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2. Bundesliga-Nord

Gemeinsam werden wir es schaffen!

Interview mit dem Trainergespann Wilfried Tönneßen und Sandra Deilmann von FCR 2001 Duisburg II

Bericht und Fotos von Marion Kehren

07. Februar 2012

Wilfried TönneßenAls Wilfried Tönneßen, ehemaliger DFB Stützpunkttrainer, Vereinstrainer Herren und Bundestrainer der Deutschen Gehörlosen Frauen Nationalmannschaft, nach Ablauf der Saison 2010/2011 das Zweitligateam des FCR 2001 Duisburg übernahm, war ihm schon klar, dass es keine leichte Aufgabe werden würde, das neu zusammengestellte Team in der 2. Liga zu etablieren.

Nach abgeschlossener Hinrunde müssen der 54-jährige und sein Team hart daran arbeiten, das vorgegebene Ziel – Platz 9 – nicht schon frühzeitig aus den Augen zu verlieren. Derzeit steht man auf dem vorletzten Tabellenplatz und die Luft zu den Nichtabstiegsplätzen wird immer dünner.

Mit Barbara Müller, Nina Windmüller, Gülhiye Cengiz (alle drei in die erste Mannschaft aufgestiegen), Vanessa Baudzus (SC 07 Bad Neuenahr) und Daniela Ließem (VfL Bochum) verließen gleich mehrere wichtige Schlüsselspielerinnen die Zweitligamannschaft. Wegen eines erneuten Kreuzbandrisses musste Sandra Deilmann zudem frühzeitig ihre aktive Laufbahn als Spielerin beenden – unterstützt aber seit Anfang der Saison als Co-Trainerin Tönneßen im Trainerstab.

Das was ins Team nachrückte waren hauptsächlich junge Spielerinnen mit null Erfahrung in der zweiten Liga. Alleine acht Kickerinnen waren zu diesem Zeitpunkt erst 17 Jahre alt und das Durchschnittsalter betrug 19,5 Jahre, Monika Gruteser, die vom Regionalligisten Fortuna Dilkrath kam, ist mit 27 Jahren die älteste Spielerin. Der unfreiwillige Wechsel in die Liga Nord brachte ebenfalls eine unbekannte Größe mit sich, denn keiner wusste wie stark oder wie schwach diese sein würde.

Das Trainerduo zusammen mit Physiotherapeutin Vanessa Theiß und Spielerin Alice Helfeier beim Hallenturnier in MoersNichtsdestotrotz packte das Trainerteam die Aufgabe an und versuchte binnen weniger Wochen aus der neu zusammen gestellten Truppe eine Einheit zu bilden, die in der Lage sein sollte in der zweiten Liga zu bestehen. Zunächst ließ sich alles gut an. Ein viertägiges Trainingslager im Westerwald entwickelte den Teamgeist und an den benötigten taktischen Feinheiten wurde intensiv gearbeitet. Der Saisonauftakt gegen Werder Bremen zeigte aber schon auf, dass die junge Mannschaft noch Zeit benötigt und mit Geduld sich Schritt für Schritt nach vorne arbeiten muss.

Auch den Vorteil anderer Teams, einmal über einen längeren Zeitraum mit einer  eingespielten Formation aufzulaufen, wurde gleich zu Meisterschaftsbeginn zunichte gemacht. Irina London und Frauke Fleischer zogen sich Kreuzbandrisse zu; die etatmäßige Torhüterin Meike Kämper fiel mit einem Bänderriss aus; Ersatztorhüterin Jennifer Alius fehlte ebenfalls längere Zeit durch Verletzung; Rückkehrerin Julia Debitzki zog sich gegen Ende der Hinrunde eine langwierige Verletzung zu. Zwischenzeitlich war die Verletzen- bzw. Krankenliste größer als die Aktiven.

Erschwerend kam hinzu, dass die Mittelfeldspielerin Julia Dickhaus als Ersatztorhüterin zwischen den Pfosten stand (hat ihre Sache gut gemacht) und somit als erfahrene Spielerin im zentralen Bereich fehlte. Die, wie in den letzten Jahren, erwartete Unterstützung aus der ersten Mannschaft ist leider, bis auf wenige Ausnahmen, ausgeblieben.  Nach einer Einarbeitungszeit des Sportdirektors Claudio Marcone sieht es für die zweite Garnitur des FCR 2001 Duisburg für die Rückrunde wohl wesentlich besser aus. In Absprache mit dem Sportdirektor wird, wenn der Spielerkader der Ersten es zulässt, die Zweite verstärkt. „Das sieht nicht nur wie Hoffnung aus. Alle aktuellen Neuverpflichtungen der Ersten bringen der Zweiten letztendlich auch den erfahrenen „Überhang“ der Erstvertretung“, so Tönneßen.

Sandra DeilmannDas angepeilte Ziel, vor der Saison, muss der Inhaber der Fußball-Lehrer-Lizenz nun „leicht“ korrigieren, denn mit einem Sieg, drei Unentschieden und acht verlorenen Partien sieht es für das Zweitligateam nicht besonders rosig aus. Jetzt geht es nur noch ums nackte Überleben! Wenigstens die direkten Konkurrenten aus Meppen, Oldesloe und Jena sollten geschlagen werden, um noch den Hauch einer Chance zu haben. Co-Trainerin Sandra Deilmann glaubt nach wie vor an einen Verbleib in der zweiten Bundesliga:“ Natürlich wird es schwer, aber wie haben einen großen Vorteil: Bei uns stimmt der Teamspirit und das ist schon einmal gut. Alle Spielerinnen sind hoch motiviert und zeigen auch den Willen weiter hart zu arbeiten.“

„Ich denke auch dass wir es schaffen können“, ergänzt Tönneßen. „In den letzten Spielen war eindeutig ein Aufwärtstrend zu sehen, das Spiel gegen Meppen ist äußerst dumm gelaufen und es schmerzt, wenn man ein Spiel in förmlich in letzter Sekunde aus der Hand gibt. Natürlich ist es für viele der Akteurinnen schwierig sich auf einmal mit der Bundesliga auseinander zu setzen und den Druck zu spüren. Aber auch ich bin der festen Überzeugung, dass wir es packen können. Vielleicht ist es auch unser Glück, dass wir diese Saison in der Nordliga spielen, denn die ist wirklich nicht so stark wie die Südliga.“


Bleibt nur zu hoffen, dass die positive Einstellung des Trainerduos mit dazu beiträgt das Abstiegsgespenst zu verscheuchen. Das gesamte Team ist gewillt sich dieser Aufgabe zu stellen und den einen oder anderen Sieg einzufahren!



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