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Text von Selin Yavuz
13.06.2011 Die Amerikanische Nationalmannschaft ist die aktuelle Nr.1 und zählt neben Deutschland zu den Top-Favoriten bei der kommenden Frauenfussball-Weltmeisterschaft. Doch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft war alles andere als kinderleicht.
Die Qualifikation: Die ersten beiden Plätze der Nord- und Mittelamerika (CONCACAF) Meisterschaft waren die Tickets für die WM in Deutschland. In der Gruppenphase dominierten die USA gegen Costa Rica, Haiti und Guatemala. Am Schluss standen sie mit 18:0 Toren und 9 Punkten an der Spitze der Tabelle. Doch die Leichtigkeit in der Gruppenphase hatte die Mannschaft wohl getäuscht, da sie im Halbfinale gegen Mexiko, den späteren Sieger der CONCACAF, eine 2:1 Niederlage erleben mußten, welche auch die erste Niederlage der USA in diesem Wettbewerb war. Somit stand die Qualifikation für die WM auf der Kippe. Eine Weltmeisterschaft ohne die USA? Das wäre ein Novum in der Geschichte der Weltmeisterschaften im Frauenfussball gewesen. Das Spiel um Platz 3 gegen Costa Rica war entscheidend, der Sieger dieses Spiele durfte in die Relegation mit dem fünftplatzierten der UEFA Zone. Die USA gewannen das Spiel um Platz 3 gegen Costa Rica klar mit 3:0. Die Play-off Spiele gegen Italien waren auch keine eindeutige Angelegenheit, sondern wiederum ein Nervenspiel. Beide Partien wurden jeweils mit 1:0 gewonnen. Nicht sehr überzeugend für die Weltranglistenersten, doch als Relegations-Sieger sicherten sich die USA das letzte Ticket für die Weltmeisterschaft in Deutschland.
(Bild links: Die "Stars and Stripes" wurden auch schon 2010 zur U20 Weltmeisterschaft geschwenkt.
Foto: Sven-E.Hafft)
Die Vorbereitung: Nach der WM-Qualifikation bestritt die amerikanische Mannschaft den Algarve Cup als Vorbereitung. Seit 2003 standen die USA immer im Finale und auch im Weltmeisterjahr waren etliche hochkarätige Mannschaften mit Ausnahme der deutschen Mannschaft am Start. Das erste Spiel gegen Japan wurde 2:1 gewonnen, danach schlugen die US-Girls Norwegen mit 2:0 und das letzte Spiel gegen Finnland 4:0. Gegen Island wurde im Finale ein lockerer 4:2 Sieg eingefahren und der Titel verteidigt. Damit gewannen die US-Girls den Algarve Cup bereits zum achten Mal. Neben dem Algarve Cup wurden natürlich auch Freundschaftsspiele bestritten. Gegen England verlor man im April etwas überraschend mit 1:2, Japan und Mexiko konnten aber dann jeweils ohne Gegentor bezwungen werden.
(Bild rechts: Die Trainer der Gruppe C nach der Auslosung am 26.11.2010. V.l. Thomas Dennerby (Schweden), Pia Sundhage (USA), Ricardo Rozo (Kolumbien und Kim Kwang Min (Nordkorea) Foto: Katrin Müller)
Der Kader: Schon sehr früh gab die amerikanische Trainerin Pia Sundhage den Kader für die Weltmeisterschaft bekannt. Dabei handelt es sich um eine recht gemischte Zusammensetzung: mit Abby Wambach, Christie Rampone und Shannon Boxx sind einige sehr erfahrene Spielerinnen dabei, hinzu kommen aber auch junge Spielerinnen mit nur wenig Nationalmannschaftseinsätzen wie Becky Sauerbrunn oder Alex Morgan, die in nur 18 Spielen für die USA bereits 7 Tore geschossen hat. Das 21-köpfige Team besteht aus 7 Verteidigerinnen, darunter die Kapitänin Christie Rampone und die ehemalige Spielerin des 1. FFC Frankfurt Alexandra Krieger. Die torgefährlichste Mittelfeldspielerin, Lindsay Tarpley, wird die WM verpassen, weil sie sich im Testspiel gegen Japan einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Nationaltrainerin Sundhage reagierte sofort und nominierte Kelly O'Hara von den Boston Breakers nach. Der 4-köpfige Sturm ist neben Abby Wambach exzellent besetzt, da außer ihr auch Amy Rodriguez, Lauren Cheney oder Alex Morgan treffen können. Im Tor wird die wiedergenesene Hope Solo stehen, die sich für den WM Einsatz die rechte Schulter im Herbst operieren ließ und im Mai wieder im Tor der Nationalmannschaft stand. In der Liga konnte sie nach der Operation schon einige Einsätze bei ihrem neuen Verein, magicJack (Boca Raton, Florida) bestreiten.
(Bild links: 275 Länderspiele für die US-Girls, 158 Tore, 2x Weltmeisterin, 2x Olympiasiegerin, 2x Weltfussballerin des Jahres - Mia Hamm, Foto: Katrin Müller)
WM: Bei der WM wurden die USA in Gruppe C gelost, zusammen mit Nordkorea, Schweden und Kolumbien; eine schwere Gruppe. Schweden ist immer ein Top-Favorit, Nordkorea aufgrund der Abschottung der Mannschaft schwer einzuschätzen und Kolumbien ist als Neuling bei der WM eine "Wundertüte". Pia Sundhage, die 146 mal für die schwedische Nationalmannschaft auf dem Feld stand, seit 2008 Trainerin der USA ist und die Mannschaft schon zu olympischem Gold geführt hat, wird sich jedoch ihre Gedanken gemacht haben, um die Gruppenspiele erfolgreich beenden zu können.
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