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2. Bundesliga Nord, 18. Spieltag

Kleines Fußballfest nach dem Pausentee

SG Wattenscheid 09 - HSV Borussia Friedenstal 8:2 (1:0)

Text und Bilder von Heinz Günter Sporkel

24.4.2007   Das Team um Tanja Schulte verfolgt vehement das Ziel Aufstieg. Auch wenn die Ergebnisse der letzten Wochen nicht zufriedenstellend für Tanja Schulte waren, so hat man den Blick Erste Bundesliga fest im Visier. Die Aufgabe Herforder SV Borussia Friedenstal wurde daher sehr ernst genommen. Besonders in der ersten Halbzeit hatte das Team um Spielführerin Jana Walter ein wenig Mühe, doch wurden die Zuschauer in der zweiten Halbzeit mit schönen Spielzügen und tollen Toren verwöhnt.

Ungewohnt: an einem Samstagabend standen sich die zwei Mannschaften bei Spielbeginn 18.30 Uhr gegenüber. Auf dem Platz, auf dem eine Woche zuvor Deutschland in der EM Qualifikation die Niederlande mit 5:1 besiegte.

Kerstin Nolte und Jana Walter

Platzwahl: links Herfords Kapitänin Kerstin Nolte, rechts Wattenscheids Jana Walter

Oftmals gestaltet es sich schwierig, wenn man als klarer Favorit in ein Spiel geht. Sicherlich stand auch die Defensivabteilung des Herforder SV in der ersten Halbzeit auch gar nicht mal schlecht. Doch von der ersten Minute an machte die SG Wattenscheid 09 Druck. Man war spielüberlegen, doch konnten die Gastgeberinnen zumindest in der ersten Spielhälfte ihre Überlegenheit noch nicht so richtig ausspielen. So wurde der Spielaufbau noch etwas nervös gestaltet und vor dem Tor war man nicht energisch genug.

Kristina Hölscher

Kristina Hölscher beim Freistoß, in der Mauer v.l: Carmen Ismael, Jana Walter und Daniela Löwenberg

Caro Hamann hatte in der dritten Spielminute schon einen Hauch des Führungstreffers auf dem Schlappen. Jennifer Ninaus ebenfalls nach einer Vierstelstunde. Kerstin Nolte hätte dann aber sogar in der 22. Spielminute die Gäste in Führung bringen können. Dies hätte allerdings den Spielverlauf auf den Kopf gestellt!

In der 26. Spielminute dann die Erlösung für die Favoritinnen. Jana Walter, Jennifer Ninaus und Jeanette Götte spielten auf den linken Flügel Katz und Maus. Caro Hamann stand vollkommen blank im Strafraum und konnte das runde Leder gezielt ins Netz knallen. Wattenscheid 09 machte weiter Druck. Borussia Friedenstal machte weiter die Räume zu. Jeanette Götte hatte noch einmal vor der Pause eine Möglichkeit ausgelassen. Mit einem 1:0 ging es zum Pausentee.

Nach der Pause wollte der Herforder SV wahrscheinlich etwas mitspielen. Doch diesmal lief der Akku des Tabellenführers auf Hochtouren. Es folgte eine Halbzeit mit tollen Toren, schönen Spielzügen und unterhaltsamen Fußball. Daniela Löwenberg eröffnete in der 53. Spielminute


Kristina Preß

Herfords Keeperin Kristina Preß fand sich mehr als einmal im Zentrum des Geschehens, hier bei einer Ecke

den Torreigen nach der Pause. Von der U19 Europameisterschaft Qualifikation zurückgekehrt, legte Löwenberg ein tolles Spiel hin. Unglaublich die Leistung des jungen Talents. Auf der rechten Seite war sie von Herford nicht in den Griff zu bekommen.

Daniela Löwenberg und Sarah Mahler

U19 Nationalspielerin Daniela Löwenberg (links), hier mit Sarah Mahler, machte ein Superspiel!

Nicht in den Griff zu bekommen, das galt auch für Caro Hamann. Einige Minuten später erhöhte die Stürmerin auf 3:0. Doch ohne Gegenwehr wollte der HSV nicht bleiben. Julia Tiemeier markierte in der 67. Spielminute den Anschlusstreffer. Doch eine Flanke von Daniela Löwenberg in Manfred Kaltz Manier brachte durch Caro Hamann den alten Abstand wieder auf den Notizzettel.

Es folgte dann ein Doppelschlag von Jennifer Ninaus in der 72. und 75. Spielminute. Das Spiel war natürlich schon lange entschieden. Herford konnte dem Druck nichts mehr entgegenstemmen. Allerdings, in der 77. Spielminute versenkte Kristina Hölscher doch noch einmal das runde Leder im Tor von Nadine Richter. Die Torfrau hatte einen langen Ball von Kerstin Nolte unterschätzt. Stefanie Pohl mit einem Giebeleinschlag Marke Tor des Monats April in der 81. Spielminute und vor Spielende Daniela Löwenberg besorgten den 8:2 Endstand.

647 zufriedene Zuschauer konnten sich über zahlreiche Tore freuen wie schon einige Stunden zuvor. Dort richtete die 09 Abteilung das 3. Mädchen Schulturnier aus. Das Turnier wächst von Jahr zu Jahr, heuer meldeten sich 13 Mannschaften. Für Organisator Jürgen Birkenstock eine tolle runde Sache, die auch garantiert in der nächsten Saison ihre Wiederholung findet. Ob Wattenscheid 09 dann mit seiner Frauen Mannschaft in der ersten Liga spielen wird werden die nächsten Wochen zeigen, die Sterne stehen gut dafür.

Auch Wattenscheid 09 Legende Klaus Steilmann nahm sich neunzig Minuten Zeit für die 09 Damen und freute sich über den Sieg. Jetzt fährt man zum nächsten Spiel nach Leipzig. Dort wartet mit Lokomotive Leipzig wieder eine unangenehme Aufgabe, die man lösen möchte. Danach kommt am 1. Mai um 14 Uhr die Zweit- vertretung des Hamburger SV ins


Lohrheidestadion. Es beginnen nun die Wochen der Wahrheiten.

Wattenscheids Trainerin Tanja Schulte zeigte sich zufrieden nachdem Spiel und sagte: „Wenn man das Endergebnis hört, dann muss man zufrieden sein. Das war heute hoffentlich ein Befreiungsschlag. Auch wenn in der 1. Hälfte der Motor noch ein wenig gestottert hat. Als die Entscheidung mit dem 4:1 fiel, merkte man, wie allen eine Last abfiel und plötzlich lief der Ball wieder. Jetzt gilt es, in Leipzig zu gewinnen und wenn uns das gelingen sollte, dann sind wir einen großen Schritt weiter. Vor allem hat es mich gefreut, dass heute der Sturm endlich mal wieder getroffen hat. Sie hatten in den letzten Wochen Ladehemmungen, heute ist der Knoten aber geplatzt.”

Caro Hamann

Caroline "Caro" Hamann wieder in Torlaune (3 Treffer)

SG Wattenscheid 09

Richter - Löwenberg, Walter (74. Mahler), IsraelMöller, Manzer, S. van den Berg, Dörpinghaus (58. Pohl)Götte (58. Dej), Hamann, Ninaus

Herforder SV Borussia Friedenstal

Preß - Kühme (74. Hansmeier), Schlottmann, Lühr, SchulteNolte, Hölscher, Tiemeier, Mahler Meier, Basler (46. Rolfs)

Tore:
1:0 Hamann (24.)
2:0 Löwenberg (51.)
3:0 Hamann (55.)
3:1Tiemeier (67.)
4:1 Hamann (68.)
5:1 Ninaus (70.)
6:1 Ninaus (74.)
6:2 Hölscher (78.)
7:2 Pohl (80.)
8:2 Löwenberg (86.)

Gelbe Karten: Löwenberg, Pohl

Schiedsrichterin: M. Schönfeld (Mönchengladbach)

Zuschauer: 647


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