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Weltmeisterschaft 2007

"Ich würde im Finale gerne auf
Brasilien treffen"

Gespräch mit Melissa Wiik, Norwegen

Text : Volker Lieberum
13.9.2007   

Mit der 22-jährigen norwegischen Stürmerin Melissa Wiik stehe ich schon seit einiger Zeit in Kontakt. Zuletzt konnte man sie hier in Deutschland beim Freund- schaftsländerspiel in Mainz sehen. Gestern Abend, nach ihrem Spiel gegen Kanada, unterhielt ich mich mit ihr im Internet.

 Melissa Wiik

Melissa Wiik im Dress für Norwegen

Archivfoto: Volker Lieberum

FanSoccer: Hei, Melissa. Lass dir erst einmal herzlich zu dem gewonnen Spiel heute gratulieren.
Melissa Wiik: Oh, Dankeschön und viele Grüße aus China.

Ganz kurz, wie fandest du das Spiel? Ich habe es leider nicht im Fernsehen gucken können.
Lass uns erst über die zweite Halbzeit reden, da denke ich, waren wir wirklich gut. Ragnhild (Gulbrandsen) konnte ziemlich schnell nach der Pause den Ausgleich erzielen und dann lief es besser für uns. Übrigens gab ich die Flanke für diesen Treffer. Wir waren dann ziemlich überlegen, doch Ane (Stangeland Horpestad) erlöste uns dann neun Minuten vor Schluss mit dem 2:1-Siegtreffer.
In der ersten Hälfte sahen wir nicht so gut aus, da konnte auch Kanada mit 1:0 in Führung gehen. Doch setzten wir danach alles daran, dass wir diesen Vorsprung noch wettmachen konnten. Ich denke, dass wir am Ende verdient gewonnen haben.

 Melissa Wiik, Kerstin Garefrekes

Melissa im Griff von Kerstin Garefrekes?

Archivfoto: Volker Lieberum

Hatte Kanada eine starke Mannschaft und war es schwer, gegen sie zu spielen?
Oh ja, die haben wirklich ein gutes Team zusammen, und es sind alles kräftige und große Spielerinnen. Sie behaupteten ja zuletzt auch, dass sie - wie wir - sehr norwegisch spielen. "Wir kicken den Ball weit nach vorne und rennen alle hinterher". Doch ich denke, das liegt mehr daran, dass sie Even Pellerud als Coach haben, der aus Norwegen kommt.
Ich spiele übrigens gerne gegen Kanada, besonders wenn wir, wie heute, besser sind.

Könnt ihr eigentlich die anderen Spiele verfolgen?
Ja, einige können wir uns ansehen.

Was sagst du zum Auftaktspiel Deutschland - Argentinien?
Es war natürlich eine tolle Leistung, die Deutschland geboten hat und ich glaube, es hat ihnen auch sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Doch war das hohe Ergebnis etwas peinlich für dieses Turnier, das allen den Eindruck


Kerstin Stegemann, Melissa Wiik, Saskia Bartusiak

Melissa Wiik beim Spiel in Mainz gegen Kerstin Stegemann und Saskia Bartusiak

Archivfoto: Volker Lieberum

vermittelte, als bestehe ein so großer Klassenunterschied zwischen den Teams.
Doch passierte dies nur im Eröffnungsspiel. Die restlichen Spiele gingen dann doch viel knapper aus. Und ich denke, das ist auch gut so.

 Melissa Wiik

Melissa Wiik stürmt für Norwegen

Archivfoto: Volker Lieberum

Bist du über die Unentschieden zwischen USA - Nordkorea und Nigeria - Schweden überrascht?
Die beiden Unentschieden haben mich nicht wirklich überrascht; es zeigt doch eben, dass die internationalen Mannschaften näher zusammengerückt sind. Ich habe gehört, dass Nordkorea den U20-Weltcup gewonnen hat und denke auch, dass die A-Mannschaft hier für eine Überraschung gut ist.
Die afrikanischen Mannschaften sind im Kommen und werden von Mal zu Mal besser. Wir wissen, dass sie körperlich in einer guten Verfassung sind. Insgesamt wird der Mädchen- und Frauenfußball in der ganzen Welt immer besser.

 Melissa Wiik

Archivfoto: Volker Lieberum

Melissa, wer ist für dich nach der ersten Runde der Favorit im Finale?
Na ja, jetzt müssen wir zunächst gegen Australien und dann gegen Ghana spielen und hoffentlich gewinnen.
Es wäre toll, wenn wir im Finale auf Brasilien treffen könnten. Ich denke, die haben technisch einiges drauf und sind eine sehr gute Mannschaft. Außerdem würde ich gerne einmal gegen sie spielen, da ich bisher noch nicht auf sie traf.


Jetzt was anderes, wie gefällt dir dein Aufenthalt in China? Hast du auch schon das chinesische Essen probiert?
Im Hotel essen wir auch mal chinesisch. Ich selbst liebe es, neue Dinge, auch Essen, auszuprobieren. Doch ist es auch ganz gut, dass wir Lebensmittel aus Norwegen mit haben.
China ist natürlich ein riesiges und sehenswertes Land. Die Leute sind sehr nett und unheimlich freundlich.

Was war denn das seltsamste, was du hier gegessen hast?
Nein, nein, so ist es nicht. Das meiste chinesische Essen habe ich zu Hause in Norwegen gekostet. Meine Mum kocht sehr gut und probiert gerne neue Sachen aus, besonders auch scharfe. Zudem haben wir in Norwegen und Oslo eine Vielzahl guter chinesischer Restaurants.

 Melissa Wiik

Melissa spielt in Norwegen beim Club Asker FK

Archivfoto: Peter Tubaas

Stimmt es, dass es große Unterschiede zwischen dem chinesischen Essen in Europa und im Land China selber gibt?
Natürlich gibt es da große Unterschiede, doch manchmal findet man auch Gemeinsamkeiten. Ich selbst mag das Essen in beiden Ländern (Ich denke, Melissa wäre eine gute Diplomatin!).

Melissa, da es bei euch in China fast Mitternacht ist, beenden wir für heute unser Gespräch. Ich wünsche dir und deiner Mannschaft noch viel Erfolg bei der WM. Hoffentlich hören wir mal wieder etwas von einander. Hadde
Das denke ich schon, Volker. Vielen Dank für deine guten Wünsche, ich wünsche dir auch alles Gute. Ha det bra. Bye bye


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