Von Nora Kruse
19.02.2009
Zwölf Punkte wollte BW Hohen Neuendorf in der Hinrunde sammeln, zwölf Punkte haben sie auf dem Konto. Doch auch der Tabellenplatz zeigt,
dass die Brandenburgerinnen in der Zweiten Bundesliga angekommen sind. Mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz überwinterte der
Aufsteiger auf Rang neun der Tabelle – eine Leistung, die am Sonntag bei Holstein Kiel bestätigt werden muss, denn Trainer Martin Schalow erwartet
wiedererstarkte Konkurrenz.
„Mellendorf hat einen neuen Trainer, das wirkt immer motivierend. Aber auch bei Gersten bin ich mir sicher, dass die in der Rückrunde
anders auftreten werden“, so Schalow, der sich mit dem sportlichen Verlauf der Hinrunde insgesamt zufrieden zeigt. „Wir konnten vier Spiele gewinnen, das
ist als Aufsteiger eine gute Leistung.“ Elf Spiele in der Zweiten Bundesliga brachten jedoch auch eine andere Erkenntnis: „Kurzfristig sind unsere
Strukturen okay, perspektivisch muss aber was geschehen.“
Bayer Leverkusen, Werder Bremen, der 1. FC Köln – immer mehr Männervereine entdecken den Frauenfußball, und just hat auch Hertha BSC Berlin angekündigt,
verstärkt in den Sport investieren zu wollen. Insbesondere die Ankündigung der Herthaner wirkt dabei natürlich motivierend für Hohen Neuendorf, das nur wenige
Kilometer nördlich der Hauptstadt liegt. Doch gerade darin
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sieht Schalow einen Vorteil gegenüber den Ligakonkurrenten TeBe und Union. „Hohen Neuendorf
ist eine Stadt für sich. Der Bürgermeister steht hinter uns, die Stadt ebenso.“ Und so wird investiert. „Top-Bedingungen“, sagt Schalow, würden derzeit
geschaffen. Neben einem neuen Vereinsheim auch ein bundesligataugliches Stadion.
Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, wird es darum gehen, auch mehr Sponsoren an Land zu ziehen, denn alles hat seine zwei Seiten – auch die Lage als
eigenständige Stadt vor den Toren Berlins. „Die Wirtschaft ist hier nicht so vorhanden, sondern natürlich eher in Berlin. Wir haben einen kleinen
Etat und sind gezwungen, mit unseren Möglichkeiten das Beste daraus zu machen.“
In Potsdam nicht überzeugend, in Hohen Neuendorf herzlich willkommen: die Brasilianerin Thaynara.
Foto: BW Hohen Neuendorf
Dass das derzeit gut gelingt, zeigt nicht nur der Aufstieg in die Zweite Bundesliga, sondern auch die just bekannt gegebene Verpflichtung der
Brasilianerin Thaynara. Zu verdanken ist der Neuzugang einer Partnerschaft mit dem 1. FFC Turbine Potsdam. Dort hatte die U17-Nationalspielerin ein
Probetraining absolviert, im starken
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Erstligakader jedoch nicht bestehen können. Potsdams Trainer Bernd Schröder habe dem Spielervermittler daraufhin
Hohen Neuendorf empfohlen, erkärt Schalow. „Wir haben kein Geld, wir wollen dafür mit dem Umfeld überzeugen, ihr hoffentlich neben der Wohnung noch
einen Praktikumsplatz in einer Kita und einen Deutschkurs besorgen können.“
Die Richtung, in die die Brandenburger gehen wollen, scheint klar – und die Unterstützung im Verein ebenso. „Wie haben einen fußballverrückten
Präsidenten, der hinter uns steht.“ Auch der Nachwuchs ist vorhanden, jetzt geht es darum, „die wirtschaftliche Basis zu schaffen, um darauf aufzubauen.“
Sportlich soll, wenn das Wetter mitspielt, am Sonntag zunächst auf die Leistung der Hinrunde aufgebaut werden. „Mit der Vorbereitung bin ich zufrieden,
wir konnten zwei Monate auf Kunstrasen trainieren und haben keine schweren Verletzungen in unseren Reihen.“ Etwas unglücklich ist der Trainer nur,
wenn er sich das Torverhältnis aus den ersten Spielen anschaut. „Wir kassieren zu viele Gegentore. Da müssen wir wacher sein, auch kaltschnäuziger und
cleverer spielen.“
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