Text und Bilder von Marko Schiller 10.5.2006
Bei strahlendem Sonnenschein in Potsdam fand dieses Ostderby in der Waldstadt statt. Nach dem 1:1 der Potsdamerinnen beim Aufstiegsaspiranten Wolfsburg sollte dieses Spiel gegen Neubrandenburg eine einfache Aufgabe sein. Allerdings zeigte sich wieder einmal, dass Potsdam II gegen Spitzen- mannschaften top und gegen Mannschaften der unteren Tabellenhälfte eher flop sind.
Zunächst begann das Spiel sehr dynamisch und bereits in der ersten Minute konnte die Heimmannschaft den ersten guten Angriff vortragen. Monique Kerschowski hatte sich über die rechte Außenbahn durchgesetzt und gefährlich in die Mitte gepasst, aber die Torfrau war auf dem Posten. Auf der Gegenseite musste die Potsdamer Abwehr im direkten Gegenzug auf der Linie klären. Ein sehr munterer Beginn beider Mannschaften.
 Potsdams Keeperin Cordula Busack beim Abschlag
In der 7. Minute hatte Josephine Schlanke die große Chance zum 1:0. Nach einem schönen Pass von rechts stand sie plötzlich völlig frei im Strafraum, aber versuchte den Ball direkt zu nehmen und nicht anzunehmen. Leider misslang dieser Versuch, da sie den Ball nicht richtig traf.
In der 17. Minute hatte dann Neubrandenburg eine große Möglichkeit, aber der stramme Schuss von Carolin Schumski ging knapp rechts am Gehäuse vorbei.
Weitere solcher kleineren Möglichkeiten gab es auf beiden Seiten.
In der 31. Minute war es dann Stefanie Schmidt, die mit einem wunderschönen Schuss aus der Drehung, nach hervorragender Ballannahme, eine Riesen- möglichkeit für Neubrandenburg hatte. Allerdings landete dieser Schuss ebenfalls rechts neben dem Tor.
Zum Ende der ersten Halbzeit ließ dann das Tempo ein wenig nach und so gingen dann beide Mannschaften auch ohne weitere Torchancen mit 0:0 in die Pause.
Direkt nach Wiederanpfiff legten beide Mannschaften erneut fulminant los. Neubrandenburg nutzte die Unsortiertheit der Potsdamer Hintermannschaft aus und kam zu fünf gezählten Torschüssen direkt in einer Situation. Die Potsdamerinnen konnten jeweils den Ball vor der Linie klären, aber er sprang immer direkt zu einer anderen Gegenspielerin, die sofort den Abschluss suchte. In diesem Moment hatten die Potsdamerinnen viel Glück.
Diese Situation wurde direkt von Potsdam mit zwei Großchancen beantwortet. Zunächst erreichte eine Flanke von der rechten Außenbahn Ulrike Fechner, die den Ball volley nahm und über das Tor setzte. Kurz darauf hatte Monique Kerschowski sich über rechts durchgesetzt, in den Strafraum gezogen und den Schuss angesetzt. Dieser ging nur Zentimeter an rechten Pfosten vorbei.
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Vorher auf dem Papier eine klare Sache für Potsdams zweite Mannschaft (blaue Spielkleidung), doch das Team aus Neubrandenburg konnte überraschen
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Nun lieferten sich beide Mannschaften einen Schlagabtausch, allerdings fand dieser hauptsächlich im Mittelfeld statt. Ein konstruktiver Spielaufbau war zu diesem Zeitpunkt von keinem der beiden Teams ersichtlich.
So war es ein individueller Fehler, der den Gästen das 1:0 durch Alexandra Thoms ermöglichte. Die bis dato sehr gut spielende Monique Kerschowski versuchte den Ball aus dem Strafraum zu schlagen, produzierte dabei eine Kerze und Alexandra Thoms nahm den Ball volley und zimmerte ihn aus sieben Metern halbrechte Position im Strafraum links oben unter die Latte. Keinerlei Abwehrchance für Cordula Busack.
Trainer Kandler reagierte wenig später und brachte für die heute nicht so starke Josephine Schlanke die Brasilianerin Paula. Diese spielte fortan im Mittelfeld.
In der 80. Minute war es eben jene Paula, die nach einem 30-Meter-Solo über die linke Seite den Ball aus etwa 15 Metern über die herauseilende Torfrau Coldewey hob und zum verdienten Ausgleich traf.
 Paula bei ihrer Einwechselung in der 75. Spielminute. Nur fünf Minuten später schoss sie den Ausgleichstreffer für Potsdam
Nur zwei Minuten später zeigte die Schiedsrichterin auf den Punkt, Elfmeter für Neubrandenburg. Diese Entscheidung war mehr als zweifelhaft, aber sie blieb dabei. Stefanie Draws trat an und verwandelte sicher zum 1:2 für die Gäste.
Dabei blieb es auch bis zum Schlusspfiff, da Potsdam keine Torchance mehr herausspielen konnte und Neubrandenburg seinerseits das Ergebnis verwaltete. Insgesamt ein etwas
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glücklicher Sieg für die Gäste aus Mecklenburg, aber schlussendlich zählen für sie nur die drei Punkte.
Abschließend ist noch anzumerken, dass das heute agierende Schiedsrichtergespann sowohl bei Zweikampf- als auch Abseits- situationen unsicher wirkte und einige Fehlentscheidungen fällte. Negativer Höhepunkt war dabei der gegebene Elfmeter.

 Die Neubrandenburgerinnen hatten gegen Ende der Partie zweimal Grund zum Jubel, im oberen Bild nach dem verwandelten Elfmeter, unten nach dem Schlusspfiff
1. FFC Turbine Potsdam II:
Busack – Leist, Mucha, Höfler, Schlanke (75. Paula) – Schiewe (79. Willems), Parlow, Heller, M. Kerschowski – Fechner, Marxkordt
FFV Neubrandenburg:
Coldewey – Koop (81. Gesang), Itzhaber, Draws, Schumski – Oldendorf, Schmidt, Schädlich, Thoms – Witt, Granzow
Tore: 0:1 Thoms (65.) 1:1 Paula (80.) 1:2 Draws (82. Elfmeter)
Gelbe Karte: -/Schädlich
Schiedsrichterin: Silke Lüke (Oldenburg)
Zuschauer: etwa 60
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