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Vereinsvorstellung Calden - Seite 2 | ||
| Fortan standen auch
stärkere Gegner auf dem Programm und die Konkurrenz nahm den Dorfverein
nunmehr richtig ernst. Im Gastspiel bei Bundesligaabsteiger FFC
Brauweiler-Pulheim wurden den Himmelstürmerinnen erstmals deutlich ihre
Grenzen aufgezeigt. Das Spitzenspiel ging mit 5:1 verloren, weitere
Punktverluste folgten in den nächsten Wochen u.a. auch im heimischen
Stadion Kaiserplatz gegen Gütersloh. Trotz eines missglückten
Jahresausklangs mit dem 1:1 bei Kellerkind HSV II – das Hinspiel wurde
noch 7:1 gewonnen – steht der Verein zur Winterpause mit der erreichten
Punktzahl und einem Platz in den vorderen Rängen glänzend da. Die
Zielvorgabe Klassenerhalt dürfte somit frühzeitig erfüllt sein, selbst
wenn die Rückrunde nicht so gut laufen sollte wie der Saisonbeginn. Eine
erfreuliche Überraschung nicht zuletzt für die Caldener selbst.
Ist
Jahn Calden etwa eine Spitzenmannschaft, gar ein Aufstiegsaspirant? Hatte
man beim TSV nur tiefgestapelt? Wohl kaum! Ein Blick auf den Kader mag
dies verdeutlichen.
Das
Team
hat sich gegenüber der Regionalligasaison, als es nur zum
Ligadurchschnitt zählte, nicht erheblich verändert. Lediglich
Rückkehrerin Karina Thöne, die beim FSV Frankfurt häufiger Gelegenheit
hatte Bundesligaluft zu schnuppern, stellt eine nennenswerte Verstärkung
dar. Ansonsten arbeitet Trainer Manfred Rauschenberg
überwiegend mit jungen Hüpfern. Wären da nicht Jennifer Henning
(30), Manuela Utsch (31) und die frühere Nationalspielerin Birgitt
Austermühl (39), der Altersdurchschnitt läge noch niedriger als 22
Jahre. Mit Annika Niemeier ist dem Jungbrunnen immerhin schon ein großes
Talent entsprungen.
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"Dreikampfsieg": Annika Niemeier
(rechts) setzt sich gegen zwei Foto: Nadine Bieneck Die 17-Jährige ist mehrfach in DFB-Jugendauswahlmannschaften berufen worden und kehrte als Ergänzungsspielerin mit der Goldmedaille von der U-19-Weltmeisterschaft aus Thailand zurück. Neben Spielführerin Thöne ist Niemeier die wichtigste Akteurin im Mittelfeld. Sie wird sicherlich in Zukunft noch mehr Verantwortung zu tragen haben, zumal Routinier Austermühl sich nur gelegentlich der Mannschaft zur Verfügung stellen konnte und das Ende ihrer aktiven Laufbahn absehbar ist. Doch damit wird auch das Manko des TSV Jahn Calden deutlich: Mit nur zwei, drei herausragenden Leistungsträgerinnen ist das Team einfach zu schwach bestückt. Wenn es bei diesen Spielerinnen gut läuft, dann kann die gesamte Mannschaft ein sehenswertes Spiel abliefern, dann können schwächere Gegner deutlich bezwungen werden, dann schlägt auch die Stunde der Sturmspitzen. So kamen Femke Kazubski und Jacqueline Scheuren zu ihren 11 bzw. 8 Ligatreffern. Ja - und dann kann sogar mal gegen ein starkes Team wie Potsdams zweite Mannschaft ein Auswärtssieg eingefahren werden. Wenn die Führungsspielerinnen aber nicht richtig zu ihrem Spiel finden, dann tut sich die Mannschaft insgesamt sehr schwer. Aus der mannschaftlichen Geschlossenheit entwickelt sich dann leicht ein kollektiver Durchhänger. |
Die
ein oder andere Spielerin, die in solchen Situationen in die Bresche
springt, die Ärmel hochkrempelt und die Mitspielerinnen mitreißt, könnte
das Team schon noch gut gebrauchen.
Es
lastet eigentlich kein großer Druck mehr auf Trainer Manfred Rauschenberg,
Inhaber einer B-Lizenz. Weder Auf- noch Abstieg dürften noch ein
ernsthaftes Thema in dieser Saison werden. Rauschenberg, der schon seit 1999
für den Verein tätig ist, hat also die Möglichkeit in Ruhe an seinem Team
zu feilen und seine Spielerinnen weiter zu entwickeln. Mit Simone Müller
vom FC Gütersloh 2000 kann er für die Rückrunde auch einen Neuzugang begrüßen.
Zudem besteht die Hoffnung, dass von den Langzeitverletzten Sandra Röhrscheid,
Christine Kumpert und Julia Salokat wenigstens letztere dem Team bald wieder
zur Verfügung stehen wird.
Vielleicht
hält der Trainer auch mal nach Verstärkungen für die nächste Spielzeit
Ausschau und die Vereinsführung nach weiteren Sponsoren – könnte denn
der Flughafen nicht noch einen Werbeträger gebrauchen? Es wäre jedenfalls
zu begrüßen, wenn dieser sympathische Dorfverein künftig noch mehr von
der Randlage Nordhessens in den Mittelpunkt des deutschen Frauenfußballs rücken
würde und für positive Überraschungen sorgen könnte.
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