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2. Bundesliga Nord, Nachholspiel vom 14. Spieltag

09 hämmert an die Bundesligatür

SG Wattenscheid 09 - Hamburger SV II 3:1 (1:1)

Text und Bilder von Heinz Günter Sporkel

1.5.2007   „Im Endspurt Richtung Bundesliga” titelte der Ladies-Kracher (Stadionzeitung der SG Wattenscheid 09): ein Spiel am „Tag der Arbeit”. Diesen Tag sollten die Mädels aus dem Ruhrgebiet auch haben, denn mit der Zweitvertretung des Hamburger SV kam ein unangenehmer Gegner ins Lohrheidestadion. Das Spiel in Hamburg gewannen die Hanseaten mit 1:0. Mit denen ist nicht gut Kirschen essen, zumindest auf dem Spielfeld.

Die Richtung der Wattenscheider- innen war vor dem Spiel klar. Drei Punkte wollte man holen. Der Puffer zwischen sich und den Klubs aus Gütersloh und Berlin sollte vergrößert werden. Doch es fehlte Daniela Löwenberg. Stark in Form, die Jungnationalspielerin, doch wegen der 5. Gelben Karte außer Gefecht gesetzt. Jennifer Düner und Julia van den Bergh fallen auch noch weiter aus. Bei Hamburg mußte Kathrin Patzke, mit bisher 10 Toren erfolgreichste Torschützin des Zweitligateams, auf der Ersatzbank Platz nehmen. Nach dem Anpfiff machte das Heimteam sofort Druck. Doch der HSV ließ sich nicht in die Ecke zwingen.

Silke van den Berg

Wattenscheids Silke van den Berg, über 90 Minuten mit enormen Einsatz, ist hier einen Schritt schneller als Julia Weigel

In der 8. Spielminute die Führung für Wattenscheid 09. Jennifer Manzer überlief Maya Schubert. Eine genaue Flanke auf Caro Hamann: 1:0 für Wattenscheid 09. Die Tormaschine wurde schon im letzten Heimspiel gegen Herford geweckt und läuft wieder auf Hochtouren. Auf dem linken Flügel strahlte Jennifer Manzer immer wieder Gefahr aus. Die Mittelfeldspielerin hat einen starken Lauf und war von Maya Schubert nie in den Griff zu bekommen.

Carolin Dej  und Janka Rohrberg

Carolin Dej (links) und Janka Rohrberg

Der Tabellenführer nun optisch natürlich stärker, doch der Hamburger SV wirkte immer wieder gefährlich. Der erste Warnschuss von Marissa Ewers, die aber vollkommen frei den Ball an Nadine Richter, aber auch am Tor vorbeischob. In der 36. Spielminute aber dann der Ausgleich. Eine schöne Ballstafette von Miriam Scheib und Maria Marrocu, gut getimte Flanke auf Gina Heinßen und die Stürmerin mit dem Kopf ins linke Toreck zum 1:1. Jetzt schien die SGW09 etwas nervös zu werden. Der HSV wurde mutiger. Drei Minuten später verfehlte Julia Weigel knapp das Tor. Hamburg jetzt im Pech. Gina Heinßen kurz vor dem Pausenpfiff alleine vor Nadine Richter. Doch die Torhüterin rettete das Unentschieden in die Halbzeit. Nach dem Ausgleich wirkte das Team um Jana Walter wie ein angeknockter Boxer. Das Unentschieden zur Pause ging aber


Caro Hamann

Vanessa Hamed (Bildmitte) verpasst den Ball, Caro Hamann hinter ihr hat ihn. In den entscheidenden Momenten war die Wattenscheiderin einfach schneller und entschied letztlich das Spiel

in Ordnung, zumal der Spitzenreiter bis zum Ausgleich sichtlich besser war.

In der zweiten Halbzeit übernahmen die 09-Ladies wieder die Offensive. Die Pause tat sichtlich gut, und man hatte sich vom Gegentor erholt. Schön spielen galt jetzt nicht mehr, es entwickelte sich ein echtes Kampfspiel zwischen beiden Teams. Caro Hamann verpasste die Führung in der 51. Spielminute. Claudia Choinowski ließ eigentlich unüblich einen Ball aus der Hand fallen. Doch die Stürmerin war zu überrascht. Drei Minuten später dann fast die Führung des Hamburger SV. Gina Heinßen scheiterte abermals an Nadine Richter.

Das 2:1 für die Schwarz-Weißen dann nach knapp über einer Stunde Spielzeit. Jennifer Manzer wieder über die linke Seite und Caro Hamann stand wieder goldrichtig. Mit der Führung spielte man nun befreiter auf. Sieben Minuten später dann die Entscheidung. Jennifer Ninaus spielte ihre ganze Schnelligkeit aus und ließ die Abwehr plus Torhüterin stehen. Das 3:1 war dann die Erlösung.

Tor durch Jennifer Ninaus

Das 3:1 durch Jennifer Ninaus, die der herausgeeilten Hamburger Keeperin Claudia Choinowski keine Chance ließ

Jetzt kontrollierte das Schulte-Team vollends das Spiel. Gab Gas und nahm mal die Luft wieder raus. Die letzten Minuten spielte man souverän herunter. Lediglich die eingewechselte Kathrin Patzke versuchte beim HSV noch einmal für Wirbel zu sorgen. Doch Nadine Richter ließ keinen Ball mehr in ihren Kasten. Die SG Wattenscheid 09 gewann verdient gegen die Zweitvertretung aus Hamburg. In der nächsten Saison darf man dann aber mit der „Erstvertretung“ vorlieb nehmen.

Torschützin Jennifer Ninaus

Links Jennifer Ninaus, die Schützin des 3:1, rechts Miriam Scheib, die ihr diesen Ball vor der Nase wegköpft

Die Gegner heißen dann nicht mehr TeBe Berlin, FC Gütersloh oder Lokomotive Leipzig. Dann wartet das gesamte Erstligasortiment auf Tanja Schulte, Jana Walter und Co. Bei den noch ausstehenden Heimaufgaben mit Holstein Kiel (Sonntag 13.Mai um 11 Uhr) und Jahn Calden sowie am letzten Spieltag in Gütersloh klopft man nicht, mehr sondern hämmert man an die Bundesligatür, aber ganz gewaltig und mit aller Heftigkeit.


Ein Zusatzlob an Sandra Jung aus Kleve. Souverän leitete die Schiedsrichterin das Spiel. So wurde in der fairen Partie auch keine Gelbe Karte verteilt - dafür den Daumen hoch. Hier sollte auch die Bundesliga rufen.

Bei der Pressekonferenz gratulierte Claudia van Lanken der SGW09 zum Sieg. „Wir wollten die Überraschung des Hinspiels wiederholen und haben es Wattenscheid 09 lange sehr schwer gemacht. Doch wenn man aus drei oder vier Chancen die Tore macht, hoffe ich, dass Wattenscheid 09 in die erste Bundesliga aufsteigt und dort genauso clever spielt. In der nächsten Saison können Sie sich dann mit unserer Ersten abplagen.”

Tanja Schulte glaubt, schon an diesem Wochenende einen Schritt Richtung erste Liga gemacht zu haben. „Nach den letzten Spielen am Sonntag war uns klar, dass wir nachlegen mussten, sonst wären die Ergebnisse hinfällig. Uns war auch klar, es würde ein hartes Stück Arbeit werden. Nadine Richter hat uns nach dem Führungstreffer noch im Spiel gehalten. Zur Halbzeit mussten wir froh sein, nicht in Rückstand zu liegen. In der zweiten Halbzeit ist es uns zumindest gelungen, einen Arbeitssieg herauszukämpfen. Uns war im Vorfeld klar, dass dies heute kein Selbstläufer wird. Jetzt warten wir auf das Wochenende. Im nächsten Spiel gegen Kiel können wir alles klar machen. Nach dem heutigen Sieg bin ich überzeugt, dass wir uns den Aufstieg in den nächsten beiden Spielen nicht mehr nehmen lassen.

Tanja Schulte und Claudia van Lanken

Die Trainerinnen Claudia van Lanken (links) und Tanja Schulte bei der Pressekonferenz



SG Wattenscheid 09

Richter - Götte (73. Pohl), Walter, Israel, Möller, S. van den Berg, Özer, Dej (70. Dörpinghaus), Manzer, Hamann, Ninaus (84. Hüls)

Hamburger SV II

Choinowski - Hamed, Knobloch, Marrocu (63.Patzke), Rohrberg (69. Freitag), Borkowski, Schubert (55.Wolfgramm), Scheib, Weigel, Heinßen, Ewers

Tore:
1:0 Hamann (19.)
1:1 Heinßen (36.)
2:1 Hamann (62.)
3:1 Ninaus (68.)

Schiedsrichterin: Sandra Jung (Kleve)

Zuschauer: 756


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