2. Bundesliga Nord, 10. Spieltag

Ende einer Durststrecke

1. FFC Turbine Potsdam II - SV Victoria Gersten 2:1 (0:1)

Von Hans Jirschik

04.12.2005    Endlich gab es nach dem Abpfiff einer Zweitligabegegnung wieder Beifall für die Frauen von Turbine Potsdam II. Mit einem 2:1-Sieg über Victoria Gersten beendeten die Havelstädterinnen eine ziemlich lange Durststrecke. Seit dem 3:0-Sieg über den SuS Timmel am 24. September hatte das Team die folgenden vier Spiele nur noch verloren, zuletzt sogar dreimal, ohne selbst das gegnerische Tor zu treffen.

Auch heute sah es zunächst nicht nach einer Wende aus. Die Turbine-Reserve überstand zwar die Anfangsoffensive der Gäste aus dem Emsland und zeigte schnell, dass sie trotz Minusserie und ständiger Punktspielpausen den Umgang mit dem Ball noch nicht verlernt hat. Was jedoch im Mittelfeld so gefällig aussah, entpuppte sich vor dem gegnerischen Strafraum dann doch mehr als Hilflosigkeit. So richtig nach vorn ging es nicht. Viel zu durchsichtig wurden die Angriffe vorgetragen, um den Gegner ernsthaft in Gefahr zu bringen. Auch ein paar gut gemeinte Schüsse aus dem Hinterhalt verpufften ergebnislos. Gersten brauchte nur auf seine Konter zu warten. Mit Erfolg sogar, denn als Sabrina Nagelpohl (31.) auf halbrechts durchmarschierte,


verlängerte Sandra Rösler ihre Flanke direkt zum 0:1.

Nach dem Wechsel erinnerte das Spiel noch mehr an den letzten Auftritt der „Turbienen“, als in Kiel 0:1 verloren wurde. Das Geschehen spielte sich nun fast nur noch in der Hälfte der Gäste ab, doch deren Kasten schien noch immer zugenagelt. Die erste richtige Torchance hatte Juliane Höfler (58.) nach schöner Vorarbeit von Anne Heller. Ihren Schuss aus Nahdistanz parierte Gerstens Keeperin Wagner.

Trainer Thomas Kandler bewies dann ein glückliches Händchen, als er in der 66. Minute Wiebke Balcke einwechselte. Die 17-Jährige aus dem Kader der „Dritten“, brachte nicht nur frischen Wind in den Angriff, sondern gab auch die Vorlage für Anne Hellers Ausgleichstor zum 1:1 (69.). Nun machte es auf einmal wieder richtig Spaß, zumal der nächste Treffer gar nicht lange auf sich warten ließ. Nur vier Minuten später jagte Carolin Schiewe nach einer Ecke von Heller den Ball ins Netz zum 2:1.

Um ein Haar hätte eine weitere Einwechslerin auch noch für Furore gesorgt. Ulrike Fechner kam bei ihrer allerersten Ballberührung frei in den Strafraum von Victoria. Anstatt selber zu schießen, legte sie zu Anne Heller ab. Diese traf den Ball nicht. Am Potsdamer Sieg


änderte die vergebene Chance allerdings nichts mehr.

Immerhin - vier Spiele ohne Niederlage und 344 Minuten, in denen Turbine II kein Tor schoss, sind erst einmal Geschichte. Trainer Thomas Kandler: „Das 2:1 war zwar knapp, doch wir haben den Gegner eigentlich klar beherrscht und verdient gewonnen.“

Aufstellungen

1. FFC Turbine Potsdam II:
Bellinghoven, Höfler, Mucha, Schlanke, Schiewe, Parlow, Baier (85. Lüdtke), Hagemann, Marxkord (66. Balcke), Heller, Sandmann (80. Fechner)

SV Victoria Gersten:
Wagner, Grotas, Kappel, Engler, Schlösser, Göken, Köster, Nagelpohl (69. Erhardt), Freese, Fennen (73. Reisinger), Rösler

Tore:
0:1 Rösler (31.)
1:1 Heller (69.)
2:1 Schiewe (73.)

Gelb: Heller

Schiedsrichterin: Annett Grußer (Großlehna)

Zuschauer: 35


 Zur FanSoccer-Startseite