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2. Bundesliga Nord, 10.Spieltag

Erster unter den Zweiten

Hamburger Sport-Verein II - 1. FC Turbine Potsdam II 1:2 (1:1)

Von Christian Heidler

08.12.2006

Turbine Potsdam gewinnt das Duell der beiden bisher punktgleichen Bundesligareserven und festigt damit seine Tabellenposition hinter den Aufstiegsanwärtern Gütersloh und Wattenscheid. Der HSV zeigt sich als nahezu gleichwertiger Kontrahent und wird in dieser Form wohl keine Probleme haben, die 2. Bundesliga zu halten.

Turbine Potsdam gewinnt das Duell der beiden bisher punktgleichen Bundesligareserven und festigt damit seine Tabellenposition hinter den Aufstiegsanwärtern Gütersloh und Wattenscheid. Der HSV zeigt sich als nahezu gleichwertiger Kontrahent und wird in dieser Form wohl keine Probleme haben, die 2. Bundesliga zu halten.

Juliane Höfler

Juliane Höfler führte als Kapitän die Potsdamer Reserve zum Sieg.

Archivfoto: Marko Schiller

Und schon die ersten Minuten hatten es in sich! Gleich einen der ersten Angriffe schlossen die Brandenburgerinnen mit dem Führungstreffer ab. Monique Braun beendete einen Spielzug über die linke Seite mit dem 0:1 (3. Minute). Doch die Hanseatinnen glichen fast postwendend aus. Hier konnte sich die agile Nadine Odzakovic als Torschützin feiern lassen (4.). Die offensive Ausrichtung beider Teams blieb weiter sichtbar und sorgte für eine lebhafte Partie, in der die Gäste sich aber allmählich ein Übergewicht erarbeiteten.

Kathrin Patzke

Die bundesligaerfahrene Kathrin Patzke hatte mehrfach den Ausgleich auf dem Schlappen, scheiterte aber an der starken Potsdamer Schlussfrau Desirée Schumann

Archivfoto: Fuxi

Vor allem Anne Heller sorgte häufiger für Gefahr vor dem von Tessa Rinkes gehüteten Tor. In der 17. Minute verhinderte nur eine Fußabwehr der HSV-Keeperin einen Torschußerfolg der freistehenden Heller, vier Minuten später scheiterte Heller erneut an Rinkes und kurz vor der Halbzeit ging ein Schuß der Nr. 24 über das Hamburger Gehäuse. Dazwischen konnten Braun nach einer Fahrlässigkeit von Rinkes und Anna-Sophie Fechner ihre Torchancen nicht nutzen.


Tessa Rinkes

Hamburgs Tessa Rinkes hatte viel zu halten, war aber zweimal machtlos. In der Schlußphase mußte sie zudem noch verletzt ausgewechselt werden.

Archivfoto: Beate Wolter

Bis zum Seitenwechsel hatte die HSV-Reserve längst wieder ins Spiel zurück gefunden und war bis auf die erarbeiteten Tormöglichkeiten Potsdam annähernd gleichwertig. Auch in der 2. Spielhälfte ergab sich ein temporeiches und recht ausgeglichenes Spiel mit der ersten großen Chance auf Seiten der Hanseatinnen. Odzakovic überwand mit einem Heber Potsdams Torhüterin Desirée Schumann, doch der Ball landete neben dem Tor (47.). Ähnliches passierte aber auch auf der Gegenseite – nur flach – als die rechte Verteidigerin Monique Kerschowski einen Konter aus der eigenen Hälfte startete, den Ball an Rinkes vorbei legte, dann aber den Abschluß verpaßte.

Monique Kerschowski, Katrin Zimmermann

Monique Kerschowski (l./gegen Katrin Zimmermann) verpasste den 3:1-Führungstreffer. Ein Foul an ihr führte zum Platzverweis für Vanessa Bastin.

Archivfoto: Jan Kuppert

Besser machten es die Turbinen beim nächsten Angriff. Einen Steilpaß von Fechner verwerte Franziska Hagemann zum 1:2. Als Potsdam dann einen schmeichelhaften Elfmeter zugesprochen bekam - Vanessa Bastin hatte wohl Fechner im Strafraum etwas geschoben und sah dafür Gelb -, lag die Vorentscheidung in der Luft. Heller wollte das „Geschenk“ aber nicht so recht annehmen, jedenfalls scheiterte sie mit ihrem Strafstoß an der Hamburger Schlußfrau.

Rinkes stand auch in der 70. Minute im Mittelpunkt als sie gegen die abseitsverdächtige Fechner retten mußte. Auf der Gegenseite wurde das Können von Schumann geprüft: Als Kathrin Patzke in der 75. Minute im Strafraum auf Cathérine Knobloch ablegte, verhinderte nur ein beherztes Eingreifen von Potsdams Keeperin den Ausgleich. Knobloch blieb nach dem Zusammenprall zunächst verletzt liegen, konnte nach ihrer Behandlung aber wieder ins Spielgeschehen eingreifen. Weniger glimpflich ging dann ein Rettungsversuch von Rinkes aus, die zwar einen erneuten Potsdamer Treffer verhindern konnte, sich aber so schwerwiegend verletzte, daß eine Auswechslung unumgänglich wurde.

Der HSV versuchte nun in einer Schlußoffensive wenigstens einen


Punkt zu retten, doch Schumann hielt alles, was auf ihr Tor kam. Gleichzeitig blieb Turbine II weiterhin gefährlich und hatte durch die eingewechselte Nadin Sandmann eine Riesenchance. Ersatztorfrau Jennifer Weber parierte jedoch sowohl Sandmanns ersten Schuß als auch deren Nachschuß.

Tor Jubel HSV

Hier noch lachend nach dem Hamburger Pokalfinale gegen den Niendorfer TSV, musste Vanessa Bastin im Spiel gegen Turbine einen Platzverweis hinnehmen.

Archivfoto: Fuxi

Ein großer Aufreger dann noch kurz vor dem Abpfiff. Kerschowski war wieder dabei auf der rechten Flanke durchzubrechen als Bastin der Junioren-Nationalspielerin zuerst sauber in die Parade fuhr. Dadurch legte sie der Gegnerin den Ball aber nur vor, woraufhin die Hanseatin Kerschowski noch unsanft von den Beinen holte und von Schiedsrichterin Angela Hahn vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Dem anschließenden Freistoß folgte noch eine gute Kopfballchance für die Havelstädterinnen, dann war Schluß.

Die Elf von Trainer Thomas Kandler war letztlich die torgefährlichere Mannschaft, so daß der Sieg der Turbinen insgesamt in Ordnung geht.

Hamburger SV II:

Rinkes (81. Weber) - Bastin, Steckel, Borkowski, Rohrberg, Knobloch, Odzakovic, Freitag, Weigel, Arp (57.Wolfgramm), Patzke
Trainerin: Claudia von Lanken

Turbine Potsdam II:

Schumann - Braun, Höfler, Schiewe, Lüdtke, Marxkord, Hagemann (80. Mucha), A-S. Fechner Balcke, Heller (62.Sandmann), M. Kerschowski
Trainer: Thomas Kandler

Tore:
0:1 Braun (3.)
1:1 Odzakovic (4.)
1:2 Hagemann (60.)

Gelb-rote Karte: Bastin (90. wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichterin: Angela Hahn (Berlin)

Zuschauer: offiziell 50

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