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2. Bundesliga Nord, 10. Spieltag
Eiskalt erwischt
TeBe Berlin - TSV Jahn Calden 1:0 (1:0) | ||
Von Christian Heidler28.11.2005 Überall in der 2. Bundesliga Nord wurden die Spiele aufgrund des Wintereinbruchs abgesagt. Überall? Nein, nicht in dem kleinen preußischem Dorf Berlin. Hier wurde bei freundlichem, kaltem Wetter auf in den Strafräumen schneebefreitem Feld gespielt. Die Spielstätte war allerdings ein Sportplatz im Eichkamp und nicht das Mommsenstadion, wo fünftklassigem, im übrigen torlosem Männerfußball der Vorzug gegeben wurde. Bereits nach vier Minuten war die Spielentscheidung gefallen, als Franziska Kelm aus einer etwas unübersichtlichen Situation heraus den Ball an Caldens Torfrau Julia Zeuner vorbei über die Linie drücken konnte. Ob dem Treffer ein Handspiel voran gegangen war, wie ein paar Zaungäste meinten - ich konnte es nicht sehen. Zu sehen war in der Folgezeit eigentlich nur Tennis Borussia, das die ganze erste Halbzeit dominierte und sich noch weitere Chancen erarbeitete. So schon kurz nach dem 1:0, als sich Christine Schoknecht schön links im Strafraum durchzusetzen vermochte, die Hereingabe aber von ihrer Mitspielerin über das Caldener Gehäuse geschossen wurde. Oder in der 12. Minute: Erst konnte Nicole Baneckis Schuß gerade noch abgeblockt werden, dann schoß Josefine Krengel nach der anschließenden Ecke knapp links am Tor vorbei. Und auch in der Schlußphase, in der Tennis Borussias Spielführerin Jessica Brückner zu zwei guten Chancen kam. Berlin hatte die Gäste mit dem frühen Tor eiskalt erwischt. Bei Jahn Calden lief nicht viel zusammen. Die Nordhessinnen waren fast immer einen Schritt zu spät, spielten zu ungenau und umständlich und kamen mit dem schwierigen Geläuf weitaus |
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schlechter zurecht als die Hausherrinnen. Annika Niemeier spielte erstmals Libero, fehlte aber im Mittelfeld, wo es keine Caldenerin verstand, das Spiel richtig aufzuziehen. Nach dem ersten verheißungsvollen Angriff durch Miriam Böttcher in der Anfangsminute, erschienen die ganz in Rot gekleideten Caldenerinnen erst in der 27. Minute wieder druckvoll vor des Gegners Tor. Doch die beiden Ecken sorgten letztlich nur für wenig Gefahr und das Strohfeuer war schon wieder erloschen.
Die insgesamt gut leitende Schiedsrichterin Ina Michel pfiff zur Halbzeit und gab beiden Teams die Möglichkeit sich am Pausentee zu erwärmen. Etwa drei Dutzend Zuschauer, darunter auch eine mit Trommeln und Tröten ausgestattete Gästeschar, erwarteten gespannt den zweiten Durchgang. Calden kam wie ausgewechselt aus der Kabine und übernahm das Zepter. Trainer Manfred Rauschenberg hatte seine Jugendnationalspielerin Niemeier ins Mittelfeld beordert, Böttcher spielte fortan „letzter Mann“ und erledigte diese Aufgabe ganz ordentlich. Calden drückte auf den Ausgleich, die dunkelblauen „Veilchen“ verlegten sich aufs Kontern. Vor allem die pfeilschnelle und trotz der widrigen Platzverhältnisse erstaunlich ballgewandte Nicole Banecki war kaum in den Griff zu bekommen und sorgte für viel Gefahr vor dem Jahn-Gehäuse. Doch nicht nur Zeuner erhielt damit Gelegenheiten sich auszuzeichnen, auch ihr Gegenüber Kerstin Prusas durfte sich beweisen. Insbesondere bei zwei Kopfbällen der insgesamt enttäuschenden Julia Salokat parierte sie sicher.
So wogte das Spiel in einer recht ausgeglichenen zweiten Halbzeit hin und her, wobei TeBe dem 2:0 näher schien als Calden dem |
Ausgleich. Kelm traf in der 77. Minute auch noch mal das Tor von Calden – allerdings nur die Latte. Am Ende blieb es beim 1:0 und einem verdienten Sieg für das Team von Trainer Sven Thoß, das seinem Kontrahenten letztlich in allen Belangen überlegen war. Berlin verteidigte damit den 4. Tabellenplatz, ganz zur Zufriedenheit von Borussias Teammanagerin Gaby Wahnschaffe. Mehr ist nach ihrer Ansicht von dem jungen Team diese Saison nicht zu erwarten. Caldens Trainer Rauschenberg zeigte sich insbesondere von der schwachen Leistung seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit schwer enttäuscht. Das Team wollte doch eigentlich die Punkte aus Berlin mitnehmen. Statt sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen, ist Calden nunmehr wieder zurückgefallen. Der Druck auf die Mannschaft vor dem letzten Hinrundenspiel (zu Hause gegen Timmel) ist damit nicht gerade geringer geworden. Aufstellungen TeBe Berlin: TSV Jahn Calden: | |