Weltmeisterschaft 2011WM-Stadien unter der LupeStart der WM-Stadientour in Frankfurt | ||
Text und Bilder von Tom Schlimme 23.03.2009 Hoher Besuch in Frankfurt: Das Organisationskomitee der FIFA Frauen Weltmeisterschaft 2011, angeführt von der Schweizerin Tatjana Haenni, der Leiterin der FIFA-Abteilung Frauenfußball-Wettbewerb, wird in den nächsten Tagen die neun Stadien, in denen die WM 2011 ausgetragen werden soll, inspizieren. Die Besichtigungstour startete am heutigen Mittag in Frankfurt, wo mit der Commerzbank-Arena gleich zu Beginn das Stadion, in dem 2011 das Finale stattfinden soll, unter die Lupe genommen wurde. Dieses Frankfurter Stadion ist im Frauenfußball keine unbekannte Größe mehr, wurde hier doch im vergangenen Jahr das Endspiel um den UEFA-Cup der Frauen zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem schwedischen Meister Umeå IK ausgetragen und dabei ein neuer europäischer Rekord (27.640) im Vereinsfußball der Frauen aufgestellt. Beim Länderspiel der Nationalmannschaft soll hier am 22. April 2009 in einem Freundschaftsspiel gegen Brasilien ein weiterer Europarekord, der im Nationalmannschaftsbereich bei 29.092 Zuschauern liegt, gebrochen werden. Der Männer-Erstligist Eintracht Frankfurt hat hier sein Zuhause, seit kurzem auch der in die zweite Männerbundesliga aufgestiegene FSV Frankfurt, dessen „Heimatstadion” am Bornheimer Hang gerade umgebaut wird. ![]() Am heutigen Montag um 11:00 Uhr landete der Flieger mit der Delegation des Organisationskomitees der FIFA Frauen Weltmeisterschaft 2011 in Frankfurt. Stadtrat Ulrich Caspar hielt eine kurze Begrüßungsrede, dann wurde das Frankfurter Stadion präsentiert. Im Bild von links Steffi Jones, die Leiterin des WM-OKs, Gesamtkoordinator Ulrich Wolter, Stadtrat Ulrich Caspar und Tatjana Haennig, Leiterin der FIFA-Abteilung Frauenfußball-Wettbewerb Auch WM Erfahrung hat man in der Frankfurter Arena schon zur Genüge sammeln können, bei der Weltmeisterschaft der Männer im Sommer 2006 lief hier alles wie am Schnürchen. So geht es bei der Inspektion der FIFA auch weniger darum, ob die Stadien für die Frauen-WM grundsätzlich geeignet sind, sondern um die Ausarbeitung der Konzepte für die WM einschließlich eines Flächenmanagementes unter Erarbeitung genauer Raumpläne. Wie sind die Presseräume gestaltet, ist für den zu erwartenden Andrang an Medienvertretern genug Raum vorhanden, in welchem Zustand sind die Spielerinnenkabinen, mit solchen Fragen wird sich das FIFA-Komitee in den nächsten Tagen befassen müssen. Auch die technischen Voraussetzungen für die Fernsehübertragungen, die Lenkung der Zuschauerströme, Sicherheitsfragen, Einrichtungen zum Kartenverkauf oder die Gestaltung des Akkreditierungszentrums werden auf dem Prüfstand stehen. Fragen, die natürlich auch in der Männerbundesliga eine große Rolle spielen, doch der DFB geht |
Die leere Commerzbank-Arena bot der FIFA-Delegation ein futuristisch anmutendes Bild: Der Rasen wird mit Kunstlicht bestrahlt, um den durch die Dachkonstruktion zu geringen Sonneneinfall zu ersetzen. Bei Regen kann das Stadiondach komplett zugezogen werden | |
davon aus, dass die von der FIFA geforderten WM-Formate zumindest teilweise die bekannten Dimensionen des laufenden Spielbetriebs übertreffen. Doch letztlich zeigte man sich überzeugt, die Ansprüche der FIFA erfüllen zu können. „Wir sind selbstbewusst und gut vorbereitet. Die FIFA wird beste Bedingungen vorfinden und nicht viel zu beanstanden haben. Ich bin mir sicher, dass nicht nur Frankfurt, sondern auch die anderen Städte die Bedingungen für Fans und Medien erfüllen werden!” erklärte die Leiterin des WM-Organisationskomitees Steffi Jones, und dürfte mit dieser Einschätzung richtig liegen. Doch genaueres wird man erst am Ende der bis zum 2. April angesetzten Tour wissen. 48.000 Sitzplätze bietet das Frankfurter Stadion, das als „Cabrio” ausgelegt ist. Bei Regen kann ein Dach zugezogen werden. Kinderkrankheiten - bei einem Sturm regnete es während eines Spiels Sturzbäche durch das undichte Dach - sind überwunden, das Konzept hat sich inzwischen bewährt. Der Rasen wird in Zeiten von zu wenig Sonne mit künstlichem Licht gepäppelt und bleibt seitdem in exzellentem Zustand. An der Decke hängt ein großer Videowürfel, auf dem Spielszenen auch von weit entfernten Plätzen noch einmal in Zeitlupe gezeigt werden können. ![]() Geduldig gab Steffi Jones ein Interview nach dem anderen. Die in Frankfurt aufgewachsene 111-fache Nationalspielerin geht an ihre Aufgabe als OK-Chefin mit dem gleichen Ehrgeiz heran, der sie als Spielerin ausgezeichnet hat |
Mit dieser Inspektionstour wird ein weiterer wichtiger Startschuss zur WM 2011 gegeben. Das Ziel, dass sich die Verantwortlichen gesteckt haben, ist hoch. „Wir möchten über eine Million Karten verkaufen, jedes Spiel soll ausverkauft sein!” erklärte Steffi Jones. ![]() Tatjana Haenni wird mit ihrer FIFA-Delegation in den nächsten Tagen alle neun für die WM 2011 vorgesehenen Stadien genau inspizieren. Hier gibt Haenni dem Hessischen Rundfunk ein Interview Zumindest das Medieninteresse am heutigen Tage scheint der Hoffnung auf einen solchen Erfolg Recht zu geben. Mehrere Fernsehteams sowie zahlreiche Vertreter von Radio und Presse waren vor Ort, um die FIFA-Delegation bei einer doch eher unspektakulären Veranstaltung zu erleben. Auf jeden sind die Erwartungen in dieses Ereignis hoch, und die Besichtigung des imposanten Stadions konnte die Vorfreude auf 2011 nur vergrößern!
Einen Überblick über alle neun WM-Stadien bietet der DFB auf folgender Sonderseite:
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