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2. Bundesliga / Testspiel

Spitzenreiter nicht spitzenmäßig

TeBe Berlin - FF USV Jena 0:3 (0:1)

Von Christian Heidler (Text u. Fotos)

26.02.2008

Spitzenreiter Nord gegen Tabellenführer Süd, diese Konstellation lässt eigentlich eine hochklassige Partie erwarten. Aber auch frühlingshaftes Wetter und ein gut bespielbares Grün im Mommsenstadion konnten die beiden Teams nicht dazu bewegen, ein wirklich sehenswertes Spiel abzuliefern.

Dabei war der Beginn ganz passabel und sah die Gastgebe- rinnen mit dem größeren Vorwärtsdrang. Doch sowohl Nadine Sandmann als auch die quirlige Chantal Hoppe konnten ihre Chancen nicht nutzen. Was Effektivität bedeutet, zeigten anschließend die Thüringerinnen, als Stephanie Milde fein steil geschickt wurde, Berlins Torfrau Kerstin Prusas versetzte und unbedrängt ins leere Tor einschob.
Beide Mannschaften zeigten sich etwa gleichwertig, offenbarten aber auch Schwächen. Jenas Angriffe endeten zu oft mit dem Abseitspfiff, die Borussen-Abwehr erwies sich vor allem bei gegnerischen Eckbällen als anfällig. So kam unter anderem Sylvia Arnold zu einer guten Möglichkeit und wenig später musste sich Prusas strecken, um das Leder - ebenfalls im Anschluss an eine Ecke – noch über die Latte zu lenken.

Die Spielführerinnen Ivonne Hartmann (l.) und Jessica Brückner begrüßen sich. Ob man sich nächste Saison in der Ersten Bundesliga wieder trifft?

Dann hatten die Veilchenladies ihre starken zehn Minuten, in denen Jena ziemlich unter Druck geriet. Doch die Aktionen der Lilaweißen waren nicht zwingend genug, wie auch Trainer Sven Thoß erkannte, der den ersten Durchgang zwecks besserer Übersicht von der Tribüne aus verfolgte. Beinahe hätte die eingewechselte Sabrina Schmutzler noch auf 0:2 erhöhen können, was aber Prusas im Verbund mit ihren Hinterleuten mit Müh und Not verhindern konnten.
Für ein kleines Kuriosum sorgte der ansonsten gut leitende Schieds- richter Björn Lahm, der die Begegnung bereits nach 40 Minuten beenden wollte. Die fehlenden fünf Minuten wurden zwar doch ausgespielt, blieben aber ohne weiteren Höhepunkt.


Ivonne Hartmann, Franziska Liepack

Zweikampf zwischen Ivonne Hartmann (l.) und Franziska Liepack.

In der zweiten Halbzeit verlor die Partie leider weiter an Niveau. Zwar wurde mehr kämpferischer Einsatz gezeigt, der spielerischen Linie war das allerdings weniger zuträglich. Die zahlreichen Auswechslungen beflügelten das Spiel ebenfalls nicht. Die etwas gefälligere Spielanlage zeigte Jena und auch die besseren Torchancen besaßen die Saalestädter. Mit einem Doppelschlag durch Schmutzler und Ivonne Hartmann war die Vorentscheidung gefallen, Steffi Scheitler hätte noch erhöhen können, traf aber das eine Mal nur den Pfosten und köpfte das andere Mal aus aussichtsreicher Position über das Tor. Und da auf der Gegenseite Kerstin Straka an Tessa Rinkes und dem Pfosten scheiterte, blieb es beim 0:3.
Berlins Coach Sven Thoß zeigte sich von der Leistung seiner Elf enttäuscht. Zwar hatte er verletzungsbedingt und wegen des kurzfristigen Ausfalls von Madleen Wilder auch auf Spielerinnen der Verbandsligamannschaft zurück- greifen müssen, warum sein Team aber solch einen müden Auftritt geboten hatte, konnte er nicht nachvollziehen. Ehe die Meisterschaft mit dem Spitzenspiel beim Herforder SV am 9. März fortgesetzt wird, stehen freilich noch einige Übungseinheiten und drei weitere Testspiele an.

Trainer unter sich: Heidi Vater und Sven Thoß analysieren das Spiel.


Auch auf Heidi Vaters Mannschaft warten sicherlich noch einige schweißtreibende Trainingsstun- den, soll das Projekt Bundesligaaufstieg erfolgreich abgeschlossen werden. Im Testspiel gegen Tennis Borussia beklagte sie insbesondere die ungenügende Laufarbeit ihrer Spielerinnen in der ersten Halbzeit. Ansonsten zeigte sie sich ganz zufrieden vor dem Hintergrund, dass ihr Team erst am Freitag ein Testspiel gegen Nordzweitligist Lokomotive Leipzig absolviert hatte. Kommenden Sonntag steht noch ein Vergleich mit der zweiten Mannschaft von Turbine Potsdam auf dem Programm, bevor eine Woche später das Punktspiel bei der Reserve des FCR Duisburg folgt.

Statistik

Berlin
Prusas - Köhler, Liepack, Krengel, Küpper - Manthey, Becher, Özer, Sandmann - Brückner (65. Straka) - Hoppe (57. Neubauer)

Jena
Burmeister (46. Rinkes) - J. Arnold, Groll, Schwarz, Krämer (61. Kopplin) - Scheitler, Feulner (23. Schmutzler), Pompl, S. Arnold (61. Schlarp) - Hartmann, Milde

Tore
0:1 Milde (16.)
0:2 Schmutzler (66.)
0:3 Hartmann (73.)

Gelbe Karten
Neubauer

Schiedsrichter
Björn Lahn (SC Borsigwalde)

Zuschauer: 50

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