Text und Fotos von Christian Heidler 18.9.2006
Sonnenschein, eine geöffnete Gastronomie und freier Eintritt auf der einen Seite, keine Lautsprecherdurchsagen, kein Stadionheft (das Spiel der ersten Mannschaft war wegen des UEFA Cup-Turniers in Holland verschoben worden) und keine Ballkinder auf der anderen Seite - das waren die Rahmenbedingungen für den Heimspielauftakt der 2. Mannschaft von Turbine gegen den TSV Jahn Calden. Gut 100 Zuschauer, darunter auch eine kleine Caldener Schar, bekamen ein kampfbetontes und torreiches Spiel in der Potsdamer Waldstadt zu sehen, das die Heimmannschaft letztendlich verdient, wenngleich wohl etwas zu hoch für sich entscheiden konnte.
Die Anfangsminuten gehörten den Brandenburgerinnen, die in Person von Ulrike Fechner gleich ihre erste Möglichkeit hatten. Doch Caldens Torfrau Julia Zeuner rettete durch rechtzeitiges Herauslaufen, wie sie sich auch bei der anschließenden Ecke auszuzeichnen wußte. In der 5. Minute dann noch zwei Chancen der Turbinen. Erst köpfte Anne Mucha übers Tor, dann verschoß Monique Braun aus aussichtsreicher Position.
 Einwurf Rot. Warm und sonnig präsentierte sich das Wetter beim Spiel in der
Waldstadt.
In der Folge legte Calden die Nervosität ab und ging mit der gleichen Entschlossenheit in die Zweikämpfe wie die Gastgeberinnen. Der TSV nahm nun das Heft in die Hand und wurde spielbestimmend, was sich auch in den Angriffsaktionen wiederspiegelte. Jacqueline Scheuren bei einem Konter und Simone Müller mit einem Fernschuß scheiterten kurz nach einander an Potsdams Nummer 27, Torhüterin Jennifer Werth. Nach einem schönen Querpaß von Jennifer Giehl drosch Scheuren den Ball über das Potsdamer Gehäuse (19. Minute). Und es gab noch mehr Möglichkeiten, wie z.B. den Kopfball von Miriam Böttcher in der 36. Minute, doch Caldens Chancenverwertung blieb mangelhaft.
So kam es, wie es so oft im Fußball kommt: Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft. In der 39. Minute landete der Ball nach einem schönen Seitenwechsel bei der völlig frei stehenden Nadin Sandmann. Während Caldens Hintermannschaft noch Abseits reklamierte, lief Potsdams
|
Nach dem Spiel: Zerknischt sitzen die Verliererinnen auf dem Platz und
gehen mit dem Trainer noch mal die Partie durch.
|
Stürmerin ungehindert in den Strafraum und vollendete mit einem plazierten Flachschuß ins lange Eck. Kurz vor der Halbzeitpause kam es dann noch dicker für die Gäste. Sina Alexi hatte Potsdams Angriff nur auf Kosten eines Fouls unterbinden können. Den fälligen Freistoß von halblinks hämmerte Juniorenauswahlspielerin Carolin Schiewe direkt oben ins lange Eck. Zeuner sah dabei nicht gut aus.
Die zweite Halbzeit verlief dann recht ausgeglichen. Ein Heber der agilen Juliane Höfler blieb genauso ohne Erfolg wie ein Schuß von Jacky Scheuren auf der Gegenseite. Ein schöner Alleingang der stets rackernden Müller führte dann aber endlich zum hochverdienten Anschlußtreffer der Nordhessinnen (54. Minute). Quasi im Gegenzug konnte aber die Reserve des Deutschen Meisters den Zweitorevorsprung wieder herstellen als Höfler eine hohe Hereingabe per Kopf auf die mitlaufende Sandmann verlängerte und diese zum 3:1 einköpfte. Die umsichtig ihre Abwehr führende Tina Rosek war hier allein gegen zwei Angreiferinnen machtlos.
 Es ging ganz schön zur Sache. Hier hat es Monique Braun von Turbine II
erwischt. Schiedsrichterin Annett Grußer macht sich ein Bild von der Schwere
der Verletzung.
Jahn-Trainer Rauschenberg schickte dann seine „Küken“ Anika Klaus und Angelique Scheuren sowie später auch noch Katharina Zech aufs Feld, das Eisen noch aus dem Feuer zu reißen. Zwar hatten Müller, J. Scheuren, Rosek und Zech noch Torchancen für die nie aufsteckenden Gäste, doch den letzten Treffer markierte wiederum die Elf von Coach Thomas Kandler. Unter gütiger Mithilfe von Zeuner, die den Blauen
|
den Ball in die Füße spielte, gelang Anna-Sophie Fechner das 4:1.
 In der Hitze des Gefechts tut eine Erfrischungspause gut. Auch für die
Spielerinnen Simone Thöne, Jacqueline Scheuren, Siena Kanngießer und Simone
Müller von Jahn Calden (v.l.n.r.).
In der zerfahrenen Schlußphase hatte dann auch noch die eingewechselte Wiebke Balcke eine dicke Chance, verzog aber ihren Schuß. Doch auch so konnte die Heimmannschaft zufrieden den Platz nach dem Schlußpfiff verlassen. Turbine II findet sich mit optimaler Punktausbeute derzeit auf Rang 3 wieder. Für die noch punktlosen Gäste beginnt dagegen nun mit dem Heimspiel gegen Neubrandenburg der Abstiegskampf.
Turbine Potsdam II:
Werth, Mucha, Braun (46. Notthoff), Höfler, Schiewe, Marxkord, Lüdtke (75. Guhr), Sandmann, U. Fechner, Heller, A.-S. Fechner (70. Balcke)
TSV Jahn Calden:
Zeuner, Pottebaum, Rosek, Georgi (68. Zech), Giehl, Böttcher (56. A. Scheuren), Alexi, S. Thöne, J. Scheuren, S. Müller, S. Kanngießer (56. Klaus)
Tore:
1:0 Sandmann (39.)
2:0 Schiewe (44.)
2:1 S. Müller (54.)
3:1 Sandmann (56.)
4:1 A.-S. Fechner (64.)
Schiedsrichterin: Annett Grußer (Großlehna)
Gelb: Lüdtke, Alexi, J. Scheuren
Zuschauer: offiziell 150
Zur FanSoccer-Startseite
|