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2. Bundesliga Nord 13. Spieltag (Nachholspiel)
Zweimal Führung Timmel – am Ende fast Kantersieg TeBe
TeBe Berlin - SuS Timmel 5:2 (1:1) | ||||
| Von Matthias Behlert (Text) und Frank Ammermann (Fotos -> http://www.ammimann.de) 07.05.2005 Bei sonnigem, aber stürmisch-kühlem Wetter fand am Himmelfahrtstag das Nachholspiel des 13. Spieltags zwischen Tennis Borussia Berlin und SuS Timmel statt. Die Ostfriesinnen waren mit einem für Zweitligaverhältnisse recht zahlreichen und lautstarken Anhang in die Hauptstadt gereist und keineswegs gewillt, es dem Favoriten leicht zu machen. Borussia begann gewohnt druckvoll und beherrschte in der Anfangsphase weitgehend das Geschehen. Im Unterschied zum vorangegangenen Spiel gegen Wolfenbüttel, als alles über rechts lief, verteilte sich der Berliner Angriff nun jedoch auf die ganze Breite des Spielfeldes, was vor allem daran lag, dass Silvie Banecki diesmal nicht rechts, sondern links spielte. Dennoch gelang es den Berlinerinnen nicht, sich dauerhaft in der gegnerischen Hälfte festzusetzen. Timmels Spiel war konstruktiv und durchaus offensiv, so dass sich das Geschehen bald im Minutentakt von einer Spielhäfte in die andere verlagerte. Auffällig war, dass Timmel, obwohl ebenso wie Berlin nominell nur mit einer Stürmerin besetzt, des öfteren in einer „5-0-5“-Formation – also praktisch ohne Mittelfeld spielte, und zwischen den beiden Riegeln gelegentlich eine Lücke von 20-25 m klaffte. Kerstin Straka (links) wird hier von der Timmelnerin Marie Lücke verfolgt
Nachdem beide Teams bereits zu einigen mehr oder weniger aussichtsreichen Torchancen gekommen waren, fasste sich Stefanie Büscherhoff in der 20. Minute ein Herz und zog den Ball aus gut dreißig Meter Entfernung auf den Kasten von Kerstin Prusas ab. Wenngleich ein Tor aus dieser Distanz immer ein wenig ein Glückstreffer ist, so war dieses doch eins „mit Ansage“, denn für die Zuschauer zeichnete sich schon früh ab, wo der Ball landen würde: In weitem Bogen senkte er sich knapp unter die Latte, wo ihn die Berliner Torfrau zwar noch erreichen, aber nicht mehr daran hindern konnte, ins Netz zu springen – ein Tor, wie es typisch im Frauenfußball und bei den Junioren ist, denn ein in aller Regel etwas größerer erwachsener Tormann hätte diesen Ball vermutlich noch herausgefischt.
Dieser schon lange nicht mehr erlebte Rückstand auf eigenem Platz – noch dazu gegen ein Team vom Rande des Abstiegsstrudels – wirkte auf die Borussinnen ernüchternd. Es spricht für sie, dass sie nun nicht den bekannten „Holzhammer“ auspackten, sondern im Gegenteil jetzt erst wirklich konstruktiv und kreativ zu spielen begannen. Dem Ausgleich in der 33. Minute ging dann auch eine der schönsten Szenen des ganzen Spiels voraus. Michaela Schulz, die knapp hinter der Mittellinie weit rechts stand, trat einen fantastischen Querpass fast über
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die gesamte Diagonale einer Spielfeldhälfte; diesen erlief sich Nicole Banecki und passte in den Strafraum, wo Claudia Fietkau zum Torschuss bereit stand.
Mit 1:1 ging es in die Pause, und nach dem Wiederanpfiff beherrschte Borussia erneut mit druckvollem Angriffsspiel die Szene. Erneut fiel positiv auf, dass kreatives Spiel hierbei stets Vorrang vor dem Erzwingenwollen der Führung hatte. Nach einer Viertelstunde durchaus schönen, aber erfolglosen Spiels wurden die Berlinerinnen jedoch von einem Timmeler Konter kalt erwischt. Nach einem Abwehrfehler gelangte der Ball zu Stefanie Büscherhoff, und als diese auf den Kasten von Kerstin Prusas zustürmte, blieb die Berliner Keeperin wie angenagelt auf der Linie stehen, als erwarte sie einen Strafstoß. So hatte die Schützin des 0:1 wenig Mühe, auch das zweite Tor für die Gäste zu markieren. Beim nächsten Angriff der Berlinerinnen wurde von der Timmeler Bank die Devise „Ruhig, wir führen!!“ ausgegeben. Ob Ruhe in dieser Situation allerdings das richtige Rezept war, darf bezweifelt werden. Wenn es für die Timmelerinnen überhaupt eine Chance gab, so hätte sie wohl darin bestanden, die zu diesem Zeitpunkt nicht völlig unverdiente erneute Führung unter Aufbietung aller Kräfte „mit Zähnen und Klauen“ zu verteidigen. Aber selbst dann wäre es unwahrscheinlich gewesen, dass sie gegen die TeBe-Maschine, die jetzt erst richtig auf Touren kam, etwas hätten ausrichten können. Denn nun konnten sie nur noch „ruhig“ mit ansehen, wie sich der scheinbar schon in greifbare Nähe gerückte Sieg in eine am Ende sehr deutliche Niederlage verwandelte. Was Borussia in der verbleibenden halben Stunde zeigte, war Erstliganiveau vom Feinsten. Jetzt lief der Ball, kam mal von rechts über Jessica Brückner, mal von links über Sylvie Banecki, während sich in der Mitte Claudia Fietkau, Kerstin Straka und Nicole Banecki zum Einnetzen anboten und jede von ihnen diese Chance auch mindestens einmal nutzte. Hier erzielt Stefanie Büscherhoff das zwischenzeitliche 2:1 für Timmel. TeBe-Torfrau Kerstin Prusas blieb wie angewurzelt auf der Linie stehen Abgesehen von einem unglücklichen Zusammenstoß zwischen Erika de Buhr und Kerstin Straka vor dem Timmeler Tor, in dessen Folge die Berliner Stürmerin ausgewechselt werden musste, wurde die 2. Halbzeit vor allem von einer unschönen Szene überschattet: Berlins Torfrau Prusas, die ihren Fehler vom 1:2 wohl wieder gut machen wollte, stürmte in der 75. Minute wie wild auf die erneut angreifende Stefanie Büscherhoff zu und holte diese am Spielfeldrand, etwa 30 m (!) vom Tor entfernt, rüde von den Beinen (Überkompensation nennt man so etwas wohl). Die Timmelerin musste daraufhin behandelt werden, was eine mehrminütige |
Spielunterbrechung zur Folge hatte, und die Berliner Keeperin sah zu recht Gelb. SuS-Torfrau Angelika Albers, Claudia van Laaten, Franziska Feddermann und Erika de Buhr (v.l.n.r.). Dazwischen die Berlinerin Jessica Brückner
In der Schlussphase – beim jetzt schon deutlichen Stande von 4:2 - bemühten sich vor allem Anne Engel und Ilka Heyke, ebenfalls in die Torschützenliste aufgenommen zu werden, doch ihre Schüsse verfehlten knapp das Ziel bzw. wurden von Torfrau Angelika Albers gehalten, die im übrigen an keinem der kassierten Tore eine Mitschuld trägt.
Das „Sahnehäubchen“ setzte Nicole Banecki dem Spiel der Borussia auf, als sie in der letzten Spielminute von links in den Strafraum eindrang, sich gegen mehrere Abwehrspielerinnen durchsetzte und den Ball, nachdem er vom Bein einer Gegnerin abgeprallt war, im Nachschuss zum zweiten Mal an diesem Tage in die Maschen beförderte.
Etwas Grundlegendes in der Tabelle hat sich durch dieses Ergebnis für keins der beiden Teams geändert. Borussia bleibt immer noch die nur minimale Chance auf den Aufstieg, die sie auch vorher schon hatte, und für Timmel hat sich nach den gleichzeitigen Siegen von HSV II und Wolfenbüttel die Abstiegsgefahr nur um eine Winzigkeit vergrößert. Dennoch, es war ein spannendes, schönes und ereignisreiches Spiel, und ich denke, das sehen sogar die Gäste so.
Aufstellungen:
TeBe Berlin
Prusas – Heyke, Schoknecht, Schulz, Fietkau, Brückner, N.Banecki, Straka (74. Neuber), Holzhaus, S.Banecki, Engel
SuS Timmel
Albers – van Laaten, Feddermann, Buß, de Buhr, Lücke (84. Pankoff), Ihben, Albrecht (82. Hilbers), Nordmann (63. Mönck), Büscherhoff, Buss
Schiedsrichterin: Fehlow (Zeestow)
Zuschauer: 60
Tore:
0:1 Büscherhoff (20.)
Gelbe Karte: Prusas
rote Karte:- | |