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Das Frauenfußball-Magazin



Mannschaftsvorstellung zur Weltmeisterschaft 2011

Das kanadische Team

Deutschlands Gegner in Berlin

Text von Sascha Pfeiler

21.06.2011
Natürlich wollen wir in unserer Serie der Mannschaftsvorstellungen zur bevorstehenden WM auch den ersten Gruppengegner der deutschen Mannschaft und Ausrichter der nächsten WM 2015 Kanada genauer unter die Lupe nehmen. Am 26.06.2011 eröffnet Kanada im Spiel gegen Deutschland das Turnier vor fast 75.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion. Das Team aus Nordamerika ist, wenn man rein nach der aktuellen FIFA Weltrangliste der Frauenteams geht, der stärkste Gegner, mit dem es Deutschland in der Gruppe A zu tun bekommt. Allerdings hat es Kanada noch in keinem der bisherigen 9 Begegnungen gegen Deutschland geschafft, als Sieger vom Platz zu gehen (Torverhältnis aus kanadischer Sicht: 10:34).


Qualifikation und Vorbereitung: In der Nordamerikameisterschaft der CONCACAF, die auch der Qualifikation zur WM dient, zeigten sich die Kanadierinnen von ihrer besten Seite, beeindruckten mit 5 Siegen aus 5 Spielen und mit einer weißen Weste von 17:0 Toren. Unter anderem schlug das Team unter Trainerin Carolina Morace im Qualifikationsturnier zweimal Mexiko, zuerst 3:0 und später im Finale mit 1:0.
Auch in den Vorbereitungsspielen zeigte sich Kanada in guter Form. Mit Siegen gegen die Schweiz, die Niederlande und Nordkorea untermauerte man nochmals die gute Leistung der Qualifikation. Wenn das kanadische Team seine Form mit ins Turnier nach Deutschland nehmen kann, sollte einem Überstehen der Gruppenphase nichts im Wege stehen. Es wäre das zweite Mal nach 2003 in den Vereinigten Staaten. Zuletzt verbrachte das Nationalteam Kanadas sein abschließendes Trainingslager in Italien und ist seit 19.06. in Deutschland. Residiert wird übrigens im First-Class-Hotel Pullmann Schweizerhof in Berlin-Tiergarten.



Differenzen zwischen Trainerin und Verband: Die gute Ergebnisse aus Qualifikation und Vorbereitung täuschen allerdings über einen mittlerweile beigelegten Machtkampf zwischen Teamchefin Morace und dem kanadischen Fussballverband CSA hinweg. Aufgrund von unterschiedlichen Vorstellungen über die Zielrichtung des Frauenfussballs in Kanada wollte Morace ihren Vertrag nach der Weltmeisterschaft nicht verlängern. Dieser Umstand brachte die Nationalspielerinnen, die geschlossen hinter Morace stehen, so auf, dass sie mit einem Streik während der WM  drohten, sollte der Streit zwischen Morace und Verband nicht zugunsten der Nationaltrainerin beigelegt werden. Während des Trainingslagers in Italien, also kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft, fanden Morace und Verband wohl doch einen gemeinsamen Nenner und die Differenzen zwischen beiden Seiten wurden beigelegt. Dem nicht genug, die Nationaltrainerin verlängerte auch gleich ihren Vertrag bis nach den olympischen Spielen 2012 in London. Es scheint wohl eine Lösung ganz nach Morace’s Vorstellungen gefunden worden sein.




Bild oben: Kanadas Teamchefin Carolina Morace (rechts) mit Silvia Neid. Foto: Katrin Müller
Bild unten: Rhian Wilkinson ist mit 100 Länderspielen für Kanada eine erfahrene Abwehspielerin. Foto: Sven-E. Hafft

Der Kader: Wenn man über Kanada schreibt, kommt man um den Star des Teams, Stürmerin Christine Sinclair, nicht herum. Die 28-jährige in Diensten der Western New York Flash hat bereits 159 Länderspiele für die kanadische Auswahl bestritten und dabei sage und schreibe 116 (in Worten: einhundertsechzehn) Tore geschossen. Das ist ein Schnitt von knapp 1,4 Toren pro Spiel. An Birgit Prinz (1,65 Tore/Spiel) kommt Sinclair zwar damit nicht heran, ein Wahnsinnswert ist die Torquote aber allemal. Auch in der Qualifikation zur WM hat Sinclair mit ihren sechs Treffern den entscheidenden Anteil am so guten Ergebnis. Mit der erst 20 Jahre jungen Jonelle Filigino wird Christine Sinclair eines der gefährlichsten Angriffsduos der WM bilden, so hofft zumindest Trainerin Morace.
Aber auch in der Abwehr ist Kanada gut besetzt, was das Team zuletzt eindrucksvoll bewies, als sie wie bereits angesprochen in der nordamerikanischen CONCACAF Meisterschaft mit null Gegentoren bestanden. Großen Anteil daran hatte unter anderen Rhian Wilkinson, zur Zeit in Diensten des norwegischen Teams Lilleström SK. Das kanadische Tor hütet als Nummer 1 Karina LeBlanc von den Chicago Red Stars. Einige werden sich noch an ihren schwarzen Tag im September 2010 erinnern, als sie im Freundschaftsspiel gegen Deutschland fünf mal das Leder aus dem Kasten holen musste und speziell beim 4:0 von Melanie Behringer und beim 5:0 durch Celia Okoyino da Mbabi keine gute Figur abgab.

Der Kader komplette Kader:

Tor

Stephanie Labbé (Piteå IF), Karina LeBlanc (Chicago Red Stars), Erin McLeod (magicJack)

Abwehr
Candace Chapman (New York Flash), Robyn Gale (Vancouver Whitecaps), Marie-Eve Nault (Ottawa Fury), Brittany Timko (vereinslos), Rhian Wilkinson (Lilleström SK), Emily Zurrer (Vancouver Whitecaps)

Mittelfeld
Kaylyn Kyle (Vancouver Whitecaps), Diana Matheson (Lilleström SK), Carmelina Moscato (vereinslos), Kelly Parker (Atlanta Beat), Sophie Schmidt (Vancouver Whitecaps), Desiree Scott (Vancouver Whitecaps), Chelsea Stewart (Vancouver Whitecaps)

Angriff
Jonelle Filigno (Rutgers Scarlet Knights), Christina Julien (Ottawa Fury), Jodi-Ann Robinson (Vancouver Whitecaps), Christine Sinclair (New York Flash), Melissa Tancredi (Vancouver Whitecaps)







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