen Fehler jedoch nicht ausnutzen. Frankfurt setzte nach. Julia Manger, die zur besten Spielerin der Partie werden sollte, zirkelte einen hohen Ball von links herein, traf dabei aber nur die Querlatte.

Aue, das sich in der Tabelle nach unten orientieren muss, versteckte sich keineswegs, setzte Frankfurt unter Druck und kam eigenen Chancen. Sandra Eckelmann überlief in der 14. Minute gleich drei Frankfurterinnen, schob aber am Tor vorbei. Dann verlängerte Jessica Schleusing einen langen Einwurf per Kopf, den Vanessa Schäfer reaktionsschnell wegschlagen kann.


Vanessa Schäfer, Nadine Helwig

Vanessa Schäfer gegen Nadine Helwig

In dieser Phase bis zur 30. Minute rückte Erzgebirge Aue oftmals mit allen zehn Feldspielerinnen über die Mittellinie vor.

Claudia Sikorski, Nicole Gründler

Claudia Sikorski gegen Nicole Gründler

Einseitig war das Spiel aber keineswegs. Der FFC konnte sich dem Druck der Gäste rasch wieder entziehen und suchte bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Abschluss um den Führungstreffer zu erzielen: Julia Mager verzieht, die Flanke von Marie-Joelle Sadien wird abgeblockt, Mira Krummenauer scheitert an Torfrau Rokitte. Kurz vor der Pause hatte erneut Manger eine gute Möglichkeit. Doch sie konnte den Ball, der ihr nach einem Sikorski-Freistoß auf den Fuß fällt, nicht kontrolliert aufs Tor bringen.

Nach der sehenswerten und spannenden ersten Halbzeit verflachte das Spiel im zweiten Abschnitt etwas. Beide Team hatten sich nun besser aufeinander eingestellt. Die Torszenen in den Strafräumern wurden weniger.

Die beste Möglichkeit hatte der FFC in der 63. Minute durch Jasmin Jannermann, deren kerniger Schuss, von Manger perfekt aufgelegt, knapp am Gehäuse vorbeistrich.


Mit zunehmender Spieldauer wuchs dann auf beiden Seiten die Angst vor einem entscheidenden Gegentor. Doch kein Team schaltete in den Rückwärtsgang. Die letzte Chance des Spieles hatte dann die Auer Spielführerin Cindy Matetschk, deren Schuss aber von der FFC-Abwehr abgeblockt wurde.

Der Schlusspfiff der souverän leitenden Schiri Linder weckte unterschiedliche Emotionen bei den Akteurinnen. Auf Seiten des FFC war man sichtlich enttäuscht, das Spiel nicht gewonnen zu haben. Die Spielerinnen von Erzgebirge Aue, sowie ihr sechsköpfiger Fanclub, bejubelten hingegen den verdienten Punktgewinn.

Aufstellungen

1. FFC Frankfurt II
Janischewski - Sikorski, Röhrig, Jannermann, Schneider, Taubert (80. Koch), Schäfer, Krummenauer, Sadien (55. Demos), Manger, Gueye

FC Erzgebirge Aue
Rokitte – Eckelmann, Matetschk, Schleusing, Liebold, Päßler, Helwig, Schäfer, Stelzer (83. Schmidt), Stiehl, Gründler

Tore:
keine

Gelbe Karten: Stiehl

Schiedsrichterin: Manuela Linder (Friedberg)

Zuschauer: 70

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