| Text und Bilder von Ralf Dauksch
21.09.2011 Am dritten Spieltag empfing die Zweitvertretung des FCR Duisburg an der
Mündelheimer Straße den Herforder SV. Während die Gastgeberinnen vor dem Spiel noch punktlos waren, hatten die Ostwestfälinnen die bisherigen
Meisterschaftsspiele gewonnen. Herford musste verletzungsbedingt auf die Leitungsträgerinnen Anna Laue, Hannah Bromley und Lena Kuhlmann verzichten, außerdem
war Marion Gröbner erst am selben Morgen von einem Länderspiel aus Österreich zurückgekehrt. Dem FCR fehlten Valentina Oppedisano und Sandra Starmanns, man
konnte sich allerdings mit Jackie Groenen und Barbara Müller aus dem Erstligakader verstärken.
Mit diesem Freistoß traf Barbara Müller
in der Nachspielzeit noch zum 2:2 Endstand
In der Anfangsphase des Spiels war der Herforder SV ganz klar die tonangebende Mannschaft, bereits in der zweiten Minute musste Meike Kämper im Duisburger Tor
in höchster Not klären, als Lena Wermelt nach einer Ecke in den Winkel zielte. Zwei Minuten später ging ein Schuss von Christina Drewitz nach schöner Flanke von
Marion Gröbner knapp über das Tor, kurze Zeit später scheiterte die erstmals von Beginn eingesetzte Giustina Ronzetti gleich zweimal an der gut postierten Meike
Kämper. Wie aus dem Nichts fiel dann aber die Führung für die Löwinnen: nachdem sich Jackie Groenen auf der rechten Seite durchgesetzt hatte, konnte Barbara
Müller aus 10 Metern das 1:0 erzielen. Herford schien sich nach dem Rückstand nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Drei Minuten später scheiterte Yvonne
Hansmeier zunächst aus kurzer Entfernung an der Duisburger Schlussfrau und Lena Wermelt verfehlte mit dem Nachschuss das Tor auch nur knapp, aber nach einer
knappen halben Stunde kamen die Duisburgerinnen immer besser ins Spiel und erarbeiteten sich gute Chancen. Spielführerin Monika Gruteser schoss jedoch ebenso
wie Barbara Müller nach einem langen Sololauf einige Zentimeter am Tor vorbei. Kurz vor dem Seitenwechsel kam nur noch nach Freistößen wirkliche Gefahr auf. Auf
Duisburger Seite scheiterte aber Jackie Groenen genauso wie Jacqueline Dünker und Friederike Schaaf für Herford. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff verhinderte
Meike Kämper den Ausgleich, indem sie mit einer überragenden Reaktion einen Schuss aus kürzester Distanz von Lena Wermelt abfangen konnte.
Beide Mannschaften kamen unverändert aus den Kabinen, der Gast war sich jedoch im Klaren, dass man hier eigentlich hätte führen müssen, und so hatte man den
Ausgleich auf dem Fuß, als die Unparteiische ein Foul gesehen haben wollte und auf Freistoß für Duisburg entschied. Aber Herford drückte weiter, ein Freistoß
aus 20 Metern von Kapitänin Desirée Lenz ging nur knapp über das Tor. In der 54. Spielminute brachte Jürgen Prüfer mit Lena Schulte und Jil Urbas frische
Kräfte, die bei mehreren Offensivaktionen unglücklichen Lena Wermelt und Yvonne Hansmeier verließen das Spielfeld. Die nächste Standardsituation war ein
Freistoß zugunsten der FCR-Reserve. Friederike Abt konnte den Ball von Julia Debitzki aber sicher abwehren. In der 58. Minute bekam Desirée Lenz den Ball im
Strafraum auf den Fuß und zog ab, ließ Meike Kämper keine Chance, der verdiente Ausgleich für den HSV. Die Gäste machten jetzt weiter Druck, nur drei Minuten
nach dem Tor war es erneut Lenz, die nach dem letzten von drei aufeinander folgenden Eckstößen auf 2:1 für Herford erhöhen konnte.
Nach diesem Doppelschlag
lagen die Nerven speziell bei den Duisburgerinnen blank, das Spiel wurde ruppiger. In der 78. Spielminute konnte Friederike Abt im Herforder Tor einen Ball nur
abklatschen lassen, allerdings schafften es die Löwinnen nicht, den Ball über die Linie zu drücken. Im Gegenzug konnte die herausgeeilte Meike Kämper einen
Konter von Giustina Ronzetti entschärfen. In den letzten 10 Minuten des Spiels wollte Duisburg den Ausgleich, Herford konnte sich nur noch schwer aus der
eigenen Hälfte befreien. Kurz vor dem Schlusspfiff konnte Irina London von Deniz Harbert nicht mehr fair gestoppt werden, die Herforderin brachte ihre
Gegenspielerin von hinten zu Fall. Die nicht immer sichere Schiedsrichterin zeigte ihr dafür die rote Karte, während London verletzt ausgewechselt werden
musste. In der Nachspielzeit gab es nach einem Foulspiel an der Strafraumgrenze einen Freistoß für die Bundesligareserve. Barbara Müller trat an und schoss den
Ball über die Mauer hinweg zum vielumjubelten Ausgleich ins Tor. Herford bekam noch einen Eckball zugesprochen, der jedoch nichts mehr einbrachte.
Ein leistungsgerechtes Unentschieden, das für Herford den Verlust der Tabellenführung und für Duisburg
ein Abrutschen auf einen direkten Abstiegsplatz bedeutete. Herfords Trainer Jürgen Prüfer ärgerte sich nach dem Spiel, dass sein Team besonders in der ersten
Halbzeit viele Chancen ungenutzt ließ und dadurch das Spiel aus der Hand gab, während Duisburgs Co-Trainerin Sandra Deilmann, zwei Jahre zuvor übrigens noch als
Spielerin für den Herforder SV aktiv, erleichtert war, dass man jetzt zumindest nicht mehr mit Null Punkten dasteht.
Stenogramm:
FCR 2001 Duisburg II: Kämper – London (90. Zugehör), Mooren, A. Hellfeier, Debitzki – Hochstein (83. Harting), B. Müller, Gruteser, Morina
(66. Dorloff), Sieberg – J. Groenen
Herforder SV:
Abt – Drewitz, Schaaf, Dünker, Gröbner – Harbert, Voss, Lenz, Hansmeier (54. Schulte) – Wermelt (54. Urbas), Ronzetti
Tore:
1:0 Barbara Müller (18.)
1:1 Desirée Lenz (58.)
1:2 Desirée Lenz (61.)
2:2 Barbara Müller (90.)
Gelbe Karten: Hochstein / Gröbner, Dünker
Rote Karte: Harbert (88., grobes Foulspiel)
Schiedsrichterin: Ines Appelmann (Alzey) mit Fabienne Kessler und Fabienne Michel
Zuschauer: 100
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