| Text von Marion Kehren, Fotos von Volker Nagraszus
11.06.2011 Der amtierende Afrikameister will hoch hinaus. Da ist es ihm auch lieb und teuer, sich doch ab sofort die Dienste des ehemaligen Bundesligatrainers Thomas Obliers als sportlichen Leiter bis zum Ende der WM zu sichern.
Aber wo steht Nigeria eigentlich? Ohne Zweifel ist Nigeria in Afrika das Maß aller Dinge und bestimmt auf dem Kontinent das Fußballgeschehen. Bereits acht Mal konnte man die Frauen-Afrikameisterschaft für sich entscheiden, aber der große Sprung auf der internationalen Bühne blieb den Super Falcons bei allen fünf WM-Teilnahmen bis dato verwehrt.
Ganz anders die Falconets d Das Team von Coach Ndem EGAN spielte letztes Jahr eine hervorragende U20 Weltmeisterschaft und scheiterte erst im Finale in Bielefeld an Deutschland. Diesen Aufschwung der jungen Wilden will die Trainerin und ehemalige Nationalspielerin Eucharia Uche nun zu ihrem Vorteil nutzen. Bereits im Testspiel gegen Deutschland im November letzten Jahres waren gleich mehrere U20-Spielerinnen im Aufgebot. Auch wenn die Partie mit 8:0 verloren ging, konnte Uche dennoch positive Aspekte aus dem desaströsen Ergebnis ziehen.
(Bild links: Linda Bresonik gegen Afrikas Spielerin des Jahres und Stürmerin des schwedischen Clubs Sunnanå SK. Die Stürmerin ist zu 100% im nigerianischen Team gesetzt.)

Die Super Falcons sind bereits mitten in der Vorbereitungsphase und nutzen dazu auch günstiger Weise die Qualifikationsrunde für die Olympischen Spiele 2012 in London, um das richtige Setup zu finden. Seit Mitte März befindet sich das Team in Vorbereitungsphase 2 und schlug in dieser Zeit Namibia gleich zwei Mal recht souverän. Damit dürfte zumindest Olympia so gut wie gesichert sein. Neben dem gesetzten Sturmduo Perpetua Nkwocha und Mbachu Stella und Torhüterin Precious Dede drängen sich nun auch die Youngstars immer mehr auf und fordern ihren Platz in der A-Nationalmannschaft. Mit Ebere Orji drängt eine 18-jährige Offensivkraft in den Kader, der mit Sicherheit die Zukunft gehören wird. Pfeilschnell und torgefährlich präsentierte sie sich nicht nur bei der FIFA U-17-WM 2008 in Neuseeland sondern auch bei der FIFA U-20-WM in Chile. Im letzten Jahr wäre ihr fast der ganz große Coup gelungen; denn die Stürmerin der Rivers Angels führte ihr Team mit zwei Toren und vier Vorlagen ins Finale der U20-WM in Deutschland.
(Bild rechts: Torhüterin Precious Dede hat bereits bei den letzten beiden Weltmeisterschaften bestritten.)
Aber Nigeria kann auch anders, besonders Trainerin Eucharia Uche. Die Trainerin sorgte vor einigen Wochen für die Negativzeilen schlechthin, als sie sich in einem Interview über die lesbischen Geflogenheiten einiger Spielerinnen ausließ und in einer Art „Säuberungsaktion“ diese nun aus dem Kader entfernen ließ bzw. die Spielerinnen „umerzogen“ wurden. Weltweit sorgte dieser Umgang für Unverständnis und Empörung; denn Uche ist nach wie vor der festen Überzeugung, dass diese „Lebensart“ wie sie es nennt, die Vorbereitungen und die Konzentration auf den Sport beeinflussen würde. Ist dies der Preis den man für die Teilnahme an einer WM bezahlen muss? Das komplette Interview findet Ihr >>>hier!
(Bild links: Nigerias Nationalmannschaft - Ihr größter Wunsch ist es ins Finale einzuziehen.)
Mittlerweile ist das Team Nigeria in Europa angekommen und landete am 26. Mai in Frankfurt. Von dort aus reiste die Mannschaft per Bus ins vorläufige Quartier nach Saalfelden (Österreich), um sich weiter in Ruhe vorbereiten zu können. Dort werden dann auch die Legionärinnen wie Faith Ikidi, Helen Ukaonu, Uchechi Sunday, Emueje Ogbiagbevha, Rita Chikwelu, Sarah Michael und Perpetua Nkwocha zur Mannschaft stoßen und den Kader komplettieren. In diversen Freundschaftsspielen gegen unterklassige Mannschaften und auch gegen die Nationalmannschaft Österreichs tat sich das Team der Westafrikanerinnen bis dato recht schwer und ist mitnichten in Topform, aber noch bleiben der Uche-Elf knapp 2 Wochen Zeit.
Zur WM 2011
Zur FanSoccer-Startseite
|