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2. Bundesliga Nord, Nachholspiel

Gersten erkämpft Punkt in Oldesloe

FFC Oldesloe - SV Victoria Gersten 0:0

Text und Bilder von Fuxi

09.03.2009   Fünf Nachholspiele standen an diesem 8. März an. Schon vor zwei Wochen sollte die Partie zwischen dem FFC Oldesloe und Victoria Gersten stattfinden, allerdings machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Frühlingshaft wurde es an diesem Tag aber auch nicht. Weder Wetter noch Spiel waren sonderlich erwärmend.

Bei den Gästen fehlte immer noch Stürmerin Shanty Sriskandarajah, und in der Vorwoche war Sarah Sieksmeyer mit einem Schulterbruch dazugekommen. Für Gersten zählten nur Punkte, um den vorletzten Platz zu verlassen und Anschluss ans Tabellenmittelfeld zu halten. Der FFC Oldesloe hatte nach zwischenzeitlich Platz drei nach oben etwas abreißen lassen und war Siebter, immerhin aber mit stattlichen zehn Punkten Vorsprung auf Relegationsplatz 10 recht sorgenfrei.

Chance Claudia Wenzel

So viel Platz, so weit vorbei: Claudia Wenzel kommt nach Flanke von rechts zum Kopfball und vergibt freistehend kläglich

Zwei personelle Veränderungen nahm Gerstens Trainerin Maria Reisinger vor. Für Sieksmeyer und Katharina Börger kamen Lydia Schwering und Anna Klumpe in die Abwehr. Vor Torhüterin Vera Oude-Wesselink verteidigten Klumpe und Schwering zusammen mit Melanie Roters und Antje Heitmann. Das Mittelfeld bestand aus Sandra Reisinger, Sina Tepe, Antje Heitmann und den beiden Schwestern Inga und Britta Kappel hinter Martina Fennen als einziger echter Spitze. Der FFC Oldesloe setzte ein 4-4-2 dagegen. Im Tor stand Friederike Wiener, davor in der Kette Desiree Steinike, Svenja Fritz, Mirja Herrmann und Johanna Wöhler. Das Mittelfeld besetzten Sandra Runge links, Stefanie Storm und Kapitänin Claudia Wenzel zentral und Joy Grube rechts. Kristina Kucharski hing etwas hinter der einzigen echten Spitze, FFC-Torjägerin Gaitana Lippert.

Friederike Wiesinger vor Maria Reisinger

Eine harmlose Situation wurde durch Claudia Wenzels Querschläger noch brenzlig, aber hier ist FFC-Torfrau Friederike Wiener vor Maria Reisinger am Ball

Von Beginn an ließ Victoria Gersten durchblicken, dass sie sich etwas vorgenommen hatten. Sie attackierten früh und aggressiv und kamen nach fünf Minuten auch zur ersten Chance, als Schneider einen Doppelpass mit Fennen spielte und mit ihrem 18-Meter-Schlenzer Wiener prüfte. Es dauerte eine Viertelstunde, bis auch die Stormarnerinnen erstmals gefährlich wurden. Storm brachte eine Flanke von rechts hinter die Abwehr. Kurz hinter dem Elfmeterpunkt hatte sich Wenzel heimlich freigestohlen und kam völlig ungestört zum Flugkopfball. Doch in dieser Situation erkannte man wieder die langjährige Erstliga-Abwehrspielerin: Wenzel setzte ihren Flugkopfball deutlich rechts daneben. Eine Minute später wurstelte sich Lippert durch die Gerstener Reihen, wurde dann aber am Strafraum abgeblockt. Aus 19 Metern kam Runge dann direkt zum Schuss, setzte den Ball aber klar links daneben (15.). Solche Highlights gab es aber selten. Die Partie war sehr umkämpft. Gersten trat nach dem Punktgewinn gegen die Zweite des HSV mutig an. Oldesloe hatte Probleme im Aufbauspiel, vor allem auf links, wo Runge nicht zurecht kam und immer wieder Quelle für Ballverluste war.

Fußballerisch war es dürftige Kost. Strafraumszenen entstanden aus Fehlern. Fennen verpasste im Strafraum einen Freistoß von Inga Kappel, doch Wenzel verursachte einen Querschläger, den sich Wiener gerade noch vor der herannahenden Reisinger sichern konnte (20.). Ansonsten ging es zwischen den Strafräumen hin und her, ohne größere Kombinationen und sehenswerte Einzelleistungen. Nach einer halben Stunde kamen auch noch Hektik und Härte hinzu. Im Mittelfeld holte sich Oldesloes Lippert den Ball mit einem Pressschlag gegen Britta Kappel. Die wähnte ein Foul und sich ungerecht behandelt. Als Lippert den Ball von Storm auf der rechten Seite wieder zugespielt bekam, rannte Kappel hinterher und senste Lippert


Kristin Engel gegen Sina Tepe

Das Nachholspiel vom 12. Spieltag war zweikampfbetont und arm an Höhepunkten. Hier setzt sich Oldesloes Kristin Engel (in Weiß) gegen Sina Tepe zur Wehr

seitlich von hinten um, ohne eine Chance auf Ballberührung zu haben. Schiedsrichterin Sinem Turac beließ es bei einer gelben Karte. Damit war die Übeltäterin wohlwollend bedient. In der Folge setzte sich beiderseits eine härtere Gangart durch. Die Spielqualität verbesserte dies naturgemäß nicht.

In der 34. Minute wechselte Victoria aus. Für Anna Klumpe kam Tanja Baumann ins Spiel und führte gleich einen Freistoß aus. Den holte Wiener allerdings ohne Probleme aus der Luft. Zwei Minuten vor dem Pausenpfiff bekam Gersten dann die Chance zur Führung. Im Mittelfeld verlor Fritz den Ball. Inga Kappel hatte freie Bahn zum Strafraum, schob aus 17 Metern aufs lange Eck, aber Oldesloes Torfrau war weit aus dem Tor geeilt und lenkte das Leder mit dem Fuß zur Ecke. Es blieb beim 0:0, das den gezeigten Leistungen entsprach. Beide Teams hatten jeweils eine Großchance vergeben, und auch ansonsten war das Spiel, das aus vielen Zweikämpfen und wenigen Chancen bestand, sehr ausgeglichen.

Sina Tepe klärt

Viele Füße, wenig Raum: Hier bereinigt Sina Tepe endgültig nach Gewühl im eigenen Strafraum. Auch auf dem Rest des Feldes war nie viel Platz

Zum zweiten Durchgang brachte Oldesloes Trainer Michael Clausen mit Denise Steinike für Sandra Runge eine neue Spielerin in die Partie. Denise übernahm auch die Position vor ihrer Zwillingsschwester Desiree. Kuriosum am Rande: Mit dieser Einwechselung waren drei Akteurinnen mit gleichlautendem Namen auf dem Feld denn auch eine der beiden Schiedsrichter-Assistentinnen, Anke Steinicke, hörte auf diesen Namen. Das war auch schon einer der bemerkenswertesten Umstände an dieser Begegnung. Denn das Spiel blieb mau. In der 51. Minute brachte Fritz einen Freistoß aus 25 Metern ohne Druck Richtung Tor, und Torfrau Oude-Wesselink konnte ihn seelenruhig rechts am Tor vorbei segeln sehen. Das war es dann auch schon an Torschüssen für die nächsten 17 Minuten. Flügelspiel fand kaum bis überhaupt nicht statt, statt dessen regierten Zufall und Unzulänglichkeiten. Bei beiden Teams war kein umsetzbares Konzept erkennbar. Die Defensivreihen standen gut, und auch lediglich der Einsatz war noch zu loben, denn wann immer eine Gegenspielerin ausgespielt war, war schon die nächste da und bereinigte. Spielzüge: Fehlanzeige.

Chance Inga Kappel

Nach Fehler von Svenja Fritz hat Inga Kappel die Gerstener Führung auf dem Fuß, vergibt aber in der 1-gegen-1-Situation gegen Friederike Wiener

Der nächste Oldesloer Wechsel sollte etwas Besserung bringen: Jaqueline Bleser ersetzte im Sturm die glücklose Kristina Kucharski (67.). Und sie war gleich an einer Torszene beteiligt, wenn auch unfreiwillig.


Am Strafraum spielte Lippert quer. Bleser verpasste den Ball, der aber rutschte durch, so dass Denise Steinike ihn erlaufen und mit links aufs Tor bringen konnte. Oude-Wesselink war bei dieser ersten echten Parade allerdings auf dem Posten und klatschte die Kugel beidhändig zur ersten von drei aufeinanderfolgenden Ecken, die nichts einbrachten. Der FFC Oldesloe hatte nun leichte Vorteile, blieb aber wie der Gegner harmlos. Immerhin hatten sich die Gemüter in der Halbzeit beruhigt, und das Spiel wurde weniger hart und verbissen geführt. Dennoch wechselte der Ballbesitz mitunter mit jedem Kontakt. Aber: Gersten ließ die Gastgeber auch nicht zur Entfaltung kommen. Der Harmlosigkeit beider Teams tat das keinen Abbruch.

Die Spielzeit lief runter. Ohne Höhepunkte. Erst wechselte das Team aus Stormarn noch Kristin Engel für Johanna Wöhler ein (79.), dann waren die Emsländerinnen mit Nina Lögering für Sandra Reisinger dran (83.). Zwei Minuten später probierte es Schneider im Fallen mit einem Verzweiflungsschüsschen aus 23 Metern, das Wiener mit Leichtigkeit fangen konnte. Es war der letzte Torschuss in einem alles in allem enttäuschend schwachen Spiel. Victoria Gersten erkämpfte sich einen verdienten Punkt, allerdings konnte man den Eindruck gewinnen, die Hauptstrategie der Gäste sei das Zerstören des gegnerischen Spiels gewesen. Der FFC fand jedenfalls keine Mittel gegen den Vorletzten. Die beiden besten Torschützinnen, Gaitana Lippert (5 Treffer für Oldesloe) und Martina Fennen (6 Tore für Gersten) waren komplett abgemeldet. Wie viele der ebenso enttäuschenden 78 Zuschauer noch einmal wiederkommen, bleibt abzuwarten.

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In dieser Situation hat martina Fennen gegen Mirja Herrmann das bessere Ende für sich - einer von vielen Zweikämpfen



FFC Oldesloe:
Wiener - Des. Steinike, Fritz, Herrmann, Wöhler (79. Engel) - Runge (46. Den. Steinike), Storm, Wenzel, Grube - Kucharski (67. Bleser) - Lippert

Victoria Gersten:
Oude-Wesselink - Klumpe (34. Baumann), Roters, Schwering, Schneider - Reisinger (83. Lögering), Tepe, Heitmann, I. Kappel, B. Kappel - Fennen

Tore: Keine

Gelbe Karten: B. Kappel (Gersten, 32. Minute, Foulspiel)

Schiedsrichterin: Sinem Turac (Berlin) mit Anke Steinicke (Neuruppin) und Stefanie Unger (Berlin)

Zuschauer: 95


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