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06.07.2011
Text und Bilder von Marion Kehren
Groß war der Jubel der DFB-Frauen nach einem tollen Spiel in Mönchengladbach und dem dritten Sieg im dritten Spiel ... allerdings dieses Mal auch mit einer sehenswerten Leistung.
Mit einer grandiosen Leistung und viel Herzblut entzauberte die DFB-Elf die Nachbarn aus Frankreich und sicherte sich mit einem 2:4 Sieg Tabellenplatz eins in Gruppe A. Le Bleues hatten in dieser Partie nicht nur das Nachsehen, sondern auch den Verlust ihrer Torhüterin zu beklagen, die in der 68. Minute Lira Bajramaj im Strafraum von den Beinen holte und dafür des Feldes verwiesen wurde.
Zugegeben, die letzten Tage der DFB-Elf waren nicht immer zum Lachen und die Hatz auf das Bauernopfer Birgit Prinz ließ auch das Team nicht kalt. Aber umso mehr Größe zeigten die Spielerinnen, als sie ihrer Kaptitänin den Rücken stärkten und nicht auch noch auf ihr herum hackten. Um eben jenen Druck von Prinz Schultern zu nehmen entschied sich Bundestrainerin Neid für eine Aufstellung, die für ihre Verhältnisse sogar eine Art Risikobereitschaft zeigte. Die Startformation wurde gleich auf mehreren Positionen neu besetzt. Im Gegensatz zum Nigeriaspiel kamen für Bresonik (Magen-Darm-Probleme), Kulig, Behringer (Bänderdehnung) sowie Spielführerin Prinz - Schmidt, Goeßling, Bajramaj und Grings ins Spiel. Auch Frankreichs Coach Trainer Bruno Bini stellte seine Mannschaft auf vier Positionen um und verzichtete damit auf wichtige Schlüsselspielerinnen. Neben der mit gelb belasteten Sonia Bompastor saßen ebenso Camille Abily, Marie-Laure Delie und Sabrina Viguier auf der Bank. Dafür rutschten Wendie Renanrd, Elodie Thomis, Laure Boulleau und Eugenie Le Sommer in die Anfangsformation.
Nach einem nervösen Start setzte die Neid-Elf alsbald ihre ersten Akzente. Der amtierende Weltmeister drängte die "Equipe Tricolore" weit in die eigene Hälfte zurück und erspielte sich selbst mehr und mehr Torchancen, während die Französinnen durch vermehrte Fehlpässe auf sich aufmerksam machten. Das druckvolle Spiel zeigte seine erste Wirkung nach genau 25 Minuten, als Babett Peter mit einem hervorragenden Freistoß die gut positionierte Garefrekes anspielte und diese das runde Leder ins gegnerische Gehäuse köpfte. Die 45.867 Zuschauer im ausverkauften Borussenpark hatten ihre wahre Freude an diesem grandiosen Auftakt.
   
Bild 1: Hunderte Fans warteten auf den deutschen Bus, der mit viel Verspätung das Station erreichte. Grund: Ein Unfall und Sperrung auf der A52.
Bild 2: Einmarsch der Teams
Bild 3: Hochkonzentriert Bundestrainerin Silvia Neid
Bild 4: Begrüßung mit anschließender Seitenplatzwahl
Frankreich kam nur vereinzelt zu Einschußmöglichkeiten, zu konzentriert und druckvoll agierten die Deutschen. Eine der wenigen Chancen eleminierte Angerer perfekt, als sie einen 30-Meter-Freistoß von Kapitänin Sandrine Soubeyrand parierte. In der 32. Minute setzte Simone Laudehr zu einem Sprint auf der linken Seite an und flankte punktgenau auf Inka Grings, die aus sechs Metern nicht lange bitten lies und per Kopf das 2:0 erzielte. Nach diesem Vorsprung liesen es die Deutschen etwas ruhiger angehen.
Bruno Bini schien in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden zu haben; denn fortan agierten die Französinnen wesentlich konzentrierter. In der 56. Minute erzielte Marie-Laure Delie per Kopf den Anschlußtreffer. Sollte es noch einmal spannend werden? Die Deutschen mußten wieder mehr agieren und das taten sie auch ziemlich zügig. Gleich mehrfach scheiterten u.a. Lena Gössling und Inka Grings an der hervorragenden Torhüterin Berangere Sapowicz. Eben jene Torhüterin sorgte wenige Minuten später für den "Aufreger des Tages", als sie Baramaj aus vollem Lauf im Strafraum von den Beinen holte. Sapowicz sah rot, den fälligen Elfmeter verwandelte Grings kaltschnäuzig.
   
Bildunterschriften:
Bild 1: Selten kamen die Französinnen wie hier Gaetane Thiney mit Bianca Schmidt gefährlich vor das deutsche Tor
Bild 2: Nach einer Notbremse an Lira Bajramaj stellte die Unparteiische Frankreichs Torfrau Berangere Sapowicz vom Platz
Bild 3: Mit der eingewechselten Alexandra Popp kam noch einmal mehr Schwung in den deutschen Sturm
Bild 4: Großer Jubel nach dem Schlußpfiff
Aber die Le Bleues hatten die perfekte Antwort parat und erzielten wenige Minuten später wiederum den Anschlußtreffer durch Laura Georges. Die Bini-Elf wehrte sich nach Kräften, konnte aber dem amtierende Titelträger nicht mehr gefährlich werden. Für die entgültige Entscheidung sorgte kurz vor Schluß Calia Okoyino da Mbabi, als diese eine Flanke von Grings im Netz versenkte.
Das Spiel der DFB-Elf hat richitg Spaß gemacht, die Mannschaft wirkte wie eine Einheit auf dem Platz und hat gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist. Im Ganzen wirkte das Team spritziger, motivierter und entschlossener. Vielleicht haben sie es geschafft sich von dem großen Druck, der auf ihnen lastet, zu lösen.
Hervorzuheben ist aber auch die Leistung der Unparteiischen Kirsi Heikkinen aus Finnland, die konzentriert und bestimmend durch die Partie geführt hat. Gratulation auch an Inka Grings, sie wurde mit zwei Toren und einer Vorlage "Spielerin der Partie"!
Stenogramm:
Frankreich:
Sapowicz - Lepailleur, Georges, Renard, Boulleau, Soubeyrand, Bussaglia, Le Sommer (68. Deville), Necib (46. Abily), Thiney, Thomis (46. Delie)
Deutschland:
Angerer - B. Schmidt, Krahn (78. Popp), Bartusiak, Peter, Laudehr (46. Hingst), Goeßling, Garefrekes, Okoyino da Mbabi, Bajramaj, Grings
Tore: 0:1 Garefrekes (25.) 0:2 Grings (32.) 1:2 Delie (56.) 1:3 Grings FE (68.) 2:3 Georges (72.)
2:4 Okoyino da Mbabi (89.)
Gelbe Karten: Bussaglia, Georges, Renard / Goeßling, Bajramaj
Rote Karte: Sapowicz (65., Notbremse)
Schiedsrichterin: Kirsi Heikinnen mit Tonja Paavola und Anu Jokela (alle FIN)
Zuschauer: 45.867 (ausverkauft)
Weitere Fotos unter:
www.kapixblog.net
www.girlsplay.de
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