Text und Bilder von Heinz Günter Sporkel 3.4.2006
Derbyzeit im Revier. In vielen Sportarten geht es bei Derby’s oft im Vorfeld schon kunterbunt zu. Diesmal war alles schön ruhig. In den Pressemitteilungen wurde dem Gegner Annerkennung gezollt. Auch beide Fanseiten hatten sich außergewöhnlich lieb im Vorfeld. Die Mannschaften sollten die Antwort auf dem Platz geben. Danach sollte sich entscheiden, wer mit breiter Brust zum Sportplatz kommen darf beziehungsweise wer bis zum nächsten Derby den Ball flach halten muss.
Diese Antwort war aber schon in der ersten halben Stunde des Spiels entschieden. Die 09erinnen waren vom Anpfiff an auf dem Feld überlegen. Das Team um Tanja Schulte setzte jedem Ball nach. Zweikämpfe konnten bis zu fast hundert Prozent von der Heimmannschaft gewonnen werden. Man wirkte bissiger und ging auch konzentrierter als der Gegner aus Lütgendortmund zu Werke.
 Viel Platz für die Spielerinnen von Wattenscheid: Von links Jennifer Düner, Daniela Löwenberg, Laura Mathäus gegen eine einsame Verena Marzinkowski
Schon in der zweiten Spielminute stand Jennifer Düner alleine vor SGL Torhüterin Stephanie Duschinski. Der Schuss verfehlte aber das Ziel. Vielleicht in diesem Moment eigenes unvermögen oder aber auch der heimische Rasen. Das Grün an der Lohrheide sah schon sehr ramponiert aus. Gab es noch am Freitagabend ein Regionalliga Herrenspiel (SG09-VFL Osnabrück 3:3). Danach war es nur noch am regnen, doch jede Menge Arbeit der Greenkeeper der SG Wattenscheid 09 machten das Spiel sicher. Doch die Spuren waren zu erkennen.
 Eines der vielen Duelle im Nachbarschaftstreffen: Links Wattenscheids Jennifer Nienaus, rechts Carmen Israel (Lütgendortmund) und
In der siebten Spielminute dann Freistoß für das Heimteam. Jennifer Manzer schoss ihn direkt aus ca. 25 Metern auf das Lüdo Tor, Kerstin Duschinski kam nicht an das Leder und schon stand es 1:0 für Wattenscheid. Ein einwandfreier Torwartfehler, der Ball war zu halten.
 Jennifer Manzer, hier bei einem Eckball, erzielte das 1:0 mit einem direkt verwandelten Freistoß
Eine Minute später dann schon das nächste Tor und wieder durch einen individuellen Fehler der SGL Defensivabteilung. Düner spielte Kathrin Hauenschild einen Knoten in die Beine. Ein schönes Zuspiel auf Manzer und der Doppelschlag war perfekt. Für Jennifer Manzer läuft die Saison optimal. In ihrem zehnten Spiel erzielte die Mittelfeldstrategin die Saisontore acht und neun. In der 26. Spielminute dann wieder eine undurchsichtige Situation in der Abwehr um Jasmin Zimmer. Düner sagte danke und konnte den Ball zum 3:0 einschieben. Dieses Tor war dann auch schon eine Vorentscheidung.
Wattenscheid 09 war in allem Belangen Überlegen. Ob Abwehr, Mittelfeld oder auch im Angriff, Lütgendortmund konnte nicht dagegenhalten. Die Umstellung Zimmer als „letzte Frau“ und Carmen Israel im Mittelfeld aufzustellen, zahlte sich
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Wattenscheid war in allen Belangen überlegen. Hier von links Wattenscheids Kapitänin Jeannete Götte gegen Carmen Israel, daneben Lena Schüth und Jennifer Nienaus
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nicht aus. Zusätzlich wurde in der Defensive Nadine Kirsch an allen Ecken vermisst.
Allerdings hat Wattenscheid 09 auch eine Top-Mannschaft. Jennifer Manzer seit Wochen (Hinrunde dazugerechnet) schon in toller Form. Silke van den Berg, die auf dem Spielfeld ihre ganze Routine in der Wagschale wirft und auch im Falle eines Bundesligaaufstiegs die nötige Klasse hätte, eine Mannschaft in der Defensive zu dirigieren. Jeanette Götte, die ordentlich die Bälle auf ihre Mitspielerinnen verteilt und einen guten Lauf hat. Das gesamte Team passt zusammen.
 Auch Jennifer Düner trug sich zweimal in die Torschützenliste ein.
Nach dem 3:0 war die Luft ein bisschen aus dem Spiel. Allerdings leisteten sich die 09-erinnen keine Unkonzentriertheiten. Es wurde weiterhin versucht, nach vorne zu spielen. Dem Gegner wurden in den ersten fünfundvierzig Minuten die Grenzen aufgezeigt. Larissa Kock hatte für Lüdo eventuell mal den Anfall einer Tormöglichkeit - wenn man es so nennen darf. Die Ex- Wattenscheiderin hatte sich sicherlich etwas mehr ausgerechnet.
 Eine der wenigen Tormöglichkeiten für Lütgendortmund: Katrin Lange, in der Winterpause aus Essen gekommen, tunnelt Nadine Richter,
doch Jennifer Nienaus (nicht im Bild) rettet auf der Linie (74. Minute)
In der zweiten Halbzeit machten die „Zwangs Bochumerinnen“ da weiter wo man in der ersten Halbzeit aufgehört hatte. Man spielte weiter munter nach vorne. Caroline Hamann verpasste in der 48. Spielminute das 4:0. Hamann sammelt seit einiger Zeit neue Erfahrungen bei Lehrgängen der U19 Nationalmannschaft.
In der 58. Spielminute dann die erste große Tormöglichkeit für die SGL. Doch Wattenscheid’s Jungspielerin Daniela Löwenberg hatte aufgepasst. Sie erntete nachdem Spiel ein Sonderlob von Trainerin Tanja Schulte für ihre Spielleistung.
Die letzte Möglichkeit für die SGL vergab Tina Burgmann. Einen Treffer hätte sich das Team aus Lütgendortmund für die heute gezeigte Leistung aber auch nicht Verdient.
In der Schlussphase erhöhte dann die SGW09 das Ergebnis noch. Jennifer Düner setzte sich auf der linken Seite durch und schob den Ball ins rechte Toreck zum 4:0 (89.) ein. Eine Minute später war es eine tolle und schnelle Kombination über
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Götte und Düner auf Hamann. Das 5:0 wurde dann gebührend gefeiert.
Wattenscheid 09 besiegt die SG Lütgendortmund verdient mit 5:0. Die Mannschaft aus Bochum bleibt weiter im Aufstiegsrennen. Am Ostersamstag wird dann um 11 Uhr zum Spitzenspiel der VFL Wolfsburg erwartet. Hier will man die große Chance nutzen, um an Wolfsburg noch ranzukommen. Die SG Lütgendortmund erwartet am 9.April um 14 Uhr SuS Timmel, ein echtes Kellerderby. Der Verlierer aus diesem Spiel wird es im Abstiegskampf sehr schwer haben.
 Pressekonferenz im Lohrheidestübchen:
Von links: Tom Baeck (Trainer Lütgendortmund), Michael Ragsch (Pressesprecher Wattenscheid), Tanja Schulte (Trainerin Wattenscheid)
Stimmen zum Spiel :
Tom Baeck (SG Lütgendortmund) :
Wer die 90 Minuten gesehen hat, hat gesehen wer die stärkere Mannschaft war. Das war Wattenscheid, was von vornherein zu erwarten war. Die Höhe ist verdient. In der zweiten Halbzeit hatte es ab und an mal den Anschein, dass wir gleichwertig waren, was daran lag, dass Wattenscheid einen Gang rausgenommen hat. Wir müssen unsere Punkte in den anderen Spielen holen. Ich wünsche Tanja mit ihrem Team Viel Glück. Vielleicht haben sie noch die Chance oben anzugreifen.
Tanja Schulte (SG Wattenscheid 09) :
Wir haben in den ersten zwanzig Minuten das Spiel gemacht und sind wie gewünscht „sogar“ mit zwei Toren in Führung gegangen. Die erste Halbzeit war von unserer Seite klasse. In der zweiten Halbzeit haben wir wieder nachgelassen und die ein oder andere Torchance zugelassen. Ich habe heute aus einer an sich herausragenden Mannschaft eine Daniela Löwenberg gesehen, die auch schon vom Westfalenauswahltrainer in den letzten Wochen gelobt wurde. Ich habe auch eine sehr gute Jennifer Düner gesehen, die mit ihrer Gegenspielerin Katz und Maus gespielt hat. Wir haben heute unsere Hausaufgaben gemacht und wollen dem VFL Wolfsburg am Ostersamstag Paroli bieten.
SG Wattenscheid 09:
Richter - Walter, Manzer (66.Möller), van den Bergh, Götte, Nienaus, Löwenberg, Düner, Martini (79. Mahler), La. Mattheus (73.Li. Mattheus), Hamann
SG Lütgendortmund:
Duschinski - Israel, Hauenschild, Schüth, Snopek (31.Bücker), Zimmer, Marzinkoswki, Geesmann, Kock (56.Janßen), Burgmann, Lange
Tore: 1:0 / 2:0 (7. / 8.) Manzer 3:0 /4:0 (26. /89.) Düner 5:0 (90.) Hamann
Gelbe Karte Linda Mattheus
Schiedsrichterin Elena Uhl
Zuschauer 251
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