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Das Frauenfußball-Magazin



Weltmeisterschaft 2011

Berlin rund um die Frauenfußballweltmeisterschaft

Text und Bilder von Christian Heidler

24.06.2011   Berlin ist einer der Austragungsorte der WM – leider aber nur für ein einzigen Spiel. Handelt es sich auch immerhin um das Eröffnungsspiel, stellt sich doch die Frage, ob das dann schon alles ist, in Sachen Frauenfußball für die Hauptstadt? Der nachfolgende Überblick zeigt, was in Berlin schon geschehen ist und was noch geboten wird. Dabei kann kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden.


Plakat Pionierinnen Einen im wahrsten Wortsinn sehenswerten Auftakt gab es bereits Ende März, als sich die Macher des Fußballfilmfestivals 11mm schwerpunktmäßig dem Frauenfußball widmeten. Neben einigen Klassikern des Genres Frauenfußballfilm war u.a. auch der Streifen „Hana, dul, sed...” zu sehen, in dem vier ehemalige Nationalspielerinnen Nordkoreas portraitiert werden. Mit dem ein oder anderem Film touren die Filmvorführer derzeit noch durch die Republik. Zudem soll im Rahmen des Public Viewing bei Discover Football der Projektor während der Halbzeitpausen für Kurzfilme angeschaltet werden. >>> http://www.11-mm.de/

Anfang Mai starteten die Heinrich-Böll-Stiftung (Schumannstr. 8, 10117 Berlin) und das Gunda-Werner-Institut die Kampagne Gender Kicks 2011 mit der Gegnerinnen-Aufklärung Nigeria. Unter der Leitung von Nicole Selmer diskutierten Diana Ajaine Asak (Trainerin und ehemalige Spielerin) sowie Ayishat Falode (Sportjournalistin) aus Nigeria mit „Entwicklungshelferin” Monika Staab, DFB-Beraterin, Autorin und Ex-Spielerin Tanja Walter-Ahrens sowie Claudia Roth von Bündnis 90/Die Grünen über die Stellung von Frauen und Fußball in beiden Ländern. Zuvor war der Abend mit dem Film „Die schönste Nebensache der Welt” von Tanja Bubbel eröffnet und mit der Vernissage von Pionierinnen des deutschen Frauenfußballs fortgeführt worden. Kernstück der multimedialen Ausstellung sind die in Art eines Triptychons gehaltenen Bilder des Fotografen Günther Bauer. Dabei werden Vorreiter des Frauenfußballs anhand eines Zitats und von 3 zusammenhängenden Fotos vorgestellt, einem Porträt, einer Aufnahme der Person in ihrem Umfeld und eines Erinnerungsstücks zur persönlichen Frauenfußball-Biographie. Sowohl das Ausstellungsprojekt als auch die Diskussionsreihe sind anschließend auf Tournee gegangen.
>>> Gender-Kicks
>>> sportartproject.de

(Bild links oben:  Doris Kresimon, u.a. Weltpokal-Gewinnerin mit der SSG Bergisch Gladbach (Medaille links) und Schützin des ersten Länderspieltores der DFB-Frauen am 10.11.1982. Sie ist eine der von Günther Bauer portraitierten Pionierinnen des deutschen Frauenfußballs.


Doch damit nicht genug. Vom 4 bis 28. Juli ist im Foyer der „Böll-Arena” die Ausstellung Fußballerinnen mit Papierarbeiten von Monika Stemmer zu sehen. Im gleichen Zeitraum kann auch Verlacht, verboten und gefeiert. Die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland besucht werden. Nach Spandau und Reinickendorf ist Berlin-Mitte bereits das dritte Gastspiel der bekannten Ausstellung von Jürgen Nendza und Eduard Hoffmann in der Hauptstadt. Zur Eröffnung erwartet die Besucher eine historische Sportschau aus Filmbeiträgen und Vortrag.
>>> Ausstellung Fußballerinnen
>>> Verlacht, verboten, gefeiert
Podium Frauenfußballdiskussion

(Bild rechts: Das Podium der Diskussionsrunde „Gegnerinnen-Aufklärung” in der Heinrich-Böll-Stiftung mit Tanja Walter-Ahrens, Claudia Roth, Diana Ajaine Asak, Nicole Selmer sowie Ayishat Falode und Monika Staab (v.l.n.r.))

Seit 15. Juni und noch bis 28. August läuft die Ausstellung Schuhgröße 37 – Frauenfußball in Ägypten, Palästina, der Türkei und Deutschland. Im Mittelpunkt dieser Fotoausstellung stehen Aufnahmen von Claudia Wiens, die Fußballerinnen in den oben genannten Ländern porträtiert. Ergänzt wird die Ausstellung um „Berliner-Portraits” von jungen fußballbegeisterten Migrantinnen in der Hauptstadt. Zeitgleich mit der Präsentation im Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg (Adalbertstraße 95A, 10999 Berlin) wird die Ausstellung u.a. auch in zahlreichen Goethe-Instituten Nordafrikas zu sehen sein.
>>> Kreuzbergmuseum

Für die Kunstausstellung andererseits (24. Juni bis 25. September) haben 60 Kunstschaffende Arbeiten im Themenzusammenhang „Frauenfußball – Homosexualität – Homophobie” eingereicht. Dazu werden im Schwulen Museum Berlin (Mehringdamm 61 10961 Berlin) auch Führungen, Künstlergespräche, Filme und Diskussionen angeboten.
>>> Schwulersmuseum.de

Aktiv mit dem runden Leder geht es aber auch zur Sache. Die Spielfreude-Tour des DFB startet am 25. Juni am Potsdamer Platz und wird tags darauf im Vorfeld des Eröffnungsspiels auf dem Olympischen Platz vor dem Stadion Station machen. Der Fußball-Parcours wird dabei um ein kulturelles Rahmenprogramm ergänzt.
>>> berliner-fussball.de


Vom 24. bis 26. Juni wird das Internationale Straßenfußball-Festival STRASSE!KICKT OPEN 2011 ausgetragen. Bei der von PLAY!YA e.V. und streetfootballworld durchgeführten Veranstaltung auf dem Flughafen Tempelhof steht am Sonntag die Berliner Straßenfußballmeisterschaft für Mädchenteams im Mittelpunkt. Den bunten Rahmen bilden u.a. Stände sozialer Organisationen, eine Fotoausstellung, Workshops, Verpflegung und ein abwechslungsreiches Kulturprogramm.
>>> playya.org

Ein besonderer Höhepunkt wird das Internationale Fußball-Kultur-Fest DISCOVER FOOTBALL im Willy-Kressmann-Stadion unterhalb des Kreuzbergs sein (ehemals Katzbachstadion, Dudenstr. 40-64, 10965 Berlin). Das einwöchige Kleinfeldturnier (27. Juni bis 03. Juli), das in eine interkulturelle Begegnungswoche für Frauen, Fußball und Kultur eingebunden ist, wird unter acht Frauenfußballteams ausgespielt. Neben der vom Rundfunksender radioeins zusammengestellten Heimmannschaft, nehmen 7 Teams aus dem Ausland an dieser „kleinen Weltmeisterschaft in Kreuzberg” teil, die sich selbst für interkulturelle Fußball-Begegnungen und soziale Verbesserungen engagieren. Zum umfangreichen Rahmenprogramm gehören beispielsweise Podiumsdiskussionen, Workshops für Mädchen, ein kleines Mitmachturnier sowie Tanz und Musik. Zudem werden auf Großbildleinwand alle WM-Spiele der Woche gezeigt.
>>> www.discoverfootball.de

DISCOVER FOOTBALL 2010 (Bild links:  Das Siegerteam aus Paraguay bei DISCOVER FOOTBALL 2010.



Und wo können die WM-Spiele verfolgt werden?

Von einigen Veranstaltern ist bereits bekannt, dass sie WM-Spiele zeigen wollen. Ob dabei nur Spiele mit deutscher Beteiligung und der Hauptrunde übertragen werden oder alle Begegnungen des Turniers, sollte bei Interesse noch einmal nachgefragt werden. Alle Angaben ohne Gewähr.

Das WM-Quartier der 11 FREUNDINNEN ist im Lido, Curvystr. 7, 10997 Berlin-Kreuzberg, aufgeschlagen. Die Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt hat anläßlich der WM nicht nur die Kampagne „Frauen am Ball” gestartet sondern schaut das Turnier auch im Cassiopeia, Revaler Str. 99, 10245 Berlin-Friedrichshain. Im Südblock..., Admiralstr. 1-2, 10999 Berlin-Kreuzberg wollen die Betreiber des Fußball-Ladens GOAL mit Gleichgesinnten feiern und fiebern. Grünes Public Viewing gibt es im Brauhaus Südstern, Hasenheide 69, 10967 Kreuzberg. Zumindest die deutschen Spiele werden auch im frannz, Schönhauser Allee 36 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg gezeigt. Wie oben schon erwähnt, besteht auch im Rahmen von DISCOVER FOOTBALL ausgiebig Gelegenheit, die Spiele der FIFA-Weltmeisterschaft zu verfolgen. Und sicherlich wird noch so manche Kneipe und Sportsbar kurzfristig den Fernseher einschalten und die Leinwand aufspannen...




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