Mannschaftsvorstellung zur Weltmeisterschaft 2011Asienmeister Australien | ||
Text von Sandra Kunschke 05.06.2011 Am 30. Mai 2010 qualifizierte sich das Team aus Australien als Asienmeister für die Weltmeisterschaft 2011. Eine faustdicke Überaschung, ließ Australien dabei doch die starken Konkurrentinnen aus China, Japan und Nordkorea hinter sich! Nun soll bei der WM-Endrunde die Erfolgsgeschichte der Westfield Matildas, wie sie genannt werden, fortgesetzt werden. Frauenfußball ist in Australien die am schnellsten wachsende Sportart, das hilft dabei, die Position des Nationalteams unter den Top Ländern des Frauenfußballs zu verbessern. In der FIFA Frauen-Weltrangliste belegt man derzeit den elften Rang. Australien hatte lange im ozeanischen Verband gespielt, dort aber das Problem, keine starken Gegner zu haben, so dass man zwar in Ozeanien dominieren konnte, gegen den Rest der Welt aber schlechtere Karten hatte. Der Wechsel zum asiatischen Verband hat Australiens Spielerinnen gut getan - gegen die starke Konkurrenz werden sie endlich gefordert. Hier ist es Collette McCallum, die sich behaupten kann Nach dem Wechsel vom ozeanischen in den asiatischen Kontinentalverband nahm Australien 2006 erstmals an der Asienmeisterschaft teil und landete auf Anhieb im Finale. Im Elfmeterschießen verlor man unglücklich gegen China. In Asien zu spielen, war eine gute Entscheidung für die allgemeine Entwicklung des australischen Frauenfußballs, seit dem Wechsel sind deutliche Fortschritte zu erkennen. Man hat intensiv daran gearbeitet, die technischen Qualitäten und die Beweglichkeit der Spielerinnen zu verbessern. Besonders die Offensive glänzt mit torgefährlichen Spielerinnen wie Lisa De Vanna von Washington Freedom und Kathryn Gill, die in Malmö aktiv ist. Schon Anfang März traf sich das australische Nationalteam zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft Bei der Weltmeisterschaft 2007 konnten die Westfield Matildas erneut auf sich aufmerksam machen. Erstmals schafften sie den Sprung ins Viertelfinale, wobei sie in ihrer Gruppe Ghana und Kanada hinter sich ließen, und brachten dann im Viertelfinale sogar Brasilien, den späteren Finalisten, an den Rand einer Niederlage. Erst gegen Ende des Spiels konnte Brasilien doch noch die Tore zum 3:2 erzielen. Seit diesem Erfolg hat sich die Mannschaft allerdings stark verändert. |
2010 konnte das Team aus Australien erstmals die Asienmeisterschaft gewinnen. Wie werden sich die Australierinnen bei der Weltmeisterschaft 2011 schlagen? | |
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Etablierte Kräfte wie beispielsweise Cheryl Salisbury und Jo Peters haben aufgehört. Coach Tom Sermanni, der große Erfahrungen im Männer- und Frauenfußball hat, schon von 1994 bis 1997 Chefcoach der australischen Damen war und nach einigen Intermezzi in Japan, den USA und Malaysia das Amt 2004 erneut übernahm, musste neu aufbauen. Dabei ist es gelungen, um die neue Kapitänin Melissa Barbieri und erfahrene Spielerinnen wie Heather Garriock, die bereits 116 Einsätze vorzuweisen hat, sowie die etablierten Sarah Walsh und Kate Gill eine schlagfertige Truppe mit vielen jungen, aufstrebenden Talenten zu formen. ![]() Australiens Coach Tom Sermanni verfügt über viel Erfahrung im Männer- und Frauenfußball Zu den "jungen Wilden" gehören unter anderem Torjägerin Sam Kerr, die Tempo, Durchsetzungsvermögen und einen Torriecher besitzt, sowie die wendige Mittelfeldspielerin Clare Polkinghorne. Auch Collette McCallum zählt dazu, die nach Aussage von Trainer Sermanni seine technisch beste Spielerin ist, zudem verfüge sie über ein gutes Auge für ihre Mitspielerinnen und ein gutes Passspiel. Bereits am 3. März diesen Jahres, also so früh wie Bundestrainerin Silvia Neid, trommelte Tom Sermanni den vorläufigen Kader, der insgesamt 32 Spielerinnen umfasst, zu einem viertägigen Lehrgang in Canberra zusammen. Allerdings musste er dabei noch auf die Spielerinnen, die in Schweden und in der US-Profiliga aktiv sind, verzichten. Zum Großteil sind die Spielerinnen im Kader, die auch 2010 beim Gewinn der Asienmeisterschaft dabei waren. Einen schweren Schlag müssen die Matildas dennoch hinnehmen, definitiv ausfallen wird Kate Gill, die sich in der |
schwedischen Liga einen Kreuzbandriss zuzog. Auch die Teilnahme von Lisa De Vanna steht auf wackligen Beinen. Aus disziplinarischen Gründen wurde sie aus dem Kader ausgeschlossen. Ob der WM-Einsatz für die Stürmerin noch ein glückliches Ende nimmt, bleibt abzuwarten. Nationaltrainer Tom Sermanni jedenfalls erwartet von der Spielerin eine Entschuldigung. Was genau vorgefallen ist, wurde jedoch nicht publiziert. De Vanna habe sich nicht an Verhaltensregeln gehalten, teilte der Verband allgemein mit. ![]() Melissa Barbieri ist die Nummer 1 im australischen Tor und Kapitänin ihres Teams Australien hat mit Brasilien, Norwegen und dem schwer einzuschätzenden Äquatorialguinea eine recht schwere Gruppe erwischt. Doch genau, wie es vor vier Jahren gelang, das im Frauenfußball sehr etablierte Kanada hinter sich zu lassen, könnte ja auch dieses Mal eine Überraschung drin sein. Gerade die Brasilianerinnen sind der Mannschaft von Tom Sermanni noch gut in Erinnerung. Das letzte Aufeinandertreffen 2008 gewannen die Matildas mit 1:0, den Siegtreffer erzielte die damals erst 17-jährige Simon Kyah. Aber auch das deutsche Team ist gewarnt: am 28. Oktober 2010 in Wolfsburg verlor Australien das Testspiel gegen den amtierenden Weltmeister mit 1:2 nur knapp.
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