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Mannschaftsvorstellung zur Weltmeisterschaft 2011

Japan

Text und Bilder von Sven E. Hafft

15.06.2011
Die mittlerweile auf Platz 5 der Weltrangliste vorgerückten Japanerinnen schicken sich bei ihrer nunmehr sechsten WM-Teilnahme an, das bisher meist enttäuschende Abschneiden bei WM-Endrunden vergessen zu machen. In Gruppe B treffen sie dabei auf Neuseeland, Mexiko und England. Bei Einzug ins Viertelfinale wären die als Geheimfavorit geltenden Asiatinnen ein möglicher Gegner der deutschen Mannschaft.


In den letzten Jahren kontinuierlich im Aufwind, ist Japan mittlerweile für jede Mannschaft ein ernstzunehmender Gegner. Bisher aber verliefen die WM-Endrunden für die  seit 1991 teilnehmenden Dauergäste wenig erfolgreich. Lediglich 1995 gelang ein Viertelfinaleinzug, ansonsten war nach der Gruppenphase Schluss, wobei insgesamt nur drei Siege in 16 Spielen zustande kamen. Doch die Zeichen scheinen nun auf Erfolg zu stehen, denn Rang 4 bei Olympia 2008, die Goldmedaille bei den Asien-Spielen 2010 und der dritte Platz beim diesjährigen Algarve-Cup (2:1 gegen Schweden) sprechen eine deutliche Sprache.

Obwohl noch nie Asienmeister, gelang den Japanerinnen im Rahmen der letzten Titelkämpfe Platz 3 und durch den 2:0-Sieg gegen China die Qualifikation für Deutschland 2011. Hier geht es in Gruppe B gegen das aufstrebende Neuseeland, dann gegen Mexiko, das in der Qualifikation die USA schlug und in die Playoffs gegen Italien zwang, und schließlich gegen England, den vermeintlich stärksten Gruppengegner. Besonders pikant: Der Gruppenzweite könnte schon im Viertelfinale auf Titelverteidiger Deutschland treffen, falls dieser seiner Favoritenrolle in Gruppe A gerecht würde.

Japans Trainer Norio Sasaki, seit 2008 im Amt, steht ein Kader zur Verfügung, der seine Stars vor allem in Mittelfeld und Angriff hat, allen voran Superstar Homare Sawa. Die 33-jährige torgefährliche Spielmacherin geht bereits in ihre fünfte WM und ist mit über 160 Länderspielen in ihrer Bedeutung der deutschen Rekordinternationalen Birgit Prinz vergleichbar.  Als großes Talent gilt auch Aya Miyama (26), ebenso wie die erst 18-jährige Mana Iwabuchi, die bei den letzten Titelkämpfen der U17 (Gewinnerin des Goldenen Balls) und U20 auf sich aufmerksam machte. Den deutschen Fans bestens bekannt sind natürlich die beiden Angreiferinnen Kozue Ando (FCR Duisburg) und Yuki Nagasato (Turbine Potsdam), die die Schlagkraft des japanischen Kaders noch bedeutend verstärken dürften. So ist denn Trainer Sasaki auch sehr optimistisch: "Wir wollen bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft den Titel holen", so der Coach bereits vor dem Asien-Pokal 2010.

Seine „Nadeshiko“, so die poetische Bezeichnung für die Mannschaft, dürfte das Zeug für einen großen Erfolg haben und gilt vielleicht nicht umsonst als Geheimfavorit. Doch einerseits sind die Gegner in Gruppe B anspruchsvoll genug, andererseits ist schon mancher Geheimfavorit auch geheim geblieben. Die beiden in der Vorbereitung erlittenen Testspielniederlagen gegen die USA (jeweils 0:2) zeigen, dass es bis zur  Weltspitze wohl doch noch ein Stück Weges ist.

Der japanische WM-Kader:

Tor: Nozomi Yamago (Urawa Reds Ladies), Miho Fukumoto (Okayama Yunogo Belle), Ayumi Kaihori (INAC Kobe Leonessa)

Abwehr: Yukari Kinga (INAC Kobe Leonessa), Kyoko Yano (Urawa Reds Ladies), Megumi Kamionobe (Albirex Niigata Ladies), Azusa Iwashimizu (NTV Beleza), Aya Sameshima (vereinslos), Asuna Tanaka (INAC Kobe Leonessa), Saki Kumagai (Urawa Reds Ladies)

Mittelfeld: Homare Sawa (INAC Kobe Leonessa), Aya Miyama (Okayama Yunogo Belle), Nahomi Kawasumi (INAC Kobe Leonessa), Mizuho Sakaguchi (Albirex Niigata Ladies), Rumi Utsugi (Montpellier HSC)

Angriff: Kozue Ando (FCR Duisburg), Karina Maruyama (JEF United Ichihara Chiba), Shinobu Ono (INAC Kobe Leonessa), Yuki Nagasato (Turbine Potsdam), Megumi Takase (INAC Kobe Leonessa), Mana Iwabuchi (NTV Beleza)


Bildererklärung:
Kozue Ando (oben) steht seit der Winterpause 2009/2010 beim FCR Duisburg unter Vertrag und gewann noch in der gleichen Saison mit dem FCR den DFB-Pokal, während Yuki Nagasato (unten) fast zur gleichen Zeit vom 1. FFC Turbine Potsdam verpflichtet wurde und mit den Turbinen 2010 in der Champions League triumphierte.




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