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2. Bundesliga Nord, Nachholspiel vom 13.Spieltag

Die Punkte bleiben in der Waldstadt

Turbine Potsdam II - TSV Jahn Calden 2:1 (1:0)

Text von Christian Heidler

15.4.2006   In einer mäßigen und ziemlich ausgeglichenen Zweitligapartie hat die Turbine-Reserve das bessere Ende für sich und gewinnt nach Toren von Caroline Schiewe und Ulrike Fechner bei einem Gegentreffer von Jacqueline Scheuren mit 2:1. Im vierten Aufeinandertreffen der beiden Nordzweitligisten konnte Potsdam somit den ersten Dreier einfahren.

Mit der ersten Viertelstunde des Nachholspiels vom 13. Spieltag war Caldens Trainer Manfred Rauschenberg noch ganz zufrieden, dann aber ließen seine Mädels den Gegnerinnen zuviel Raum. Doch weder Potsdam noch die Nordhessinnen vermochten über weite Strecken der Partie einen geordneten Spielaufbau mit Angriffsgefahr zustande zu bringen. Schlechtes Paßspiel und kompakte Abwehrreihen sorgten dafür, daß sich das Geschehen überwiegend im Mittelfeld abspielte. Der Zustand des Rasens war gewiß nicht sonderlich förderlich, kann aber nicht der ausschlaggebende Grund für ungenaue Zuspiele und unnötige Ballverluste beider Teams gewesen sein.

Etwas lebhafter wurde es für kurze Zeit ab etwa der 30. Minute. Zunächst erhielt Jahnspielerin Miriam Böttcher für ein Foulspiel berechtigterweise den gelben Karton gezeigt. Wenig später trübte Birgitt Austermühl ihre an sich souveräne Leistung in der Caldener Abwehr durch einen zu laschen Querpaß aus dem eigenen Strafraum heraus. Ehe ihre Mitspielerin die Gefahr erkannt hatte, war Potsdams Sturmspitze dazwischen gesprintet. Der Ball konnte zwar zur Ecke geklärt werden, was die Führung der Turbinen aber nur hinausschob. Potsdams großgewachsene Caroline Schiewe köpfte den von Anne Heller getretenen Eckball in die Maschen des von Julia Zeuner gehüteten Gehäuses. Etwa zwei Minuten später folgte noch ein Schuß über das Caldener Tor, dann verebbte das Spiel wieder zusehends.

So wurden beim Stande von 1:0 für die Heimelf die Seiten getauscht. Die etwa 50 Zuschauer konnten sich eher am sonnigen


Ostersamstagswetter denn am Spiel erfreuen. Immerhin stimmte aus Potsdamer Sicht das Ergebnis und die Zwischenstände von der Bundesligapartie der 1. Mannschaft beim 1. FFC Frankfurt sorgten beim Turbine-Anhang natürlich auch für gute Stimmung.

Nach Wiederanpfiff ging es gleich zur Sache. Erst sorgte Turbine für Durcheinander im Caldener Sechzehner, dann vergab Jacky Scheuren die erste von einer Reihe sich im weiteren Spielverlauf ergebenden Torchancen für den TSV. Rauschenberg hatte zum Halbzeitbeginn einen Doppelwechsel vorgenommen und etwas mehr Schwung ins Caldener Spiel gebracht. Die Gäste erarbeiteten sich in der Folge ein leichtes Übergewicht. Vielleicht tat Turbine, das nicht in Bestbesetzung antreten konnte, aber auch nur das Nötigste?

Wieder war etwa eine halbe Stunde gespielt, als sich auch in der 2. Halbzeit die Ereignisse verdichteten. Zunächst gab es wegen Meckerns oder Ballwegwerfens eine Verwarnung gegen Schiewe, die später bei einer Ringereinlage Glück hatte, nicht noch mit Gelb-Rot vom Platz gestellt zu werden. In der 76. Minute ein Tempogegenstoß über Jacqueline Scheuren, der von Christina Bellinghoven gerade noch entschärft werden konnte. Potsdams Torfrau verletzte sich dabei und mußte kurzzeitig behandelt werden. Nachdem Calden in der 79. Spielminute noch neben das Potsdamer Gehäuse geschossen hatte, vollendete die Jahn-Spielführerin zwei Minuten später einen erneuten Konter zum verdienten Ausgleich.

Während die Gäste sich noch über den Treffer freuten, schlug die Kandler-Elf zurück. Ein Angriff über die linke Außenbahn konnte zunächst noch auf Kosten eines Freistoßes, dann einer Ecke gestoppt werden. Diese wurde kurz ausgeführt, wobei nur eine Abwehrspielerin zur Ecke raus gelaufen war. Mithin sah sich eine Caldenerin zwei Turbinen gegenüber und Schliewe hatte wenig Mühe in den Strafraum einzudringen und vor das Tor zu flanken. Diesmal war es Ulrike Fechner, die den Ball einköpfen konnte und Zeuner nicht gut aussehen ließ.


Calden verstärkte nun seine Offensivbemühungen um doch noch den angestrebten Punkt aus der Potsdamer Waldstadt zu zu entführen. Dominique Scheuren wurde aus der Abwehr nach vorne beordert, wo schon ihre Geschwister Jacqueline und Angelique agierten. Dann rückte auch Austermühl ins Mittelfeld vor. Doch letztlich vergebens. Turbine II stand nun hinten sicher bis zum Schluß und ließ in der insgesamt fair geführten Begegnung nichts mehr anbrennen.

Beide Mannschaften werden sich steigern müssen, wenn sie die Rückrunde erfolgreich bestreiten wollen. Das gilt vor allem für den TSV Jahn Calden, der besonders seine kreativen Mittelfeldspielerinnen Annika Niemeier, Julia Salokat (beide langzeitverletzt) und Karina Thöne (Schwangerschaft) schmerzlich vermißt. Der Blick geht in der Tabelle nach unten, denn der Abstand zum Relegationsplatz ist keinesfalls beruhigend. Bereits am Ostermontag geht es für beide Klubs in der Liga schon weiter.

Turbine Potsdam II

Bellinghoven, Mucha, Schlanke, Höfler, Parlow (72. Paschen), Baier, Schiewe, Marxkord, Leist (84. Fockmann), Fechner, Heller

TSV Jahn Calden

Zeuner, D. Scheuren, Georgi, Giehl, Austermühl, Klement (46. Richter), Rosek, Alexi, S. Thöne (67. Pottebaum), Böttcher, J. Scheuren, Kannegießer (46. A. Scheuren)

Tore:
1:0 Schiewe (32.)
1:1 J. Scheuren (81.)
2:1 Fechner (83.)

Gelbe Karte: Schiewe, Böttcher
Gelb-Rote Karte: keine
Rote Karte: keine

Schiedsrichterin: Meingast (Gokels)

Zuschauer: 51


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