Von Catherine Etoe
22.08.2007
AUFREGEND! So sieht Englands Nationaltrainerin Hope Powell die anstehende Weltmeister- schaft und sie sollte es wissen –
die 40-Jährige spielte in diesem prestigeträchtigen Wettbewerb, als England sich das letzte Mal qualifizieren konnte. Das
war vor zwölf langen Jahren in Schweden und vieles hat sich seitdem in England verändert.
Seit Powell 1998 das Traineramt übernahm, hat sie einen großen Betreuerstab eingestellt und von der Einführung von vier
Jugend- nationalmannschaften profitiert. Die Lorbeeren konnten die „Löwinnen“ ernten, als sie im vergangenen Jahr alle
Zweifel aus dem Weg räumten und sich als fünftes europäisches Team mit 28 Treffern und nur zwei Gegentoren für die WM
qualifizierten. Powell konnte ihre Freude nach dem entscheidenden 1:1 im letzten September gegen den Gruppenfavoriten
Frankreich kaum unterdrücken. „Wir müssen wertschätzen, was wir geleistet haben“, so die Nationaltrainerin. „Lasst es uns
genießen und den Moment auskosten. Wir haben es verdient.“
Die Spielerinnen haben sich auf ihren Lorbeeren nicht ausgeruht. Obwohl die Mannschaft gegen die Niederlande im März mit
0:1 verlor, haben Unentschieden gegen Deutschland und die USA beim Vier-Nationen-Turnier in China, sowie überzeugende
4:0-Siege gegen Nordirland und Island für Zuversicht gesorgt. Während schweißtreibender Fitness-Einheiten am Ende der
letzten Saison, bei denen die Mannschaft ihre besten Werte aller Zeiten erzielte, haben sich mehr als 30 Spielerinnen die
Chance auf die 21 Plätze im WM-Kader gewahrt. Diejenigen, die es schließlich auf den WM-Zug geschafft haben, sind zwischen
19 und 31 Jahre alt. Manche haben nur ein Länderspiel absolviert, andere mehr als 60 auf dem Buckel. Dennoch denkt Powell,
dass alle etwas einbringen können. „Wir denken, dass wir die richtige Balance gefunden haben“, so die Trainerin.
Den Ton in der Mischung aus Erfahrung und Jugend wird im Herzen der englischen Abwehr Rachel Brown angeben. Die
Torhüterin vom FC Everton hat einige Zeit in Liverpool verbracht, wo sie eine der jüngsten Spielerinnen war, die im Finale
des FA Cups stand. Bei den Universitäten von Alabama und Pittsburgh in den Vereinigten Staaten wurde sie zum „Big East
Goalkeeper of the Year“ ernannt, und in Island, wo sie mit ihrem Enthusiasmus begeisterte, zum IBV. Brown ist ausgebildete
Lehrerin und arbeitet für die Männerabteilung beim FC Everton. Heute ist sie 27, hat 44 Länderspiele absolviert und sich
nach ihrer schweren Knieverletzung 2004 die Position als Nummer Eins im Tor erkämpft. Lediglich zwei Gegentore in der
Qualifikation und der Preis als beste Spielerin der Partie beim Hinspiel gegen Frankreich zeigen, dass Brown seit ihrem
Debüt als 16-Jährige gegen Deutschland gewachsen ist.
Dass sie im Ernstfall für Brown einspringen können, hoffen die Ersatztorhüterinnen Carly Telford
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Die Qualifikation ist geschafft - der Jubel von Katie Chapman und Karen Carney kennt keine Grenzen.
Foto: Natalia Sollohub
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und Siobhan Chamberlain. Telford (20) hat den Übergang von der U19 und U21 geschafft und bisher ein Länderspiel absolviert. „Carly hat
hart gearbeitet“, sagt Powell. „Sie ist definitiv eine für die Zukunft, und wenn sie aufgestellt wird, bin ich sicher, dass
sie ihr Bestes geben wird.“ Telford wechselte zur neuen Saison von Sunderland zu Leeds United. Ebenfalls den Verein
gewechselt hat Siobhan Chamberlain, die nach ihrer Zeit bei Bristol Academy für Chelsea auflaufen wird.
Die 24-Jährige hat die FA Elite-Kurse für Fußballerinnen absolviert und hat bislang sechs Länderspiele auf dem Buckel.
Chamberlains neue Vereinskollegin, die frühere Spielführerin von Charlton Athletic, Casey Stoney, wird die
Rückennummer Drei tragen. Die vielseitige Vertei- digerin, die jede Position in der Viererkette spielen kann, hat in jungen
Jahren mit Arsenal das Triple gewonnen und mit Charlton den FA Cup. Mit 18 debütierte sie für England in Marseille gegen
Frankreich. Sieben Jahre später hat sie 42 Länderspiele absolviert und wird auf ihrer linken Abwehrseite von Rachel
Unitt herausgefordert. Diese hat im gleichen Spiel debütiert, hatte in der vergangenen Saison mit Verletzungen zu
kämpfen, möchte in China aber dennoch zu ihrem 63. Länderspiel kommen. Bei der Europameisterschaft 2005 in England wurde
Unitt zum Publikumsliebling. In Fulham spielte sie als Profi und hat im EM-Jahr mit den New Jersey Wildcats die W-League
in Amerika gewonnen.
Publikumsliebling und Stütze der Abwehr: Rachel Unitt
Foto: Natalia Sollohub
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Die Rückennummer Zwei wird Arsenals Verteidigerin Alex Scott tragen. Die 22-Jährige gewann mit den „Gunners“ das
Quadrupel in der vergangenen Saison. „Scotty“ hat ihre Karriere als Stürmerin begonnen, ist aber jetzt als rechte
Verteidigerin bekannt, die schnell von Abwehr auf Angriff umschalten kann. In 29 Länderspielen hat sie sechs Tore erzielt,
das denkwürdigste im Januar gegen die USA beim Vier-Nationen-Turnier. Scott ist eine von neun Arsenal-Spielerinnen im Kader
von Hope Powell. Mit ihr in der Abwehr stehen die Vereinskameradinnen Faye White und Mary Phillip. Die zweifache
Mutter Phillip ist die einzige Spielerin im Kader, die WM-Erfahrung aufweisen kann. Die Verteidigerin war eine
Überraschung im Kader von 1995, und auch wenn sie nicht zum Einsatz kam, wird auf ihre Erfahrung gezählt. Die 30-Jährige
kann 56 Länderspiele aufweisen und trug in der Qualifikation die Kapitänsbinde, als Mannschaftskameradin White gesperrt
oder verletzt war. Faye White (29) musste nach ihrer schweren Knieverletzung im vergangenen Jahr die letzten beiden
Spiele der Qualifikation aussetzen. Die Verteidigerin hat sich pünktlich zurück gekämpft, um mit Arsenal den Uefa und FA
Cup in die Höhe strecken zu können. Den Sommer hat White bei den Ottowa Fury verbracht, um Spielpraxis und –härte zu
sammeln. „Ich habe sie ermuntert zu gehen“, sagt Powell. „Sie brauchte Spielpraxis und kam unversehrt zurück.“
Zweiter Teil
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