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2. Bundesliga Nord, 2. Spieltag

Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor siegt

1. FFC Turbine Potsdam II – TSV Jahn Calden 4:1 (2:0)

Text und Fotos von Marko Schiller

23.9.2006

Waren die Vorbereitungsspiele der zweiten Mannschaft aus Potsdam noch eher schlecht als recht, so haben die Mädels den Schalter zu Saisonstart direkt umgelegt. Nach dem recht glücklichen Auftaktsieg folgte nun die Heimpremiere in dieser Saison. Zu Gast war die Mannschaft aus Calden, die eine Lehrstunde in Effektivität erhielt.

Von Beginn an sahen die mehr als 100 Zuschauer eine engagierte Leistung der Gastgeberinnen, die mit der ersten Großchance in der 3. Minute Ausdruck fand. Den Schuss konnte Gästetorfrau Julia Zeuner nur knapp zur Ecke abwehren. Eben jene Ecke versprühte dann erneut Gefahr, als die Torfrau auf der Linie blieb und der Ball quer durch den 5-Meter-Raum flog, aber keine Abnehmerin fand. In der 7. Minute war es dann Anne Mucha die das 1:0 auf dem Kopf hatte, aber den Ball knapp über die Latte setzte. Der Ball war ihr mustergültig von Anne Heller per Freistoss aufgelegt worden.

Eckball

Eckballsituation im Strafraum von Calden

Erst in der 12. Minute konnte Calden seine erste Torchance vorweisen, allerdings begünstigt durch einen groben Schnitzer in der Potsdamer Hintermannschaft. Diese Chance konnte die sehr gut haltende Jennifer Werth vereiteln. Ab diesem Zeitpunkt verließ Calden die passive Haltung und nahm den Kampf, zeitweise mit überharten Mitteln, an. So gab es zwischenzeitlich vereinzelte kleine Torchancen, hauptsächlich für Potsdam. Der Anhang war durchaus zufrieden, angesichts des offenen Spiels und des guten Wetters. Außerdem verbreiteten sich schnell die Zwischenstände aus Holland unter den Interessierten.

Dennoch musste man bis zur 40. Minute warten, ehe das mittlerweile verdiente 1:0 durch Nadine Sandmann erzielt wurde. Diese nahm eine lange Hereingabe von rechts im linken Strafraumeck an und verwandelte unhaltbar in die untere rechte Ecke. Mit dem Schwung der Führung versuchte das Team auch gleich den zweiten Treffer folgen zu lassen. Dies gelang dann Carolin Schiewe in der 45. Spielminute. Sie hämmerte einen Freistoss direkt ins rechte obere Eck. Einige dachten dabei sicher an das Tor vom Bielefelder Kamper gegen den Bayernkeeper Kahn am Vortag in der Männerbundesliga.

So ging es dann auch in die Halbzeitpause. Insgesamt präsentierte sich Potsdam sehr


Anne Heller

Die zweite Mannschaft von Turbine Potsdam, hier mit Anne Heller am Ball, ließ das Team aus Calden am Ende ohne Punkte nach Hause fahren

variabel und innerhalb wechselte man auch gelegentlich die Positionen. Am Auffälligsten war für Stammbesucher sicher die Abwehrbesetzung der Gastgeberinnen. Mit Pia Marxkordt, Carolin Schiewe und Ulrike Fechner spielten dort drei Spielerinnen, die in der vergangenen Saison noch in der Offensive eingesetzt waren. Dafür rückte Anne Mucha mehr ins Mittelfeld an die Seite von Christin Lüdtke.

Die zweite Halbzeit begann im Vergleich zur ersten eher gemächlich. Den ersten Paukenschlag setzten die Gäste aus Calden mit dem Anschlusstreffer in der 55. Minute. Diesem war allerdings ein Foul der Torschützin vorausgegangen, was nicht geahndet wurde. Insgesamt hatte das Gespann die Partie gut im Griff, aber diverse Abseits- und fehlenden Foulentscheidungen trübten den Eindruck.

Angriff Potsdam

Dieser Angriff von Potsdam brachte nichts ein, der Ball landete sicher in den Armen von Caldens Keeperin Julia Zeuner.

Dass die Potsdamer Mannschaft gefestigt ist, zeigte sie nur 2 Minuten nach dem Anschlusstreffer. Da gelang Nadin Sandmann nach schönem Zuspiel von Juliane Höfler ihr zweiter Treffer des Tages aus Nahdistanz und sie stellte den alten Abstand wieder her. Calden war jetzt sichtlich nicht in der Lage dem etwas entgegenzusetzen und so entschied Anne-Sophie Fechner in der 64. Minute das Spiel entgültig für die Gastgeberinnen. Der Endstand von 4:1 war damit erreicht.

Negativ anzumerken ist zum Einem das Auftreten des Gästetrainers, der durch lautstarke Proteste gegen diverse Schiedsrichterentscheidungen den Unmut der Zuschauer und des Heimtrainers auf sich zog. So kam er seiner Vorbildfunktion sicher nicht nach. Zum Anderen verwunderte, warum der letztjährige Stadionsprecher wieder abgeschafft wurde und somit


weder Aufstellungen noch Ergebnis verkündet wurde.

Positiv anzumerken ist sicher der freie Entritt den Potsdam für dieses erste Spiel gewährte und so eine ordentliche Kulisse angelockt hatte.

Die Besucher des Spiels verließen mit einem guten Gefühl das Stadion, da die gezeigte Leistung überzeugt hatte und man zudem frohe Kunde aus Holland über den Gruppensieg vernommen hatte.

Nadine Sandmann

Im blauen Trikot die Doppeltorschützin Nadine Sandmann

Turbine Potsdam II:

Werth, Mucha, Braun (46. Notthoff), Höfler, Schiewe, Marxkord, Lüdtke (75. Guhr), Sandmann, U. Fechner, Heller, A.-S. Fechner (70. Balcke)

TSV Jahn Calden:

Zeuner, Pottebaum, Rosek, Georgi (68. Zech), Giehl, Böttcher (56. A. Scheuren), Alexi, S. Thöne, J. Scheuren, S. Müller, S. Kanngießer (56. Klaus)

Tore:
1:0 Sandmann (39.)
2:0 Schiewe (44.)
2:1 S. Müller (54.)
3:1 Sandmann (56.)
4:1 A.-S. Fechner (64.)

Schiedsrichterin: Annett Grußer (Großlehna)

Gelb: Lüdtke, Alexi, J. Scheuren

Zuschauer: offiziell 150


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