Text und Bilder von Heinz Günter Sporkel 27.03.2006
Endlich - die zweite Liga hat auch im Revier begonnen. Die SG Lütgendortmund wartete schon seit einigen Wochen darauf loszulegen. Immerhin gilt es so schnell wie möglich zu punkten, um rasch die Abstiegsplätze zu verlassen. Doch der Winter hatte dem Team „Vom Rauhen Holz“ bisher einen Strich durch die Rechnung gemacht. Seit Wochen lief der Trainingsbetrieb nicht so wie es sich Trainer Tom Baeck vorgestellt hatte.
Immerhin sahen die Spielerin heute zum ersten mal in diesem Jahr einen Rasenplatz. Auch Turbine Potsdam hatte mit dem Problem von Spielausfällen zu kämpfen. So hatte das Team zuletzt am 4.12 (!!) vor heimischer Kulisse Victoria Gersten mit 2:1 geschlagen.
Im Hinspiel gewann Potsdam mit 3:1. Sicherlich hat der Klub aus Ostdeutschland das technisch versiertere Team, doch wollte die SGL heute die Auswärtsniederlage wettmachen.
Um 13.59 Uhr pfiff Schiedsrichterin Yvonne Bengfort die Partie an. Unglaublich - war es einige Minuten vor Spielbeginn noch recht kühl zeigte sich nun die Sonne und man bekam etwas Frühling mit. In der fünften Spielminute dann auch schon die erste Tormöglichkeit für die Heimmannschaft. Doch Tina Burgmann scheiterte freistehend vor Potsdams Torhüterin Christina Bellinghoven. Tina Burgmann wurde in der Winterpause von den Sportfreunde Siegen nach Lütgendortmund als weitere Sturmalternative geholt. Christina Bellinghoven leitete in der achten Spielminute dann durch ein unkonzentriertes Abspiel fast das 0:1 ein, doch Larissa Kock setzte den Ball neben den Pfosten.
Die Anfangsphase gehörte der SGL. Doch danach verlief das Spiel gleichwertig. Beide Teams scheiterten an der sehr kompakt stehenden Abwehr des Gegners. Kathrin Lange mit einer Riesenmöglichkeit in der 23. Spielminute, doch die Spielführerin verzog das runde Leder.
In der 28. Spielminute dann Potsdam. Wiebke Balke eroberte sich den Ball. Ein gutes Auge für die freistehende Nadine Sandmann, und diese erzielte die Führung für Potsdam.
 Lüdoschreck: Potsdams Nadine Sandmann trifft gegen Lütgendortmund immer. Im Hinspiel das entscheidende 3:1, diesmal beide Treffer zur 0:2 Führung für Potsdam
Die SGL direkt bemüht, wieder zum Ausgleich zu kommen. Doch wirkte man etwas zu unkonzentriert und es fehlte die Zielstrebigkeit zum Tor. Ein dicker Abwehrfehler von Kathrin Hauenschild brachte dann Wiebke Balke die Chance zum 0:2. Duschinski konnte noch retten, doch Sandmann konnte den abgewehrten Ball zum 0:2 einschieben. Sandmann wird wohl einen Antrag stellen, jede Woche gegen Lütgendortmund spielen zu dürfen.
Die SGL nun unter Zugzwang. Das Revierteam versuchte den Anschluss noch vor der Pause zu bekommen. Kathrin Lange hatte in der 39. Spielminute nach guter Vorarbeit von Larissa Kock das 1:2 auf den Fuß. Doch Lange zögerte
|
Konzentration im Strafraum von Lütgendortmund: Nadine Sandmann, die beide Tore für Potsdam schoss, im blauen Trikot, Carmen Israel, Torhüterin Stephanie Duschinski und am Pfosten Nadine Kirsch bereiten sich auf einen Eckball vor. Schiedsrichterin Yvonne Bengfort sorgt dabei noch einmal für Ruhe
|
zu lange und wurde gebremst. Eine Flanke von Nadine Kirsch in den Strafraum sorgte dann noch einmal für Unruhe, doch Bellinghoven war zur Stelle.
Potsdam ging mit einer 0:2 Führung zum Pausentee. Man hatte in der ersten Halbzeit schonungslos die Abwehrschwächen der SGL ausgenutzt. Lütgendortmund versiebte zu viele Tormöglichkeiten und musste dementsprechend mit dieser Hypothek leben.
 Der Joker stach: Die zur zweiten Halbzeit eingewechselte Isabel Janßen schaffte den Ausgleich für Lüttgendortmund
Tom Baeck reagierte. Der Trainer brachte Isabel Janßen für Martina Snopek. Lütgendortmund machte von Beginn der zweiten Halbzeit an enormen Druck. Man wollte nicht als Verlierer vom Platz gehen.
In der 49. Spielminute wurde dann Lange frei gespielt. Potsdam ließ Lange zu viel Raum. Sicher spielte sie Bellinghoven aus und schob zum 1:2 Anschlusstreffer ein.
Danach gab es einen offenen Schlagabtausch. Es entwickelte sich ein spannendes Spiel. Lütgendortmund immer versucht, den Ausgleich zu erzielen. Potsdam wollte den Sieg. Doch beide Abwehrreihen waren auf der Hut.
In der 70.Spielminute dann die Zeit der Isabel Janßen. Ein gefühlvoller Heber über Christina Bellinghoven und es stand 2:2. Bellinghoven war noch dran doch konnte sie das Schlimmste nicht mehr Verhindern.
Jetzt wollte Lütgendortmund den Sieg. Doch schon eine Minute später stand Pia Marxkord vor SGL Torhüterin Stephanie Duschinski. Die Torhüterin konnte den erneuten Führungstreffer der Potsdamerinnen verhindern. Auch Nadine Sandmann der neuerkorene „SGL Schreck“ scheiterte an Duschinski. Die größte Möglichkeit hatte dann wieder Isabel Janßen in der 82. Spielminute. Alleine lief sie auf Torfrau Bellinghoven zu und schob den Ball rechts vorbei.
Es entwickelten sich noch einmal hektische Schlussminuten. Doch beide Teams kamen nicht mehr zu Torchancen.
|
Yvonne Bengfort pfiff dann die Partie ab. Nachdem Schlusspfiff lagen dann die Spielerinnen aus Potsdam und Lütgendortmund ziemlich kaputt am Boden.
Die SGL gewinnt noch einen Punkt. Man hat sich bis auf zwei Zähler an Timmel herangekämpft. Bis auf Holstein Kiel sind es derer sogar sieben. Es wartet eine Menge Arbeit auf das Team um Tom Baeck, doch sollte man es von der Spielstärke her schaffen, den Anschluss schnell wieder zu finden.
Turbine Potsdam spielt um Platz fünf und erwartet nächste Woche TeBe Berlin zum Prestigeduell (11 Uhr). Zu einem echten Knaller kommt es im Wattenscheider Lohrheidestadion. Da wird dann die SG Lütgendortmund erwartet. Um 14 Uhr steigt dann das Revierderby. Ein tolles Spiel für beide Fanlager mit guten Fußball und vielen Emotionen - falls, was wir nicht hoffen wollen - der Winter zurückkommt.
 Beide Teams hatten alles gegeben und ließen sich nach dem Spiel erschöpft auf den Platz fallen
SG Lütgendortmund:
Duschinski- Hauenschild (62.Plasczyk), Kirsch, Israel, Schüth (72.Bücker), Snopek (46.Janßen), Marzinkowski, Geesmann, Kock, Burgmann, Lange
Trainer Baeck
Turbine Potsdam II
Bellinghoven-Parlow (78.Leist), Baier (55.Fockmann), Marxkord, Schiewe, Höfler, Balke, Sandmann, Schlanke, Heller, Mucha
Trainer Kandler
Schiedsrichterin Yvonne Bengfort
Tore:
0:1 und 0:2 (28./38.) Sandmann
1-2 (49.) Lange
2-2 (70.) Janßen
Gelbe Karten Hauenschild (SGL) Parlow (Potsdam II)
Zuschauer 141
Zur FanSoccer-Startseite
|