| Text von Peter Henkel, Bilder von Sascha Pfeiler
22.06.2011 Viel hatte man in der Vergangenheit von der Auswahl aus Mittelamerika noch nicht gehört. Die 'Selección Femenil' konnte sich bisher erst einmal in 1999 für Endrunde der Weltmeisterschaft qualifizieren. Mit den damaligen Gruppengegnern Brasilien, Deutschland und Italien war das Turnier jedoch nach drei Spielen punktlos beendet.
Immerhin konnte Mexicos Goalgetterin Maribel Dominguez den Ehrentreffer gegen Brasilien erzielen. Jene Spielerin, die ihrer Torquote wegen auch 'Marigol' genannt wird und 2004 vom mexikanischen Zweitlegisten Atletico Celaye einen Profivertrag für das Männerteam erhielt, wird auch 2011 wieder für die 'El Tri ' auflaufen. Zum Einsatz im Männerkader aus Celaye kam es freilich nicht, da die FIFA intervenierte. Dafür entwickelte sie sich heute zu einer unumstrittenden Führungsspielerin ihrer Mannschaft.
Dieses Jahr hat man sich viel vorgenommen. Der mexikanische Coach Leonardo Cuellar, der 1978 noch selbst im Hippielook für sein Land bei der WM in Agentinien aufgelaufen ist, sieht sein Team keineswegs in der Aussenseiterrolle. Getragen wird das neue Selbstbewusstsein der Nummer 22 der Weltrangliste vom sensationellen Abschneiden im Qualifikationsturnier, dem CONCACAF Womens Gold Cup. Als ewig Unterlegener im Wettstreit mit dem übermächtigen Gegner aus den USA, gelang es dem nördlichen Nachbarn nach 23 Niederlagen und einem Remis erstmals einen Sieg abzuringen. Kurioserweise erzielte mit Veronica Perez ausgerechnet die ehemaliger U23 Spielerin des US-amerikanischen Verbandes den schmerzlichen Treffer zum 2:1-Endstand. Bemerkenswert ist auch, dass das Team um Marigol die Führung über 65 Minuten verteidigen konnte.
Viele der Spielerinnen im Team der 'El Tri' (benannt nach den drei Nationalfarben) haben noch frische Erinnerung an das diesjährige Gastland der WM. Ganze zehn Spielerinnen des Kaders, bestritten im letzten Jahr hier auch die U20-WM, wo mit einem Ausscheiden im Viertelfinale ein Achtungserfolg erzielt werden konnte. Wieder mit dabei ist auch die 19-jährige Charlyn Corral, die bereits im Alter von 14 Jahren für ihr U20-Team bei der WM in Moskau traf.
(Bild links oben: Die Verteidigerin Kenti Robles setzt sich bei der letztjährigen U20-Weltmeisterschaft gegen die japanische Emi Nakajima durch.)
Wenn man der Website des mexikanischen Verbandes Glauben schenken kann, haben sich die Gäste aus Mittelamerika in Göttingen bestens aklimatisiert. In der traditionsreichen Universitätsstadt konnte man bereits vor 3100 Zuschauern ein Testspiel gegen eine Regionalauswahl mit 4:0 für sich entschieden.
(Bild rechts: Charlyn Corral ist trotz ihrer Jugend international erfahren. Sie nahm bereits dreimal an U20-Weltmeisterschaften teil.)
Der mexikanische Kader:
Tor:
1 Erika Vanegas,
12 Pamela Tajonar,
20 Cecilia Santiago
Abwehr:
2 Kenti Robles,
3 Rubi Sandoval,
4 Alina Garciamendez,
5 Natalie Vinti,
6 Natalie Garcia,
14 Monica Alvarado,
15 Luz del Rosario Saucedo,
Mittelfeld:
7 Juana Lopez,
8 Guadalupe Worbis,
10 Dinora Garza,
11 Nayeli Rangel,
13 Liliana Mercado,
17 Teresa Noyola
Angriff:
9 Maribel Dominguez,
16 Charlyn Corral,
18 Veronica Perez,
19 Monica Ocampo,
21 Stephany Mayor
In der mexikanischen Gruppe B stehen noch Japan, Neuseeland und England als Wettbewerber um den Einzug ins Viertelfinale. Da scheint ein Weiterkommen für das junge Team durchaus möglich.
(Bild links: Mittelfeldspielerin Nayeli Rangel sucht gegen Natsuki Kishikawa den Abschluss.)
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