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2. Bundesliga Nord 18. Spieltag
Wolfenbüttel lohnt einen Ausflug
MTV Wolfenbüttel : TSV Jahn Calden 1:3 (1:0)
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Christian Heidler
19.04.2005 Es lohnt sich einen Ausflug nach Wolfenbüttel zu untenehmen. Die vom 2. Weltkrieg verschonte Residenzstadt weiß den Besucher mit Welfenschloß und den vielen schmucken Fachwerkhäusern zu erfreuen. Im barocken Lessinghaus verfaßte der Bibliothekar und Schriftsteller u.a. sein weltberühmtes Werk „Nathan der Weise“. Die Herzog August Bibliothek beherbergt von Handschriften des Mittelalters über Drucke unterschiedlichster Art bis hin zu Karten und Globen ein weites Spektrum an Kleinodien. Mit dem Evangeliar Heinrich des Löwen befindet sich auch das teuerste Buch der Welt in seinen Schatzkammern. So gibt es in Wolfenbüttel also bei gutem wie bei schlechtem Wetter einiges zu sehen. Weniger ansehnlich entwickelt sich dagegen die Partie im 6.000 Zuschauer fassenden Meesche-Stadion. Dazu fehlt es auf beiden Seiten zu sehr an der spielerischen Linie, ist das Spiel zu sehr von Abstimmungsproblemen und Abspielfehlern geprägt. Immerhin bietet die Begegnung zahlreiche, wenngleich selten hochklassige Tormöglichkeiten. Die ersten beiden Torschüsse geben dabei die Gäste durch Jacqueline Scheuren und Annika Niemeier bis zur 5. Minute ab. Danach meldet sich erstmals Wolfenbüttels Torjägerin Riem Hussein mit einem Fernschuß. In der 15. Minute kommt Hussein im Caldener Strafraum durch Leonie Klement zu Fall, als die Caldenerin den Ball klärt. Manch Unparteiische würde da auf Strafstoß entscheiden, wie es MTV-Coach Sven de Vries auch lautstark fordert. In der 31. Minute scheint de Vries bestätigt zu werden, der im Stadionheft auf einen Sieg seiner Mannschaft getippt hatte: Einen hoch in den Strafraum getretenen Freistoß köpft Hussein an den Innenpfosten, von wo der Ball unhaltbar für Jahn-Keeperin Julia Zeuner in die Maschen springt. Ist Calden bis zum 1:0 noch leicht feldüberlegen, verdienen sich die Niedersächsinnen die Führung im nachhinein. Zwei Ecken und ein Torschuß von Maike Jeschor geben Zeugnis vom Erstarken des MTV. Dazu kommt noch eine Großchance von Hussein, die von Zeuner aber bravourös vereitelt werden kann.Die letzten fünf Minuten gehören wieder dem Kontrahenten aus Nordhessen. Im Anschluß an die erste Ecke für Calden köpft Niemeier neben das Tor. |
Dann brennt es noch mal kurz vor der Pause im Wolfenbütteler Strafraum,
wobei sich Caldens Simone Müller arg verletzt.
Würde Calden in Halbzeit 2 nur noch zu zehnt auf dem Platz stehen? Wegen Verletzungen und aus familiären Gründen ist Calden nämlich nur mit 11 Aktiven angereist. Die Mannschaft hat sich quasi von selbst aufgestellt und fällt noch jünger aus, als sie ohnehin schon ist. Vor allem das Fehlen von Karina Thöne ist dem Caldener Spiel sehr abträglich, zumal U19-Nationalspielerin Niemeier nicht gerade ihren besten Tag erwischt hat.
Ist Sina Alexi die wahre
Torschützin des 1:1-Ausgleichtreffers?
Archivbild: Nadine Bieneck In der Pausenansprache hat der sichtlich frustrierte Trainer Manfred Rauschenberg seine Spielerinnen sicherlich ins Gebet genommen. Seine Elf (Müller bleibt auf dem Feld) geht nun engagierter zu Werke. Einen aus etwa 20 Metern von Meike Pottebaum direkt geschossenen Freistoß vermag Melanie Refke im Tor der Blauen noch zu halten. Dann kommt Müller im 16er zu Fall, doch die insgesamt befriedigend leitende Schiedsrichterin Katja Herkt gibt auch diesmal keinen Elfmeter. In der 57. Minute fällt dann aber der Ausgleich durch einen beherzten Fernschuß (Sina Alexi?) Pech für Wolfenbüttel, daß Nadine Rabanus da gerade am Spielfeldrand verarztet werden muß. Wenig später fällt auch noch Nadine Jansen verletzungsbedingt aus. Ihre eingewechselte Schwester Nicole trifft dann in der 78. Minute per Kopf – jedoch in das eigene Tor. Dabei hätte es zwei Minuten vorher noch einen Treffer für Wolfenbüttel geben müssen als Hussein bei einem der wenigen Angriffe der „Hausdamen“ frei vor Zeuner auftaucht, aber erneut an Caldens Nr. 1 scheitert. |
Die Schlussphase wird für die nur etwa drei Dutzend Besucher noch einmal
richtig spannend. Die dicksten Chancen besitzen dabei Caldens Nina Ratzkowski,
die frei vor Refke über das Tor schießt sowie auf der anderen Seite Ulrike Beyer,
deren Schuß schon im Tor zu landen scheint und doch irgendwie noch von Zeuner pariert
werden kann. Praktisch im Gegenzug, die Nachspielzeit läuft bereits, sorgt
Spielführerin J. Scheuren für den 3:1 Endstand.
In den Reihen Wolfenbüttels hat die quirlige Stürmerin Hussein heraus geragt, die eine hohe Laufbereitschaft zeigte und von der gegnerischen Abwehr nie in den Griff zu bekommen war. Beim TSV Jahn ist auf jeden Fall Torfrau Zeuner hervorzuheben, die den Sieg für Calden festgehalten hat. Ein Sonderlob gebührt noch Simone Müller, die trotz Verletzung die zweiten 45 Minuten engagiert durchspielte. Der MTV vermag somit seine Position im Abstiegskampf nicht zu verbessern. Da die noch ausstehenden Saisonspiele kaum leichter werden, muß zur kämpferischen Leistung wenigstens noch eine bessere Chancenauswertung hinzukommen. Vielleicht gelingt das ja, wenn Tina Hüllen wieder dabei ist. Die Gäste aus Calden freuen sich hingegen über das Souvenir in Form der drei Punkte. Für sie hat sich der Ausflug nach Wolfenbüttel somit gelohnt! MTV Wolfenbüttel: Refke, Na. Jansen (72. Ni. Jansen), Sawallisch, Schaal, Kieth, Klose, Defli, Jeschor, Schaper, Hussein, Rabanus (65. Beyer) TSV Jahn Calden: Zeuner, S. Müller, Pottebaum, D. Scheuren, Klement,Niemeier, Alexi, Rosek, Richter, Ratzkowski, J. Scheuren
Tore: Gelbe Karte: Na. Jansen, Schaal, Defli, Pottebaum Schiedsrichter: Herkt (Frankfurt/O.) Zuschauer: 30 |