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2. Bundesliga Nord, 7.Spieltag

Eine klare Angelegenheit

Hamburger Sport-Verein II – TSV Jahn Calden 5:0 (3:0)

Text und Bilder von Christian Heidler

10.11.2006   Nach dem Auswärtssieg gegen Aufstiegsaspirant TeBe Berlin hatte der HSV die schlecht in die Saison gestartete Mannschaft aus Calden zu Gast. Bei richtigem Schmuddelwetter erspielte sich der Aufsteiger einen zu keiner Zeit gefährdeten Sieg und festigte damit seinen Platz im Tabellenmittelfeld.

Jahn-Trainer Manfred Rauschenberg war mit der Aussicht auf einen Punktgewinn in die Hansestadt gereist. Das schwer erarbeitete Remis die Woche zuvor in Leipzig hatte seinen Frauen Auftrieb gegeben und zudem hatte er ein gutes Gefühl. In den allerersten Minuten mochte ihn das engagierte Auftreten seines Teams bestätigen, dann riß der HSV das Spiel an sich. Es waren gerade einmal 10 Minuten gespielt, da sah sich Hamburg mit 2:0 in Front. Zunächst konnte Caldens Torfrau Anika Tönniges einen Schuß abwehren, aber nicht festhalten, so daß Nadine Odzakovic mühelos abstauben konnte. Dann legte Kathrin Patzke mit dem 2:0 nach.

Jahn Calden

Hamburger SV II

Vor dem Spiel: Die Mannschaften stimmen sich auf das Match ein. Der TSV Jahn Calden in roten Trikots, die HSV-Reserve in weißen Jerseys.

Die Nordhessinnen waren nun außer Tritt und konnten froh sein, daß der HSV nicht gleich noch den dritten Treffer folgen ließ. Doch Johanna Borkowski setzte den bei einem Konter auf sie hereingegebenen Ball neben das Tor.

Mitte des ersten Durchgangs kamen die Gäste dann etwas besser ins Spiel. Zwei Ecken und der erste Torschuß durch die offensiv aufgestellte Justine Rosek zeugten davon. Doch dieses Strohfeuer wußte die 2. Mannschaft des HSV schnell zu löschen. Ein im Caldener Strafraum verhängter Freistoß wurde mit einem Torerfolg abgeschlossen, dem jedoch die Anerkennung durch Schiedsrichterin Kim-Jana Trenkner versagt blieb – vermutlich weil der Freistoß indirekt hätte ausgeführt werden müssen. Nach zwei Ecken und einer Möglichkeit von Patzke wurde den Hansestädterinnen in der 36. Spielminute halb links vorm Gästetor erneut ein Freistoß zugesprochen. Katharina Freitag schnappte sich die Kugel und schoß unmittelbar aufs Tor. Tönniges kam zwar noch an den hoch getretenen Ball, konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern.

Auch das 3:0 für einen gut kombinierenden HSV vermochte die hanseatische Zurückhaltung beim Publikum nicht vertreiben. Vielleicht weil die gegnerische Mannschaft einfach zu harmlos war? Wenn die Angriffsbemühungen Caldens nicht im Abseits endeten, dann bereinigte die nicht gerade überstrapazierte HSV-Abwehr das Geschehen.

Die 2. Halbzeit begann der TSV ohne die ohnehin schon angeschlagen ins Spiel gegangene Birgitt Austermühl. Für die frühere


Gelbe Karte Sina Alexi

Hart aber fair ging es zumeist zwischen beiden Teams zu. Hier allerdings sieht Sina Alexi nach Foulspiel gleich die einzige gelbe Karte des Spiels.

Auswahlspielerin kam Caldens Nachwuchshoffnung Anika Klaus auf den Platz, rückte ins Mittelfeld und Rosek wurde ins Abwehrzentrum zurückbeordert.

In der Folgezeit ergab sich ein lebhaftes, wenngleich nicht hochklassiges Spiel, in dem die Roten z.B. in Person von Klaus (51., 54.) und Jacqueline Scheuren (53.) zu Torgelegenheiten kamen, der HSV jedoch spielbestimmend blieb sowie mehr und gefährlichere Chancen hatte. So scheiterte Marisa Ewers mit einem Heber an Tönniges (53.) bzw. schoß übers Tor (72.), klärten erst Tönniges (47.) und später Meike Pottebaum für die bereits ausgespielte Torhüterin (56.) gegen Patzke. Auch Janka Rohrberg (69.) und Denise Lehmann (73.) boten sich Einschußmöglichkeiten. In der 75. Spielminute vermochte Rohrberg dann doch den vierten. HSV-Treffer zu erzielen. Das in seiner Entstehung sehenswerteste Tor fiel dann kaum drei Minuten später. Eine Hamburger Spielerin, es handelte sich wohl um Kathrin Patzke, dribbelte sich mit einem Supersolo durch die Caldener Reihen, überließ dann aber der völlig frei stehenden Odzakovic die Vollstreckung zum 5:0.

Das Team von Übungsleiterin Claudia von Lanken spielte munter weiter und kam zu weiteren Chancen, z.B. erneut durch Odzakovic (79.), Patzke (80.) und Freitag, die aus Nahdistanz an Tönniges scheiterte (85.). Der Drittletzte bemühte sich noch um Ergebnisverbesserung, doch sowohl Scheuren, deren Schuß von Tessa Rinkes pariert wurde (86.), als auch Klaus nach schöner Vorarbeit von Simone Müller (88.) blieb der Ehrentreffer versagt.

Tor HSV II

Ecke Calden

Im Vergleich: Während aus dem Hamburger Freistoß ein Treffer resultiert (oben), bleibt die Caldener Ecke eine leichte Beute von Torfrau Tessa Rinkes (unten).

Der Sieg der Elbstädterinnen war vollends verdient und hätte auch noch höher ausfallen können, vielleicht müssen. Unterstützt von drei Aktiven aus dem Kader der Bundesligamannschaft (Rinkes, Freitag und Rohrberg), war die Zweitvertretung des HSV dem Gegner in allen Belangen überlegen. Größtes Manko beim TSV Jahn Calden war das mangelhafte Mannschaftsspiel. Die


mangelhafte Abstimmung kann nur durch intensives Training abgestellt werden. Zudem vermißt das Team schmerzlich eine Spielgestalterin. Julia Salokat fehlte aufgrund ihrer Gelb-Rot-Sperre, Karina Thöne befindet sich nach ihrer Schwangerschaft noch im Aufbautraining. Und schließlich fehlt es aufgrund des kleinen Kaders offenbar am leistungsfördernden Konkurrenzkampf. Die jungen Hüpfer Angelique Scheuren, Katharina Zech, Anika Klaus oder die heute ihr Zweiligadebüt „feiernde“ Margarita Brilling müssen erst langsam an die Liga herangeführt werden.

Tor Jubel HSV

Frust Jahn Calden

Nach dem Spiel: Freude bei den siegreichen Hamburgerinnen, Ratlosigkeit bei den Verliererinnen (vlnr.: Leonie Klement, Caroline Georgi, Justine Rosek, Debütantin Margarita Brilling und Jennifer Giehl).

Während Calden in seinem dritten Zweitligajahr tief im Abstiegskampf steckt und am nächsten Sonntag beim unmittelbaren Konkurrenten Holstein Kiel anzutreten hat, kann die HSV-Reserve die kommenden Aufgaben etwas gelassener und selbstbewußter angehen.

Hamburger SV II:

Rinkes - Freitag, Steckel, Patzke, Ewers, Borkowski, Lehmann (80. Knop), Bastin, Knobloch (65. Arp), Odzakovic (80. Wolfgram)
Trainerin: Claudia von Lanken

TSV Jahn Calden:

Tönniges - Austermühl (46. Klaus), Georgi, Giehl, Pottebaum – Klement, Alexi (65. Brilling), Rosek, Böttcher (65. Zech), - J. Scheuren, S. Müller
Trainer: Manfred Rauschenberg

Tore:
1:0 Odzakovic (9.)
2:0 Patzke (10.)
3:0 Freitag (36.)
4:0 Rohrberg (75.)
5:0 Odzakovic (78.)

Gelbe Karte: Alexi

Schiedsrichterin: Kim-Jana Trenkner (Winsen)
Assistentinnen: Susanne Frenzel, Annika Hobst

Zuschauer: offiziell 100


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