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2. Bundesliga Nord
Wer stoppt den VfL Wolfsburg?
Vorschau auf die Saison 2005/2006 | ||
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Von Nora Kruse
10.08.2005 Das Warten hat ein Ende, am kommenden Sonntag beginnt die Bundesliga und somit starten auch die Frauen in der zweiten Liga Nord in ihre zweite Saison. Die letzte Spielzeit wurde von den meisten Verantwortlichen sehr positiv bewertet, gerade um den Leistungsunterschied zwischen der Bundesliga und der bis dato zweithöchsten Liga, der Regionalliga, auszugleichen. Der Startschuss fällt also am Sonntag um 14 Uhr und dann beginnt der Kampf um den Aufstieg – der Kampf gegen den VfL Wolfsburg? Die Wölfinnen mussten sich in der vergangenen Saison aus Deutschlands höchster Spielklasse verabschieden. Für viele war dieser Schritt überraschend, auch Bayern-Trainerin Sissy Raith erklärte, nicht mit dem VfL gerechnet zu haben „Gerade mit den Verstärkungen in der Winterpause dachte ich, die „Wölfinnen“ schaffen das,“ so Raith. Die Wolfsburgerinnen peilen nun den direkten Wiederaufstieg an und haben beste Voraussetzungen. Im Vergleich zu vielen anderen Vereinen in einer solchen Situation brach die Mannschaft nicht auseinander, sogar die beiden Weltmeisterinnen Stefanie Gottschlich und Martina Müller konnten gehalten werden.
Doch auch wenn ein Nicht-Aufstieg der Wolfsburgerinnen überraschend käme, einige Vereine wollen den Kampf um den obersten
Platz dennoch spannend halten. Zu nennen wäre hier TeBe Berlin, Wattenscheid 09 oder der FC Gütersloh.
Nadine Richter, ehemals FFC Heike Rheine, wagte den Schritt in die zweite Liga nach Wattenscheid. Vielleicht hofft sie aber
auch, bereits 2006 wieder im Oberhaus angekommen zu sein.
Foto: Andreas Krahforst
Hoffnungen auf den Aufstieg macht sich auch die SG Wattenscheid 09. Zahlreiche Neuverpflichtungen (insb. Silke van den Berg
und Nadine Richter vom FFC Heike Rheine) unterstreichen, dass die Mannschaft von Trainerin Tanja Schulte ihren vierten
Platz der vergangenen Saison toppen will.
Aber auch wenn der FC Gütersloh am vergangenen Wochenende im DFB-Pokal gegen den Liga-Konkurrenten aus Timmel
ausgeschieden ist, beim Kampf um die vorderen Plätze müssen die Ostwestfälinnen genannt werden. Trainer Uwe Kitroschat
kann hier auf viele junge Spielerinnen zurückgreifen, die, wie U19-Weltmeisterin Lena Goeßling oder Anna Laue, bereits
Erfahrung in den Jugendnationalteams sammeln konnten. Auch Willi Küpper, Trainer des FFC Brauweiler, lobte die Arbeit
seines Kollegen und sagte dem Team aufgrund der Jugendarbeit und dem damit verbundenen Potential der Mannschaft eine
erfolgreiche Zukunft voraus. |
Im letzten Jahr sind die Frauen aus Lütgendortmund dem Abstieg nur knapp entkommen - in diesem Jahr soll alles besser
werden.
Foto: Heinz Günter Sporkel | |
Anna Laue, hier im Nationaldress, ist nur eine von vielen Nachwuchshoffnungen beim FC Gütersloh.
Foto: Nora Kruse
Plätze in der oberen Tabellenhälfte werden vermutlich auch der TSV Jahn Calden und die Turbine-Reserve aus Potsdam
einnehmen.
Vielleicht sorgt der TSV Jahn Calden mit Ex-Nationalspielerin Birgit Austermühl für eine kleine Überraschung in der
oberen Tabellenhälfte.
Foto: Nora Kruse |
Mein Tipp für die Top-Sechs der Liga beschließt nun Turbine Potsdam II. Die Vorbereitung der Brandenburgerinnen lief alles
andere als optimal. Viele Niederlagen mussten eingesteckt werden und bereits zum Ende der letzten Saison war der Abgang von
Trainer Sven Toß nach Berlin klar. Toß sieht in Berlin eine bessere Perspektive – nachvollziehbar, denn mit den
Potsdamerinnen ist aufgrund des Regelwerks ein Aufstieg in Liga eins von vornherein ausgeschlossen. Dennoch werden die
Potsdamerinnen wohl viel Boden zwischen sich und die unteren Tabellenplätze bringen können, da sie auch auf Spielerinnen
mit Erstliga-Erfahrung aus der ersten Mannschaft zurückgreifen können. Auch Neuzugang Paula trat im vergangenen Testspiel
in der zweiten Mannschaft an und die Kerschowski-Zwillinge werden wohl Spiele im Zweitliga-Team absolvieren.
Bleibt die untere Tabellenhälfte, wo mir zunächst die SG Lütgendortmund einfällt. Die Ruhrpottlerinnen gaben zuletzt an, vieles aus der vergangenen Saison gelernt zu haben und im nächsten Jahr ändern zu wollen. Frühere Anreisen zu den Auswärtsspielen mit dortiger Übernachtung, anderer Trainingsaufbau, gute Jugendarbeit und auch hoffnungsvolle Neuverpflichtungen, wie z. B. Larissa Kock von der SG Wattenscheid, sollen für einen stabilen Mittelfeldplatz sorgen.
Diesen hatte im letzten Jahr auch der SV Victoria Gersten. Das Team von Maria Reisinger blieb relativ unauffällig, die
Vorbereitungsspiele stimmen jedoch positiv. Beim FC Bayern gab es eine 0:7-Klatsche, die restlichen Spiele wurden jedoch
gewonnen. Dabei zählte auch Bundesligist Rheine zu den Gegnern, der immerhin mit 4:2 besiegt werden konnte. Das Überraschungsteam der vergangenen Rückrunde war wohl der MTV Wolfenbüttel. Nach der Hinrunde dachte wohl jeder, das Team sei bereits so gut wie abgestiegen, dann drehte das Team des damaligen Trainers Sven de Vries jedoch noch einmal auf, verließ die Abstiegsränge und besiegte sogar den Meister aus Brauweiler mit 5:2. Was die Wolfenbüttelerinnen mit neuer Trainerin in der nächsten Spielzeit reißen können, bleibt abzuwarten, für obere Plätze werden sie sich wohl nicht anbieten können. Bleiben zum Schluss noch die Aufsteiger aus Kiel und Neubrandenburg. Viele sagen den beiden Teams ein schwieriges Jahr voraus. Einfach wird es sicherlich nicht, dafür ist auch der Leistungsunterschied zwischen den Ligen noch zu groß, aber vielleicht können die Teams für die ein oder andere Überraschung sorgen... | |