Text und Bilder von Marko Schiller 10.3.2006
Ein Testspiel zwischen dem Tabellenführer der zweiten Liga Nord und dem Tabellenvierten der zweiten Liga Süd gehört sicher zu den interessantesten Möglichkei- ten, gegen Ende der Winterpause die Form zu testen und sich neu einzuspielen. Dabei ging der VFL Wolfsburg mit seinen klar formulierten Aufstiegsambitionen und dem Heimspielvorteil sicher als Favorit ins Spiel. Doch angesichts des hohen Jenaer Siegs stellt sich natürlich die Frage - Jena zu stark, Wolfsburg zu schwach, der Süden so viel stärker als der Norden?
Diese Frage ließ sich nach dem Testspiel in Wolfsburg-Wendschott am
26.02.2006 recht schnell beantworten. Das Ergebnis von 5:0 für die Gäste aus
Jena würde eindeutig für ihre Stärke sprechen, aber Wolfsburg half dank
haarsträubender Fehler kräftig nach.
 Wolfsburgs Weltmeisterin Steffi Gottschlich wurde nicht eingesetzt, kickte aber mit einigen Kids am Rande herum.
Das Spiel begann verhalten bei schwierigen Platzverhältnissen und bei
extrem wechselhaften Witterungsbedingungen. Dennoch konnte Jena mit einem
ersten Kopfball in Richtung Wolfsburger Tor, in der 3. Spielminute, einen
ersten Akzent setzen. Die Mannschaften neutralisierten sich und so kam es
kaum zu nennenswerten Aktionen. Geprägt von Fehlpässen und
Abstimmungs- problemen wollte kein ordentlicher Spielaufbau bei Wolfsburg
gelingen und Jena harrte zunächst weiterhin der Dinge, die da erwartet wurden.
Eine erste Torchance für die Hausherrinnen hätte ein Freistoss in der 10.
Spielminute aus etwa 25 Metern bringen können, doch daraus wurde nichts.
So dauerte es bis zur 25. Minute, ehe ein von der Wolfsburgerin Biese
innitierter Angriff über die rechte Seite erste Torgefahr versprach.
Kurioses geschah dann in der 28. Spielminute, als die Jenaer Stürmerin Sabrina Schmutzler, mit neun Treffern dritte der Torschützenliste im Süden,
einen langen Pass in die Spitze von der Mittellinie aus schlug, den keine
Mitspielerin erlaufen konnte. Allerdings übersprang der Ball die
herauseilende Torfrau Rissling und landete im Tor. Klarer Torwart- fehler. Die
Führung war zu diesem
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Links Wolfsburgs neue Stürmerin Anabel Jiminez, die in diesem Testspiel gegen Jena erstmals zum Zuge kam.
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Zeitpunkt nicht wirklich verdient. Nur sieben Minuten
später rutschte eine Abwehrspielerin der Wolfsburgerinnen weg und so war der
Weg frei zum 0:2 aus Sicht der Gastgeberinnen. Individuelle Fehler hatten
den Gästen die Chancen ermöglicht, die sie dank ihrer spritzigeren und
agileren Spielweise eiskalt nutzten.
Zur Halbzeit erfolgten dann in beiden Mannschaften einige Wechsel, wobei auch
beide jeweils die Torfrau wechselten.
Das Spielgeschehen verlagerte sich jetzt mehr und mehr in die Gästehälfte,
allerdings ohne zwingenden Erfolg. Der letzte Pass in die Spitze war ungenau
oder kam gar nicht erst an. Die neue Stürmerin Anabel Jiminez bei Wolfsburg
bemühte sich sichtlich, aber blieb ohne Martina Müller im Sturm auf sich
allein gestellt. Die ihr zur Seite stehende Femke Kazubski hatte einen
raben- schwarzen Tag. Das leicht umgestellte Mittelfeld, mit Neuzugang Annelie
Brendel hinter den Spitzen (vorher auf der linken Mittelfeldseite), war
bemüht aber erfolglos.
 Links hinten Wolfsburgs Neuzugang im Mittelfeld Annelie Brendel, die von Potsdam nach Wolfsburg gewechselt ist. Vorne Tatjana Polze
Jena bemühte sich mit Kontern zu befreien und ihrerseits die endgültige
Entscheidung zu erzwingen. Endstation dabei war oft die sehr gut haltende
zweite
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Torfrau bei Wolfsburg Verena Brammer. Dennoch gelang dann in der 72.
Spielminute durch Madlen Günnel das 0:3. Die anwesenden 30-40 Zuschauer
waren sichtlich enttäuscht. Und die Enttäuschung wuchs, als sich das
Ergebnis in den letzten fünf Minuten noch auf 0:5 erhöhte. Abermals Madlen
Günnel und die zukünftige Hamburgerin Anna Blässe sorgten für den Endstand.
Um die Titelfrage zu beantworten: Wolfsburg war zu schwach und Jena schaffte
mit kleinen Nadelstichen den zu hoch ausgefallenen Sieg.
 Erfolglose Bemühungen: Wolfsburg im Jenaer Strafraum in der 2.Halbzeit
Startaufstellungen:
Wolfsburg:
Rißling - Freimuth, Biese, Pieper, Weber, Kampf, Polze, Wilkens, Brendel, Kazubski, Jiminez
Jena:
Zuschauer: 30-40
Schiedsrichter: ein armer Mann in Schwarz ohne Assistenten
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