2. Bundesliga Nord 3. Spieltag

Wattenscheid wieder auf Kurs

SG Wattenscheid 09 : TSV Jahn Calden 6:1 (3:0)

Von Heinz Günter Sporkel (Text und Fotos)

30.08.2005

Gut eine Woche nach der Niederlage beim VFL Wolfsburg wartete der TSV Jahn Calden als Gast in der Lohrheide. Hier wollte die SG Wattenscheid 09 wieder das Schiff auf den richtigen Kurs bringen. Es galt nach der Niederlage vom letzten Samstag wieder die obere Tabellenregion anzupeilen.
Der TSV Jahn Calden muss selbst noch den richtigen Weg finden. Sorgte man letzte Saison noch in der 2. Bundesliga für Furore, wird es diese Saison durchaus schwerer. Das sympathische kleine Team aus der Nähe von Kassel wird aber alles daran setzen, wieder den Weg nach Oben zu finden. Die Vorzeichen zum heutigen Spiel waren allerdings ungünstig. So musste man auf die U19-Nationalspielerin Annika Niemeier verzichten, die sich im Training verletzte. Dafür war allerdings Jacky Scheuren nach ihrem Urlaub wieder mit an Bord.

Jacky Scheuren kam frisch aus dem Urlaub, konnte die Niederlage ihres Teams jedoch auch nicht verhindern.

Von Spielbeginn an machte die SG Wattenscheid, bei der Laura Mattheus verletzungsbedingt ausfiel, sofort Druck. Das Team wollte die drei Punkte und die Klatsche der vergangenen Woche gegen Wolfsburg vergessen machen. Dieses gelang den 09-Ladies auch. Unter Druck machte das Calden viele Fehler und so stand es bereits nach fünf Spielminuten 1:0 für Wattenscheid. Jennifer Manzer, die momentan sehr starke Spiele zeigt, setzte sich durch und spielte den Ball an Caldens Torhüterin Julia Zeuner vorbei - Caro Hamann musste nur noch einschieben. Wattenscheid ging weiterhin aggressiv in die Zweikämpfen, kein Ball wurde verloren gegeben. In der Anfangsphase spielte man sich in einem kleinen Rausch. Der TSV produzierte weiter munter seine Fehler, man hielt sich nicht an die Vorgaben von Trainer Rauschenberg. Zwangsweise ergab sich dann auch der zweite Treffer. So nutzte Jeanette Götte in der 17. Minute die Abwehrschwäche der Gäste und köpfte nach herrlicher Vorarbeit von Jennifer Düner den Ball zum 2:0 ein.

Die erste Möglichkeit für Calden ergab sich in der 24. Minute, doch der Schuss von Jacky Scheuren konnte Nadine Richter nicht erschrecken. Allerdings war Scheuren auch die einzige Spielerin, die gerade in der ersten Halbzeit Normalform erreichte. Das Spiel flachte etwas ab, Wattenscheid war mit dem Ergebnis zufrieden und ließ sich zu Fehlern hinreißen. Die Mannschaft von Tanja Schulte verpasste es, konsequent weiter zu spielen. In der 32. Minute jedoch die Möglichkeit für Jennifer Nienaus, doch Zeuner konnte den Ball halten. In der 39. Minute hatte Nienaus dann mehr Glück, ließ mit drei Körperbewegungen die Caldener Abwehr stehen und erhöhte auf 3:0, bevor eine sehr gut pfeifende Yvonne Bengfort zum Halbzeit-Tee lud.


Julia Zeuner im Tor der Caldenerinnen zeigt gutes Stellungsspiel und kann diesen Angriff von Jeanette Götte abwehren.

Ungewohnt begann dann die zweite Halbzeit: Wattenscheid zeigte nun etwas Hausmannskost. Es schien, als wolle das Team das 3:0 verwalten. Man nahm einen Gang raus, was dem Trainergespann Tanja Schulte und Roger Dorny gar nicht passte. Zum einen kann jedes Tor auch in der Endabrechnung wichtig sein und zum anderen machen die hierdurch entstehenden Fehler den Gegner stark.
Solch Fehler leitete dann Richter in der 58. Minute ein. Sie schlug einen Ball planlos auf Mirjam Böttcher, die sich dafür prompt mit dem 3:1 bedankte.

Vier Minuten später versuchte es Mira Möller mit einem herrlichen Weitschuss, der jedoch das Tor von Zeuner knapp verfehlte. Möllers Verpflichtung kristallisiert sich für Tanja Schulte zum wahren Glücksgriff heraus, hat sich Möller doch bereits jetzt einen Stammplatz im Team erkämpft, womit man nicht unbedingt rechnen konnte.
Das anschließende 4:1 wurde durch ein Solo der eingewechselten Katharina Rogalla vorbereitet – Hamann brauchte wiederum den Ball nur einzuschieben. Das Spiel war entschieden, Calden ergab sich seinem Schicksal. Rogalla kam in der 86. Minute noch zum verdienten Lohn ihrer vorherigen Vorarbeit und schoss das 5:1. Sabrina Dörpinghaus setzte in der letzten Minute dann den Schlusspunkt.

Insbesondere in der ersten Halbzeit nahm Wattenscheid, hier mit Düner, die Zweikämpfe an und gab keinen Ball verloren.

Manfred Rauschenberg war nun bedient und wäre wohl am liebsten mit dem Zug nach Hause gefahren. Die Spielweise passte dem erfolgsorientierten Trainer nun gar nicht.

Wattenscheid 09 machte mit dem Sieg wieder einen kleinen Sprung auf Rang drei in der Tabelle. Es deutet sich ein Aufstiegsrennen mit dem VFL Wolfsburg und den FC Gütersloh an. Zusätzlich hat das Team um Tanja Schulte einiges für das Torkonto getan.
Caldens Blick geht erst einmal Richtung Abstiegsplätze. Das sympathische Team hat einen kleinen Fehlstart hingelegt, wobei man wohl wieder in der Lage sein wird, ans Mittelfeld anzuklopfen. Annika Niemeier und Jaqueline Scheuren haben soviel Qualität, dass die Mannschaft sich dort wieder finden wird. Mit Julia Zeuner hat man eine Torhüterin, die an Klassetagen ein Spiel für das Team entscheiden kann.


Alle Anweisungen von Caldens Trainer Manfred Rauschenberg halfen nichts, es lief einfach nicht für seine Mannschaft.

Frauenwartin Ruda (Jahn Calden):
"Wir sind enttäuscht vom Spiel. Wir haben reagiert statt agiert. Leider haben wir auch einige Ausfälle wie Annika Niemeier. Wir waren im Mittelfeld unterlegen und hatten keine Aggressivität vom Spielbeginn an. Die Mannschaft ist von ihrer Leistung enttäuscht. Unser Ziel in dieser Saison ist auf Grund der personellen Situation ein Nichtabstiegsplatz - am besten ein Mittelfeldplatz."

Tanja Schulte (SG wattenscheid):
"Wir haben Calden als spielstarke Mannschaft in Erinnerung. Ich bin nicht zufrieden mit dem Spiel. Es waren schöne Tore dabei, das entschädigt einiges. Das 2:0 war das einzig herausgespielte Tor. Wir haben mehr oder weniger die Halbzeit runtergespielt. Die ersten 30 Minuten der zweiten Halbzeit waren nichts. Ich war sSchockiert, welchen Eindruck wir da hinterlassen haben. Wir haben Glück gehabt, nicht das 3:-2 zu kassieren. Dann machen wir drei Tore, die man normal so in der ganzen Saison macht. Das Ergebnis entspricht leider nicht dem gesamten Spielverlauf. Gegen Mannschaften wie TeBe Berlin, Gütersloh oder Wolfsburg muss man sich steigern."

Aufstellungen:

Wattenscheid:
Richter, Dörpinghaus, Walter, Manzer, van den Berg, Götte, Nienaus, Löwenberg (61. Rogalla), Düner (61. Mahler), Hamann, Möller (74. Martini)

Calden:
Zeuner, D. Scheuren, Pottebaum (57. Taubert), Alexi, Rosek, Böttcher, Klement (57. Richter), Müller (80. A. Scheuren), J. Scheuren, S. Thöne, Austermühl

Tore:
1:0 Hamann (5.)
2:0 Götte (17.)
3:0 Nienaus (39.)
3:1 Böttcher (58.)
4:1 Hamann (71.)
5:1 Rogalla (86.)
6:1 Dörpinghaus (89.)

gelbe Karten: Hamann - Thöne

Schiedsrichterin: Yvonne Bengfort (Rhede)

Zur Fansoccer-Startseite