| Text und Bilder von Ralf Dauksch
04.12.2011. Am ersten Spieltag der Rückrunde empfing der Herforder SV die Bundesligareserve des FF USV Jena. Im Hinspiel konnten sich die Ostwestfälinnen mit 6:1 durchsetzen, obwohl Jena über eine Stunde lang die bessere Mannschaft war und erst in den letzten Minuten auseinanderfiel. Bei windigem Herbstwetter und früh einsetzender Dunkelheit nahmen die Gastgeberinnen an diesem Wochenende von Beginn an das Heft in die Hand und errangen einen überzeugenden Heimsieg.
Nach einer Ecke von Anna Laue geht Lena Wermelt mit dem Kopf zum Ball, wird diesen aber über das Tor köpfen.
Die Anfangsphase des Spiels gehörte ganz klar den Gastgeberinnen. Nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff gab es schon den ersten Freistoß für den Herforder SV nach einem Foul an Giustina Ronzetti. Jacqueline Dünker schoss aufs Tor, aber Griseldis Meißner konnte den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte lenken. Auch die nächsten guten Torchancen von Deniz Harbert, Lena Wermelt und Anna Laue waren noch nicht von Erfolg gekrönt, aber in der 21. Minute platze der Knoten. Nach einem Zuspiel von Lena Wermelt auf die im Strafraum wartende Anna Laue erzielte diese aus der Drehung heraus das 1:0 für den Herforder SV. Nur eine Minute später erreichte ein Abstoß von Friederike Abt Deniz Harbert, die sich den Ball bei ihrem Weg quer über den Platz nicht abnehmen ließ und dann auf Jennifer Voss ablegte. Die ehemalige niederländische Nationalspielerin umkurvte noch zwei Verteidigerinnen, drückte die Kugel über die Linie und erzielte damit ihr langersehntes erstes Pflichtspieltor für den Herforder SV. Nachdem Griseldis Meißner einen Freistoß von Jacqueline Dünker in höchster Not parieren konnte, führte die nächste Aktion wieder zum Tor: eine Ecke von Anna Laue verwertete Lena Wermelt per Kopf aus kurzer Distanz zum 3:0. Nach drei Toren innerhalb von fünf Minuten war das Spiel entschieden. Die schnelle Jenaer Stürmerin Christiane Gotte nutzte zwar noch eine kurze Ruhepause der Herforder Abwehr und stieß bis in den 16er vor, scheiterte aber mit einem Flachschuss an der glänzend reagierenden Friederike Abt.
Nach dem Seitenwechsel brachte Jenas Trainer Christian Kucharz Olivia Scherl für Franziska Hofmann, aber am Spiel änderte sich zunächst nichts. Eine Flanke von Anna Laue erreichte die frei im Strafraum stehende Desirée Lenz, die den Ball auf das Tor köpfte. Sie konnte jedoch Griseldis Meißner nicht überwinden, die mit Mühe zur Ecke klären konnte. Nach Chancen für Deniz Harbert und Marion Gröbner tat sich auch auf der anderen Seite endlich wieder was. Christiane Gotte bekam einen langen Pass in den Lauf gespielt, setzte sich gegen die auf dem nassen Rasen wegrutschende Friederike Schaaf durch, konnte aber den Ball nicht im Tor unterbringen, der Winkel war zu spitz geworden. Inzwischen war eine Stunde gespielt, Lena Wermelt erkämpfte sich den Ball, umkurvte die Gästeabwehr und passte auf Anna Laue, die aus kurzer Distanz auf 4:0 erhöhen konnte. Jena gab aber nicht auf, Sabrina Schmutzler gewann einen Zweikampf in der Herforder Hälfte und passte auf die alleingelassene Christiane Gotte, die allerdings genauso an Friedrike Abt scheiterte wie zwei Minuten später die eingewechselte Daniela Janke. In der Folge verflachte das Spiel etwas, der HSV hatte einige Chancen, jedoch keine wirklich zwingenden. Zehn Minuten vor dem Abpfiff wagte Sabrina Schmutzler sich in den Herforder Strafraum, kam aber nicht mehr zum Torschuss, denn sie wurde von Marion Gröbner von den Beinen geholt. Zum fälligen Foulelfmeter trat Sabine Treml an, die Friederike Abt mit einem platzierten Schuss überwand und auf 4:1 verkürzte. Die letzten Minuten gehörten dann wieder dem Gastgeber. Lena Schulte spielte den Ball raus auf Yvonne Hansmeier, die flankte auf Anna Laues Kopf. Griseldis Meißner verhinderte reaktionsschnell ein fünftes Herforder Tor. Auch ein Schuss von Hansmeier unmittelbar danach konnte von Meißner noch am die Latte abgelenkt werden.
Der Herforder SV war 90 Minuten lang die bessere Mannschaft und hatte die Bundesligareserve des USV Jena sicher im Griff. Trainer Jürgen Prüfer freute sich, dass sein Team eine Woche nach dem 5:0-Sieg im Spitzenspiel gegen Cloppenburg auch gegen einen defensiveren Gegner eine gute Leistung zeigen konnte. Jena überwintert auf Nicht-Abstiegsplatz 9, während der Herforder SV als Dritter oder Vierter (das Nachholspiel zwischen Gütersloh und Cloppenburg steht noch aus) weiterhin Kontakt zum Aufstiegsplatz hat.
Stenogramm:
Herforder SV:
Abt Drewitz, Schaaf, Dünker, Gröbner Laue, Lenz, Voss, Harbert (65. Schulte), Ronzetti (83. Hansmeier), Wermelt (78. Urbas)
FF USV Jena II:
Meißner Pochert, Walther, Zimmermann, Stübing Müller Hofmann (46. Scherl), Treml, Kraus (65. Janke) Gotte (72. Wochnik), Schmutzler
Tore:
1:0 Anna Laue (21.)
2:0 Jennifer Voss (22.)
3:0 Lena Wermelt (25.)
4:0 Anna Laue (61.)
4:1 Sabine Treml (82., FE)
Gelbe Karten: - / Pochert, Scherl
Schiedsrichterin: Riem Hussein (Bad Harzburg) mit Svenja Pleuß und Annika Hobst
Zuschauer: 417
zur 2. Bundesliga Nord
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