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Zweite Bundesliga Nord

Spannung in der Nachwuchsliga

Saisonvorschau 2007/08

von Nora Kruse

09.08.2007

Am 19. August geht die Zweite Bundesliga in ihre vierte Saison und zehn Tage vor dem Anstoß sind sich die Trainer in der Nordstaffel einig: einen Durchmarsch, wie in der vergangenen Saison von der SG Wattenscheid, wird es diesmal nicht geben, obwohl TeBe Berlin von zehn der Übungsleiter in die Favoritenrolle gehoben wird – selbst vom eigenen.

Sven Thoß

Berlins Trainer Sven Thoß will den Aufstieg, glaubt jedoch an einen "Dreikampf mit ähnlichen Chancen" zwischen seinem Team, Lok Leipzig und Gütersloh.

Foto: Nora Kruse

„Ich will raus aus der Liga“, sagt TeBe Berlins Trainer Sven Thoß, „alles andere wäre nach dem dritten Platz im letzten Jahr Schwachsinn.“ Etwa 15 Spieltage hielten die „Veilchenladies“ dem Aufstiegskampf stand, dann kamen Verletzungen, Niederlagen und mangelnde Motivation, die das Unternehmen Aufstieg zerstörten. Damit das nicht wieder eintritt, „mussten einige Baustellen repariert werden, insbesondere im Angriff“, so Thoß. Mit Nadine Sandmann vom 1. FFC Turbine Potsdam II „haben wir eine gute Wahl getroffen, die ist sicherlich gut für die Stammelf.“ Lediglich zwei Abgängen stehen in Berlin sieben Neuzugänge gegenüber, der prominenteste kommt aber erst ab der Rückrunde zum Einsatz: Inken Becher. Mit allen ist Thoß in der Vorbereitung zufrieden und zuversichtlich, im „Dreikampf mit Lok Leipzig und Gütersloh um den Aufstieg eine gute Rolle spielen zu können.“
Zum Aufstiegstrio zählt sich der FC Gütersloh dagegen weniger. „Wir müssen uns nach all den Abgängen erstmal wieder selbst finden“, meint Trainer Steffen Enge. Acht Abgänge mussten verzeichnet werden, darunter auch die Stammkräfte Stephanie Goddard und Anna Laue.


„Was wir mit unserer Jugendarbeit auf die Beine gestellt haben, kann sich sicherlich sehen lassen, nur können wir die Spielerinnen meist nicht halten.“ Dennoch hält Enge seine Mannschaft für „gut besetzt“ und glaubt, „vieles auch durch mannschaftliche Geschlossenheit ausgleichen zu können“. Mit der sei er bislang zufriedener als in der vergangenen Saison, das Hauptaugenmerk liege auf Abwehrverhalten und Standard- situationen.
Auch der Dritte im favorisierten Trio, Lok Leipzig, hat sich gut verstärkt und sich „Platz eins bis fünf“ zum Ziel gesetzt, wie Trainer Frank Tresp erklärt. Doch trotz der Neuzugänge „haben wir ein Stürmerproblem“, da Angreiferin Susann Erber verletzungsbedingt ausfällt. „Andrea Stolle zeigt gute Ansätze, vielleicht können wir die Lücke auch mit Safi Nyembo füllen“, überlegt Tresp, wie er dem Hauptproblem der vergangenen Saison entgegen treten kann: der Chancenauswertung.
Hinter diesem Trio sind für die Trainer im Norden die anderen Mannschaften nur Geheimtipps im Rennen um die Meisterschaft. Oben auf der geheimen Liste steht der Herforder SV, dessen Trainer Björn Kenter vom Aufstieg in Ostwestfalen jedoch nichts wissen will. „Die Liga ist nicht stärker als im vergangenen Jahr, aber unser erstes Ziel ist der Klassenerhalt.“ In der vergangenen Saison wurde dieser vorzeitig geschafft, auf gleiches hofft Kenter auch in diesem Jahr, um sich „in Richtung Platz fünf bis sieben“ zu orientieren. Um das zu schaffen, „müssen wir vor allem unser Spiel gegen defensiv stehende Mannschaften verbessern, im Mittelfeld besser stehen und nicht mehr so viele Tore nach Kontern kassieren.“

Kerstin Nolte

"Sie ist der Boss auf dem Platz", sagte Herfords Trainer Björn Kenter einmal über Kerstin Nolte - auch in dieser Saison kommt es auf sie an, das Geschehen zu leiten.

Foto: Nora Kruse


Während in den ersten beiden Zweitligajahren die beiden Absteiger Brauweiler und Wolfsburg zu den Aufstiegsfavoriten zählten, sieht die Situation mit Rheine anders aus. „Wir müssen den Ball flach halten. Erstes Ziel ist der Klassenerhalt, auch wenn wir Überraschungen gerne mitnehmen“, so Trainer Ralf Spanier. Nahezu die gesamte Mannschaft wurde ausgewechselt. „Das Klima im Team ist sehr gut und wir haben keine wirklichen Probleme. Die Mannschaft muss sich als Einheit finden und dann wollen wir in den nächsten drei Jahren wieder in die Erste Liga.“

Claudia Schulz

Claudia Schulz (Mitte) verlässt ihre Niendorfer Kolleginnen und nimmt in Hamburg eine tragende Rolle ein.

Foto: Fuxi

Mannschaften, die in der vergangenen Saison sichere Mittelfeldplätze eingenommen haben, waren Kiel, Potsdam und überraschend weit oben der Hamburger SV II. „Wir haben vier, fünf Spielerinnen an die erste Mannschaft verloren, das müssen wir erstmal kompensieren“, erklärt Trainerin Claudia von Lanken das Hauptproblem, das aber auch auf andere Vereine zutrifft. „Spielen die jungen Talente in der Zweiten Liga ein gutes Jahr, klopfen schon die Erstligavereine an.“ Der Sinn der Zweiten Liga, einen starken Unterbau zu formen, ist eben auch der Schwachpunkt. Dennoch ist von Lanken zuversichtlich. Das Klima sei gut und „die Truppe ist heiß“. Mit Claudia Schulz hat der HSV eine erfahrene Spielerin verpflichtet, „eine Type, die man braucht. Sie hat Lust zu führen und die jungen Spielerinnen wollen lernen.“

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