| Text und Bilder von Ralf Dauksch
25.09.2011. Bei sonnigem Wetter kam es in Herford zum Verfolgerduell in der Nordstaffel der zweiten Bundesliga. Der zweitplazierte Herforder SV empfing den punktgleichen Ligadritten Werder Bremen. Der Sieger der Partie würde den Kontakt mit der Tabellenspitze halten können, während der Verlierer Gefahr lief, ins Mittelfeld abzurutschen. Nachdem die Gastgeberinnen in der Vorwoche in Duisburg noch in der Nachspielzeit den Ausgleich hinnehmen mussten, gelang ihnen dieses mal wenige Augenblicke vor dem Abpfiff der viel bejubelte Siegtreffer.
Gewusel im Herforder Strafraum nach einer Ecke von Werder Bremen. Doch auch diese Chance konnten die Bremerinnen nicht nutzen.
Die 331 Zuschauer in Herford sahen einen ereignisarmen Spielbeginn, beide Mannschaften standen in der Defensive sicher und die Stürmerinnen kamen kaum in die Nähe der Strafräume. Ein 20-Meter-Schuss der Herforder Spielführerin Desirée Lenz verfehlte sein Ziel genauso wie ein Freistoß von Anna Laue. In der 15. Minute hatte Lisa-Marie Scholz die Bremer Führung auf dem Fuß, Friederike Abt im Herforder Tor konnte den Schuss aus spitzem Winkel jedoch mit einem großartigen Reflex an die Latte lenken. Ein weiterer Distanzschuss von Desirée Lenz ging knapp über das Tor, zu diesem Zeitpunkt war bereits fast eine halbe Stunde gespielt. Die einzigen Mittel, die gegnerischen Abwehrreihen zu überwinden, schienen hier Fernschüsse zu sein. Auf Bremer Seite scheiterte Nadine Mölter aus fast 40 Metern an Friederike Abt, bei den Gastgeberinnen fanden Giustina Ronzetti und Jil Urbas in Maria Doll ihre Meisterin. Danach endete die erste Halbzeit, alles schien auf ein torloses Unentschieden hinauszulaufen.
 Nach der Pause wurde das Spiel interessanter, unmittelbar nach Wiederanpfiff gelang es Lisa-Marie Scholz zwar, in den Herforder Strafraum vorzudringen, aber ihr Schuss aus spitzem Winkel ging knapp rechts am Tor vorbei. Danach erhöhten die Gastgeberinnen den Druck und wurden gefährlicher. Nachdem die eingewechselte Christin Horst zunächst eine schöne Flanke von Giustina Ronzetti über die Latte köpfte, schickte sie nur kurze Zeit später Anna Laue, aber Werders Torfrau Maria Doll war einen Schritt schneller am Ball und konnte ihr Team vor einem Rückstand bewahren. Die nächsten beiden Chancen vergab Jil Urbas, jeweils nach Vorarbeit von Ronzetti, als sie erst in der Bremer Innenverteidigung hängen blieb und eine Minute später an Maria Doll scheiterte. Als gut eine Stunde gespielt war, meldeten sich auch die Gäste zurück. Einen Freistoß von Stürmerin Nahrin Uyar konnte Friederike Abt mit den Fingerspitzen über die Latte lenken, ein weiterer ging knapp rechts am Gehäuse vorbei.
Die letzten 15 Minuten gehörten aber wieder ganz klar der Heimmannschaft. Christin Horst vergab eine gute Möglichkeit nach Flanke von Ronzetti aber genauso wie Anna Laue, die nach einem Konter frei vor dem Tor auftauchte und von Doll am Torschuss gehindert wurde. In den Schlussminuten bekam der Herforder SV einen Freistoß zugesprochen. Jacqueline Dünker trat das Leder in den Strafraum, Lena Wermelt verlängerte per Kopf und Anna Laue gelang es irgendwie, den Ball aus dem Gewühl über die Torlinie zu drücken. Die Schützin wurde unmittelbar darauf ausgewechselt, neu in die Partie kam Claudia Bujna, die in der Defensive helfen sollte, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Ein Freistoß von Lea Notthoff in der Nachspielzeit konnte ebenso wenig am Ergebnis ändern, wie der im Anschluss ebenfalls von Notthoff getretene Eckball.
Der Herforder SV ging hier aufgrund der klaren Überlegenheit in der zweiten Hälfte als verdienter Sieger vom Platz und festigte damit den zweiten Rang in der Tabelle, während Werder Bremen auf Platz vier abrutschte und den direkten Kontakt zum Tabellenführer vorerst verloren hat.
Stenogramm:
Herforder SV:
Abt Hansmeier, Schaaf, Dünker, Drewitz Schulte (32. Horst), Lenz, Voss (66. Wermelt), Urbas Laue (90. Bujna), Ronzetti
Werder Bremen:
Doll Mölter, Votava, Scholz, Möhlmann S. Schneider, Notthoff, Goddard, Freyhat (26. William), Buller (73. König) Uyar (65. K. Hamann)
Tore:
1:0 Anna Laue (89.)
Gelbe Karten: Hansmeier, Voss / -
Schiedsrichterin: Jacqueline Herrmann (Hamburg) mit Liane Lindenberg und Ann-Kristin Wildfang
Zuschauer: 331
zur 2. Bundesliga Nord
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