Text von Christian Heidler 29.10.2006
Am Wochenende zuvor mußten beide Teams im Pokal die Segel streichen. Doch während Leipzig gegen Erstligist Essen mit 0:5 noch ein akzeptables Ergebnis erzielte bekamen die Caldenerinnen beim Ligakonkurrenten Gütersloh eine 0:9-Klatsche mit. Auch angesichts der bislang in der Meisterschaft absolvierten Spiele ging Lok als Favorit ins erste Punktspielduell zwischen den beiden Vereinen.
Leipzig will auch gleich von Anfang an die Verhältnisse im Bruno-Plache-Stadion klarstellen und kommt in der 6. Spielminute gleich zu einer Doppelchance seines Sturmduos. Sarah Zeising scheitert mit ihrem Schuß zunächst an Torfrau Annika Tönniges, der Nachschuß von Christina Nauesse wird dann von Sina Alexi abgewehrt.
 Wirbelt durch die gegnerischen Abwehrreihen: Leipzigs Stürmerin Christina Nauesse
Archivfoto: Bernd Seume
Caldens erster Angriff wird noch vom Abseitspfiff gestoppt, in der 13 Minute bringt Simone Müller nach Zuspiel von Julia Salokat die Gäste dann aber schon in Führung.
In der Folgezeit ergeben sich noch einige Möglichkeiten auf beiden Seiten. So geht ein Schuß im Anschluß an eine Leipziger Ecke und begünstigt durch ein Durcheinander im Caldener Strafraum knapp rechts neben das Tor (19.) und Susann Erber trifft nur das Außennetz (20.). Auf der anderen Seite scheitert die gut von Tina Rosek angespielte Jacqueline Scheuren aus Nahdistanz an Griseldis Meißner (25.).
Bei einem im Caldener Strafraum verhängten indirekten Freistoß zeichnet sich Tönniges aus (31.), dann setzt sich Nauesse auf links prima durch, schiebt aber, schon nahe an der Grundlinie angekommen, das Leder am langen Pfosten vorbei (34.). Die nach langer Verletzungspause erstmals wieder eingesetzte Salokat schießt noch einen Freistoß über das Tor (34.) ehe Meißner noch einmal vor Scheuren klären muß (37.).
Insgesamt gesehen zeigen die Gäste das bessere Spiel und gehen verdient mit der Führung in die Halbzeitpause.
149 Zuschauer bei windigem Herbstwetter werden nach Wiederanpfiff Zeugen wie Meißner erneut vor der Caldener Spielführerin Jacky Scheuren die Situation bereinigen muß. Es folgt in der 55. Spielminute ein von halblinks durch Nauesse hereingegebener Freistoß und ein Gewühl vor dem Gehäuse der Gäste, aus dem heraus Anja Pioch der Ausgleich gelingt.
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Auf Regen folgt (kurzer) Sonnenschein. Die Lok-Frauen beim Warmmachen.
Foto: Christian Heidler
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Drei Minuten später hat Lok das Spiel gedreht als Leipzig über links einen Gegenstoß fährt, Erber zentral bedient wird, die wiederum auf die mitgelaufene, sträflich unbewachte Nauesse weiterleitet, welche dann der Jahn-Keeperin keine Chance läßt.
Die Messestädterinnen beherrschen nun das Spiel und drücken die Gäste in ihre Hälfte zurück. Bei Calden gelingt kaum noch etwas und Lok setzt nach. Pioch bleibt in dieser Phase mit einem Freistoß ohne Erfolg (60.), einem dritten Leipziger Treffer wird wegen Abseits die Anerkennung versagt (61.).
Lautstark angetrieben durch ihren Oldie Birgitt Austermühl kämpfen sich die Nordhessinnen in die Partie zurück. Die eingewechselte Kathi Zech scheitert zwar an Meißner, setzt aber ein Zeichen für ihr Team (70.). Im Gegenzug ist die unermüdliche Mannschaftskapitänin Pioch gegen Tönniges nur zweite Siegerin (71.). Gut zehn Minuten später der nächste Höhepunkt des Spiels als Salokat im Sechzehner der Sächsinnen zu Fall gebracht wird. Die Schiedsrichterin entscheidet auf Strafstoß und die Gefoulte legt sich den Ball auf den Punkt um dann den Elfer sicher zu verwandeln.
 Wie ein Fels in der Brandung: Caldens Co-Trainerin (Birgit Austermühl) schnürt noch einmal ihre Fußballschuhe und festigt die Caldener Abwehr
Archivfoto: Nora Kruse
Trauriger Höhepunkt einer hart geführten und in der Schlußphase hektischer werdenden Begegnung ist eine Grätsche von Salokat von hinten in die Beine einer Leipzigerin. Da die Caldenerin auch schon wegen Meckerns Gelb gesehen hatte, ist der Platzverweis nur folgerichtig (85.). Doch auch gegen dezimierte Gäste gelingt den Platzfrauen kein gefährlicher Angriff mehr, geschweige denn der Siegtreffer.
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Aus der Leipziger Mannschaft sind die Leistungen von Pioch, Meißner und Nauesse hervorzuheben. Die quirlige Nauesse sollte freilich noch etwas robuster werden, zu oft geht sie bei fair geführten Zweikämpfen zu Boden.
Beim TSV verdient sich Alt-Internationale Austermühl ein Sonderlob. Obgleich nicht austrainiert, hat sie nahezu jeden Zweikampf gewonnen und souverän der eigenen Abwehr Halt gegeben. Anerkennung auch für Torhüterin Tönniges, die die Feuertaufe in der 2. Bundesliga bestanden hat.
 Der Eingang zum Bruno-Plache-Stadion im Regen
Lok-Trainer Frank Tresp und Caldens Coach Manfred Rauschenberg sind sich in ihrem Spielfazit ziemlich einig darin, daß das Unentschieden letztlich als gerecht anzusehen ist. Somit können beide Klubs einen Punkt für den Klassenerhalt verbuchen. Die Gelb-Blauen bleiben sogar als einzige Bundesligamannschaft neben dem 1. FFC Frankfurt ungeschlagen – nicht schlecht für einen Aufsteiger!
1. FC Lokomotive Leipzig:
Meißner – Beltz – Uhlig, Börner, Ambrosius – Zeising (58. Radtke), Pioch, Bock, Heuser (75. Aulrich) – Erber (72. Vogg), Nauesse
TSV Jahn Calden:
Tönniges - Pottebaum, Rosek, Austermühl, Giehl - Alexi, S. Thöne (55. Georgi), Böttcher (64. Zech), Salokat - J. Scheuren, S. Müller (64. A. Scheuren)
Tore:
0:1 S. Müller (13.)
1:1 Pioch (55.)
2:1 Nauesse (58.)
2:2 Salokat (82.)
Schiedsrichterin: Angela Hahn (Berlin)
Gelb: Zeising, Nauesse, Beltz
Gelb-Rot: Salokat
Zuschauer: offiziell 149
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