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2. Bundesliga Nord, 17. Spieltag

Auswärtssieg!

MTV Wolfenbüttel – TSV Jahn Calden 0:3 (0:3)

Von Christian Heidler

25.04.2006   Vor dem Spiel zeigte sich Wolfenbüttels Trainer Nikolas Hoschka zuversichtlich. Endlich wieder mit genug Spielerinnen zur Auswahl gab er im Vorwort des Stadionheftes den ersten „Dreier“ als Zielvorgabe. Zumindest sollte die seit Oktober 2005 herrschende Torflaute endlich ihr Ende finden. Und es begann auch gleich vielversprechend.

Es lief noch die erste Spielminute, die Gastgeberinnen waren in den gegnerischen Strafraum vorgedrungen, Calden bekam den Ball nicht weg und aus dem Gewühl heraus flog plötzlich der Ball hoch auf das von Julia Zeuner gehütete Tor. Das Leder schien sich über die Keeperin zu senken, landete dann aber doch nur an der Querlatte. Puh!

Das war dann auch schon die beste Szene für die Niedersächsinnen. Und getreu dem Motto „wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu“ folgte wenig später gleich das Tor für die Gäste. Caldens Spielführerin und Sturmspitze Jacqueline Scheuren wurde im Sechzehner prima angespielt und schoß aufs Tor. Der Schuß landete am Pfosten, sprang von dort an den Rücken der am Boden liegenden Torfrau Melanie Refke und von da ins Wolfenbütteler Gehäuse. Jubel beim mit Tröten versehenen Caldener Anhang.

Der MTV zeigte sich von dem Rückstand keineswegs geschockt und hätte beinahe postwendend den Ausgleich erzielt. Maike Jeschors Schuß konnte jedoch von Zeuner pariert werden. Die Hoschka-Truppe spielte auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit ganz gut mit, doch erwies sich Calden als das Team mit dem stärkeren Vorwärtsdrang. In der 22. Minute erhielt Jacky Scheuren erneut ein gutes Anspiel im Strafraum, brachte den Ball aber nicht richtig unter Kontrolle, so daß es Refke aus Nahdistanz möglich war die Situation noch zu klären. Nachdem die Torhüterin bei einigen Fernschüssen (Thöne, zweimal Böttcher) noch sicher halten konnte, mußte sie sich in der 32. Minute erneut geschlagen geben. Nach feiner Vorlage ihrer Schwester Dominique netzt Jacqueline Scheuren erneut ein.

Und wieder bot sich beinahe im Gegenzug eine gute Torchance für


den Tabellenletzten. Diesmal drang Kati Ptakowski halblinks in den Caldener Strafraum, kam aber nicht zum Abschluß sondern zu Fall. Die gut leitende Unparteiische sah in dem Tackling der TSV-Verteidigerin jedoch keine Regelwidrigkeit und entschied auf Ecke. Im Anschluß an den Eckstoß geriet die Gästeabwehr mächtig in Bedrängnis, überstand aber auch diese heikle Situation unbeschadet.

In der 36. Spielminute fiel dann die Vorentscheidung im Stadion an der Meesche als Simone Müller eine schöne Ballstafette mit dem Treffer zum 3:0 abschloß. Bis zur Pause gelangte der TSV noch mehrmals über links vor das Tor, wobei sich vor allem die lauffreudige Miriam Böttcher hervor tat. Sie muß mal etwas Kraftfutter zu sich nehmen, denn Schußkraft zählt nicht zu den Stärken des schmächtigen Mädels! Von Wolfenbüttel war fortan übrigens nicht mehr viel zu sehen.

War der Pausenstand vielleicht noch um einen Treffer zu hoch ausgefallen, rechtfertigten die Roten den Dreitoreabstand dann im nachhinein. Denn im zweiten Durchgang wurde das Spielgeschehen ganz klar von den Nordhessinnen bestimmt. Phasenweise kam der MTV nicht mehr aus der eigenen Hälfte heraus und auch das Eckenverhältnis spricht eine deutliche Sprache gegen die Mannschaft aus der Lessingstadt. Dagegen lief der Ball bei Jahn immer besser und vor allem Abwehrchefin Justine Rosek und Sina Alexi kamen gut ins Spiel. Dennoch verflachte die Partie weil es den Gästen an Durchschlagskraft mangelte. Die angeschlagen ins Spiel gegangene Jacqueline Scheuren wurde mit dem Seitenwechsel aus der Partie genommen, konnte aber von ihren Mannschaftskolleginnen im Sturm nicht annähernd ersetzt werden.

Gegen Ende erstarkte der Männerturnverein von 1848 wieder etwas und kam auch noch mal zu einer Ecke. Tina Klose feuerte ihre Mitspielerinnen noch mal an: „Macht Druck, dann macht der Gegner Fehler!“ rief sie sinngemäß. Doch viel hatte die Heimmannschaft nicht mehr zuzulegen. Da war Calden seinem vierten Treffer schon näher: Müller war auf rechtsaußen nicht zu bremsen und auf den Weg in den Strafraum. Ulrike Beyer hielt sie fest und als Müller sich schon losgerissen hatte ertönte der Pfiff der Schiedsrichterin. Gelb für Beyer, Freistoß für Calden aber der Vorteil war dahin. Immerhin noch


ein schöner Volleyschuß von Leonie Klement nach einer zu kurzen Abwehr des MTV, der jedoch leider über das Tor strich.

Am Ende der zumindest in der ersten Hälfte ansprechenden Begegnung blieb es beim letztlich angemessenen 0:3. Der engagiert auftretende MTV spielte abermals zu Null und erwies sich erneut in seinen Angriffsbemühungen als zu harmlos. Letzte Saison hatte sich Wolfenbüttel noch vom Tabellenende zum Klassenerhalt gekämpft. Diesjahr deutet nichts darauf hin, als könne sich die Elf aus der alten Welfenresidenz noch einmal am eigenen Schopfe aus dem Morast ziehen. Da macht sich wohl auch der Abgang der letztjährigen Topstürmerin Riem Hussein zur Schiedsrichtergilde schmerzlich bemerkbar.

Manfred Rauschenberg hingegen war erleichtert. Nach den mäßigen Spielen in Potsdam und gegen Gersten war Wolfenbüttel ein willkommener Aufbaugegner. Von der Leistung wie vom Ergebnis her vermochte sich der TSV Jahn Calden endlich zu steigern. Mit dem ersten Auswärtssieg der Saison hat sich das Team zunächst wirksam vom Relegationsplatz distanziert. Jetzt kann Wolfsburg kommen!

Aufstellungen

MTV Wolfenbüttel:
Refke, Beyer, Sawallisch, Kieth, Klose, Justus, Jeschor (73. Rabanus), Defli (46. Schaal), Ptakowski, Schaper, Spaude

TSV Jahn Calden:
Zeuner, Pottebaum, Rosek, Georgi, D. Scheuren (67. A. Scheuren), Alexi (67. Giehl), S. Thöne, Böttcher, Klement, Müller, J. Scheuren (S. Kanngießer)

Tore:
0:1 J. Scheuren (4.)
0:2 J. Scheuren (32.)
0:3 S. Müller (36.)

Gelb: Jeschor, Beyer

Schiedsrichterin: Ina Michel (Stolpen)

Zuschauer: max. 50


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