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2. Bundesliga Nord, 3. Spieltag

Gerechte Punkteteilung

FC Gütersloh 2000 - 1. FFC Turbine Potsdam II 1:1 (0:0)

Von Nora Kruse (Text u. Fotos)

21.09.2008

„Dieser Punkt gegen Potsdam kann Gold wert sein“, versuchte Güterslohs Trainer André Birker dem Unentschieden gegen die Zweitvertretung von Turbine Potsdam etwas Gutes abzugewinnen. Doch wie schon beim Heimspiel gegen Union Berlin vor zwei Wochen konnten die Ostwestfälinnen kaum überzeugen und machen vor allem weiter die gleichen Fehler.

„Die erste Halbzeit war in erster Linie taktisch geprägt“, so Birker, der sah, wie „beide Mannschaften die Räume eng machten.“ Die Partie spielte sich vor allem im Mittelfeld ab, was der FCG-Coach auch sehen wollte. „Wir wollten es nach den Erfahrungen vor einer Woche in Kiel vor allem schaffen, die Bälle im Mittelfeld zu sichern.“ So stellte Gütersloh mit Lauryn Welch auch nur eine Spitze auf, doch die Taktik Birkers ging nicht auf. Anstatt die Bälle im Mittelfeld zu sichern, wurden sie nach kürzester Zeit wieder verloren, selbst unbedrängt wurde das Leder zum Gegner geschossen.

Lauryn Welch

Eine gegen alle und alle gegen eine: Lauryn Welch (Mitte) fehlte es immer wieder an Unterstützung ihrer Mitspielerinnen.

Die Turbinen konnten mit diesen Geschenken ihrerseits jedoch wenig anfangen, machten sie doch die gleichen Fehler wie die Gastgeberinnen. „Die erste Halbzeit war ziemlich schwach“, so Trainer Thomas Kandler. „Wir haben viel zu viele Fehlpässe gemacht.“ Von Güterslohs amerikanischer Spitze Lauryn Welch zeigte sich Kandler dagegen begeistert, „die hat uns ganz schön zu tun gegeben“. Noch mehr hätte Welch ausrichten können, wenn sie bei ihren Angriffen nicht so allein gelassen worden wäre. Nicht selten hatte sie es mit drei Gegenspielerinnen zu tun, ihre Teamkameradinnen rückten zu langsam oder gar nicht auf. Auch die Zuspiele auf Welch waren mehr schlecht als recht und kamen meist in Form von hohen Bällen auf die doch recht kleine US-Amerikanerin.

Nachdem die Potsdamerinnen nach gut einer halben Stunde zu einem ersten Schuss auf das Tor kamen, konnten die knapp 250 Zuschauer im Heidewald-Stadion erst nach 40 Minuten die erste wirklich gefährliche Aktion bestaunen. In einem Gemenge im Potsdamer Strafraum hatten drei Gütersloherinnen nacheinander die Möglichkeit, das Runde ins Eckige zu bringen, doch jeder ihrer Bälle wurde von der Torhüterin, dem Pfosten oder einem Potsdamer Fuß geblockt.


Monique Kerschowski

Monique Kerschowski hat gut lachen: Absolut verdient war ihr Ausgleichstreffer in der zweiten Halbzeit.

Eine etwas stärkere Viertelstunde erlebten die Gastgeberinnen zu Beginn der zweiten Halbzeit. Zunächst hatte Kristina Gessat nach einem Freistoß die Möglichkeit zur Führung, doch die Potsdamer Abwehr konnte den Ball noch von der Linie kratzen. Nach 53 Minuten fand Anja Barwinskys Flanke Jacqueline Scheuren, die den Ball souverän im Potsdamer Kasten unterbrachte. Die Neu-Gütersloherin war es auch, die vier Minuten später noch die Chance hatte, auf 2:0 zu erhöhen, doch Torhüterin Maria Doll war zur Stelle.

„In der zweiten Halbzeit sah man auf beiden Seiten eine Steigerung“, beobachtete Kandler. Nach dem Gütersloher Führungstreffer waren es vor allem seine Turbinen, die besser ins Spiel fanden und mehr Druck auf das Tor von Kathrin Wojtasik machten. Trainerkollege Birker musste dagegen feststellen, wie „wir aufgehört haben, Fußball zu spielen“. Knapp zwanzig Minuten vor Spielende war es schließlich Monique Kerschowski, die nach Flanke von Chantal Willers den Ball zum verdienten Ausgleich köpfte.

Jacqueline Scheuren

Jacqueline Scheuren ist beim FCG zur Stammspielerin avanciert und krönte ihre engagierte Leistung mit dem Führungstreffer.

„Es war ein gerechtes Unentschieden“, erklärte Kandler nach der Partie und auch Birker stimmte ein. Es trafen zwei Mannschaften aufeinander, die beide unter ihren Möglichkeiten geblieben waren und sich in der Anzahl der Fehler in nichts nachstanden. Fehlpässe in Hülle und Fülle, Ungenauigkeiten, wenig Bewegung – obwohl man im Vorfeld vom Spitzenspiel der zweiten Liga gesprochen hatte, hatte diese Partie


nur wenig Unterhaltungswert. Da Gütersloh nach fünf Jahren in dieser Saison unbedingt den Aufstieg ins Oberhaus realisieren möchte und Potsdam auch als Meister keine Aufstiegsberechtigung hätte, ordnete Birker diesen Punkt jedoch in die Kategorie wertvoll sein. „Gegen Potsdam werden noch ganz andere Mannschaften straucheln.“

Statistik

Gütersloh
Wojtasik Drewitz, Hackmann, Gebhard, Schiller, Posdorfer (90. Widowski), Barwinsky, Scholz, Gessat (74. Otte), J. Scheuren, Welch (82. Wallenhorst)

Potsdam
Doll, Carl, Willers, Schlanke, Marxkord, Hagemann, Heller, Hübner (71. Lindner), Notthoff (64. Schödel), Klemme, M. Kerschowski (90. Ulbrich)

Tore
1:0 Scheuren (53.)
1:1 Kerschowski (71.)

Gelb
Welch, Otte

Schiedsrichterin
Mirka Derlin (Bad Schwartau)

Zuschauer: 250

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