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2. Bundesliga Nord, 19. Spieltag

Tekkal macht den Unterschied

Hamburger SV II - 1.FC Union Berlin 2:0 (1:0)

Text und Bilder von Fuxi

10.05.2008   Die Gäste brauchten unbedingt einen Sieg: Union Berlin hatte in der Vorwoche im Nachholspiel eine 0:1-Niederlage beim FFC Oldesloe erlitten und lag zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz, während Oldesloe sie durch den Sieg auf vier Punkte distanzieren konnte. Und ausgerechnet jetzt mussten sie zur Zweitvertretung des HSV, die seit fünf Spielen unbesiegt war und die letzten vier davon alle gewonnen hatte. Platz fünf hatte dieser Zwischenspurt den Hanseatinnen eingebracht, und durch die Schwäche der Ostwestfalen schien sogar Platz vier noch erreichbar.

Die Gäste aus Berlin waren im Vergleich zum Spiel in Oldesloe auf sechs Positionen verändert. Vor Torfrau Cindy Weise agierte eine Viererkette mit Susanne Weißenborn (kam für Katrin Wierth ins Team), Andrina Braumann, Anna-Luise Mewes und Katrin Kockat. Davor die beiden etwas defensiver ausgerichteten Mittelfeldspielerinnen Carolin Dommenz und Julia Frieden, die vor einer Woche noch im Sturm begann und heute Julia Schlotte ersetzte. Auf den Flügeln Bianca Joswiak links und Sarah Hupfer anstelle von Alexandra Thomas rechts. Im Sturm sollten Nicole Hansen und Sahra Hoppe für Gefahr sorgen. Der HSV, der wegen der Erstligamannschaft auf Angelina Lübcke und Torjägerin Kathrin Patzke verzichten musste, begann mit Jennifer Weber im Tor und der gewohnten Viererkette mit Cathérine Knobloch, Vanessa Bastin, Vanessa Hamed und Nadine Odzakovic. Im Mittelfeld rückte Ann-Kathrin Lüth auf rechts neben Carina Wolfgramm und Claudia Schulz ins Team. Den Sturm besetzten Johanna Stutzke als Patzke-Ersatz, Tugba Tekkal und Maria Marrocu.

Fanblock Union Berlin

Nur eine Handvoll Unionfans waren an der Hagenbeckstraße aufgelaufen. Alle anderen Berliner waren 2 Kilometer weiter beim Spiel ihrer Herrenmannschaft - ebenfalls bei der HSV-Zweitvertretung in der HSH Nordbank Arena

Die Partie begann auf eher müdem Niveau. Nach zwölf Minuten hielt Weber einen Schuss von Hoppe aus 14 Metern halbrechts sicher fest. Auf der anderen Seite verpassten Knobloch und Hamed eine Ecke von Wolfgramm, und am zweiten Pfosten jagte Tekkal den Ball drüber (15.). Das war es aber auch schon für's erste in einem Spiel, in dem beide eine halbe Stunde lang ihre Linie suchten. Der HSV probierte es oft erfolglos mit langen Bällen. Union blieb immer wieder an der HSV-Abwehr oder eigener Ungenauigkeit hängen. Bis dahin war es ausgeglichen schwach.

Vanessa Hamed und Nicole Hansen

In der ersten Hälfte hatte der HSV die Oberhand. Vanessa Hamed (Nr. 6) schnappt sich hier den Ball vor der Berlinerin Nicole Hansen

Das Ende des Sommerfußballs kam in der 33. Minute: Stutzke flankte hinter die Abwehr, Weise lief aus dem Tor und verschätzte sich.


Tor durch Tugba Tekkal

Die Entscheidung in diesem Spiel: Tugba Tekkal dreht nach ihrem Kopfballtor zum 2:0 jubelnd ab. Die Torschützin hatte sogar ihre aufgerückte Mitspielerin Hamed übersprungen. Unions Torhüterin Weise hingegen hatte den Ball unterlaufen

Marrocu erlief den Ball, konnte aber nicht direkt verwerten, dafür wurde der Winkel zu spitz. Aber die 19-jährige Stürmerin behielt den Überblick: Mit einer Körpertäuschung verschaffte sie sich gegen Mewes einen kleinen Raumvorteil und flankte mit links. Am zweiten Pfosten flog Tekkal hern, war vor Braumann am Ball und rammte das Leder wuchtig zum 1:0 in die Maschen. Unions Keeperin war zwar noch dran, aber aus sechs Metern chancenlos. Die Türkin bestrafte die Gäste für die gleiche Harmlosigkeit, die ihnen auch eine Woche zuvor zum Verhängnis geworden war, wenngleich Union durchaus willens war, die drei Punkte mitzunehmen. Der HSV war aber insgesamt souverän, agierte hinten jedoch teilweise zu zaghaft. Die Berlinerinnen nutzten das nicht. Ihre beste Möglichkeit hatten sie sechs Minuten nach dem Rückstand: Odzakovic köpfte einen Freistoß von Dommenz weg, Wolfgramms misslungener Klärungsversuch landete bei Mewes, aber deren Direktschuss aus 23 Metern rauschte klar drüber.

Die Hanseatinnen waren zweikampfstärker. Unions Bemühungen waren fruchtlos. Die versprühten zu wenig Gefahr, konnten sich in Strafraumnähe kaum entscheidend durchsetzen. Bei den Rothosen fehlte die Abstimmung im Spiel nach vorn, so dass diese Begegnung nicht sehr ansehnlich war. Dennoch war die Führung verdient.

Spielszene

Andrina Braumann kommt zu spät. Hamburgs Flügelspielerin Ann-Kathrin Lüth hat den Ball schon in die Mitte geflankt, wo sich Mitspielerin Tugba Tekkal von Susanne Weißenborn gelöst hat

Zu Beginn der zweiten Hälfte war dann Hamburgs Torfrau Weber gefordert. Hamed patzte bei einem langen Ball von Weißenborn. Dommenz probierte es volley aus 14 Metern, aber Weber lenkte bravourös zur Ecke ab (50.). Direkt im Anschluss wechselte Berlin aus: Für Frieden und Hoppe kamen Alexandra Thoms und Julia Schlotte. Zunächst war Union engagierter. Erneut ein langer Ball an den HSV-Strafraum, eigentlich harmlos. Doch dank eines Missverständnisses zwischen Weber und Bastin und der Zögerlichkeit der Torhüterin kam Hansen nochmal ran und störte. Der Ball ging aber ins Aus (53.). Und fünf Minuten später verzog Dommenz mit einem Schuss aus 25 Metern nach links.

In dieser Phase des Spiels war der HSV zu passiv, reagierte nur auf die Angriffsversuche der Gäste. Die wechselten erneut. Für Kockat kam Dana Hillmann neu herein. Der Weisheit letzter Schluss war das


aber nicht. Auch der HSV reagierte: Annika Rode ersetzte Maria Marrocu nach 69 Spielminuten. Sechs Minuten später bekamen die Hamburgerinnen nach langer Zeit mal wieder eine Torszene. Schulz schlug einen Freistoß von rechts herein, Torfrau Weise verschätzte sich, und dann sprang Tekkal höher als alle anderen, köpfte zum fünften Saisontor ein (75.). Damit war das Spiel entschieden, denn von Union kam, abgesehen von erfolglosen Angriffen, nichts mehr. Der HSV wechselte noch Pia Dietrichsen für Stutzke und Josefine Holsten für Schulz ein. In der 88. Minute köpfte Hamed nach einem Holsten-Freistoß einen Meter vorbei. Und auf der Gegenseite überraschte Hillmann Weber mit einem Schuss aus 25 Metern halblinks, aber der Ball ging knapp rechts vorbei.

Tor durch Tugba Tekkal

Die Entstehung des zweiten Tors des HSV: Tekkal kommt nach Weises Fehlgriff frei zum Kopfball. Hamed (Nr. 6) und Rode (Nr. 15) bedrängten die Torfrau nicht - ihr standen die eigenen Mitspielerinnen Weißenborn (am Boden) und Mewes (verdeckt) im Weg

Der HSV-Sieg ging durchaus in Ordnung. Sie hatten nicht viele und noch weniger große Gelegenheiten, aber die sich bietenden nutzten sie zweimal aus. Von den Gästen kam insgesamt zu wenig, um hier Punkte zu entführen. Die Gastgeberinnen waren in den entscheidenden Momenten cleverer mit einer durchsetzungsstarken Tugba Tekkal.



Hamburger SV II:
Weber - Knobloch, Bastin, Hamed, Odzakovic - Schulz (84. Holsten), Wolfgramm, Lüth - Stutzke (81. Dietrichsen), Tekkal, Marrocu (69. Rode)

1.FC Union Berlin:
Weise - Weißenborn, Braumann, Mewes, Kockat (65. Hillmann) - Joswiak, Dommenz, Frieden (50. Thoms), Hupfer - Hansen, Hoppe (50. Schlotte)

Tore:
1:0 Tekkal (33.)
2:0 Tekkal (75.)

Gelbe Karten: keine

Schiedsrichterin: Silke Lüken (Osnabrück) mit Imke Somberg (Bad Bentheim) und Nicole Fink (Oldenburg)

Zuschauer: 80


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