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Weltmeisterschaft 2007

Der Kader des Titelverteidigers

Teamporträt: Deutschland

Erster Teil

5 Annike Krahn
Geburtsdatum: 01.07.1985
A-Länderspiele: 25
Verein: FCR 2001 Duisburg

Annike Krahn

Annike Krahn

Bild: Nora Kruse

Gerade erst 22 Jahre alt geworden, hat Annike Krahn schon 25 Länderspiele auf der verantwortungsvollen Position in der Innenverteidigung auf dem Buckel. Die U19-Weltmeisterin von 2004 hat ihre Stärken im Stellungsspiel und im Zweikampf und gehört zweifellos zu den besten „Prellböcken” der Liga, ist sich nicht zu schade, den Ball auch mal auf die Tribüne zu dreschen. Leichte Schwächen im Spiel nach vorne und in der Technik könnten ihre erfahrenen Kolleginnen Stegemann, Minnert oder Hingst kompensieren.

13 Sandra Minnert
Geburtsdatum: 07.04.1973
A-Länderspiele: 139
Verein: SC 07 Bad Neuenahr

Sandra Minnert

Sandra Minnert

Bild: Beate Wolter

Nach fünfmonatiger Verletzungspause kehrte Sandra Minnert erst kurz vor Saisonende auf das Spielfeld zurück, die Weltmeisterin von 2003 konnte aber nahtlos an ihre hervorragenden Leistungen der Vergangenheit anknüpfen. Bisher in der Nationalmannschaft meist auf der linken Abwehrseite eingesetzt, soll Minnert nun die Lücke in der Innenverteidigung schließen, die durch den Rücktritt von Steffi Jones entstanden ist. Mit ihrer Erfahrung, Kopfball- und Zweikampfstärke ist Minnert für diese Aufgabe bestens geeignet und dürfte auf dieser Position gesetzt sein.

15 Sonja Fuss
Geburtsdatum: 05.11.1978
A-Länderspiele: 49
Verein: FCR 2001 Duisburg

Sonja Fuss

Sonja Fuss

Bild: Beate Wolter

Beim Vizemeister Duisburg spielt Sonja Fuss auf verschiedenen Positionen, häufig auch im Mittelfeld, in der Nationalmannschaft wird sie von der Bundestrainerin meist auf der linken Abwehrseite eingesetzt. Eine ruhige, diszipliniert mit gutem Auge spielende und technisch starke Spielerin, die auch Akzente im Spiel nach vorne setzen kann. Fuss wirkt im Zweikampf nicht ganz so robust wie z.B. Minnert, ist aber schwer zu überwinden.

17 Ariane Hingst
Geburtsdatum: 25.07.1979
A-Länderspiele: 132
Verein: Djurgarden IF

Ariane Hingst

Ariane Hingst

Bild: Beate Wolter

Bei der Weltmeisterschaft 2003 und noch lange danach war Ariane Hingst immer eine Bank in der deutschen Innenverteidigung. Zweikampfstark und mit sicherem Stellungsspiel hundertprozentig verläßlich in der Defensive, dazu noch mit gutem Spielaufbau trug sie maßgeblich zu den deutschen Erfolgen der letzten Jahre bei. Seit Monaten aber läuft Hingst ihrer Form etwas hinterher, ungewohnte Stellungsfehler und Fehlpässe schlichen sich ein, Schwächen, die man aber angesichts der hohen Maßstäbe, die Hingst im Laufe der Jahre gesetzt hat, relativieren muss.



Fazit: In der Abwehr verfügt die deutsche Mannschaft mit Kerstin Stegemann und Sandra Minnert über zwei ganz starke Spielerinnen, die beide als gesetzt gelten können. Bei der zweiten Position in der Innenverteidigung dürfte Ariane Hingst die Nase knapp vorn haben, wenn sie ihre Leistung stabilisieren kann, aber auch Annike Krahn käme für diese Position in Frage. Links in der Viererkette sehe ich Sonja Fuss aufgrund ihrer Erfahrung knapp vor Saskia Bartusiak, die auf dieser Position aber auch sehr gut spielen könnte und außerdem als erster Ersatz in Frage kommt, sollte Kerstin Stegemann auf der rechten Abwehrseite ausfallen. Insgesamt eine starke Abwehr mit sehr guten Offensivqualitäten, so dass ein modernes Spiel auf höchstem Niveau möglich ist!


Mittelfeld:

6 Linda Bresonik
Geburtsdatum: 07.12.1983
A-Länderspiele: 28
Verein: SG Essen-Schönebeck

 Linda Bresonik

Linda Bresonik

Bild: Beate Wolter

Robust, zweikampfstark, mit einem knallharten Schuss und gutem Auge, vereinigt Linda Bresonik alle Eigenschaften in sich, die auf der Position der Nummer 6, also auf der Position in der Mitte vor der Abwehr, gebraucht werden. Früher hat Bresonik auch auf der linken Verteidigerseite in der Nationalmannschaft gespielt und könnte diese Position sicher auch heute noch gut ausfüllen, doch inzwischen hat sie sich so als Mittelfeldspielerin etabliert, dass ich ihr Potential auf der linken Seite als verschenkt empfinden würde. Einziges Problem: auf der Position der 6 steht die Bundestrainerin vor der Qual der Wahl, denn es gibt starke Alternativen, wobei ich Renate Lingor eher weiter vorne auf einer echten 10er Position und Simone Laudehr auch eher vorne auf der linken Seite sehen würde. Aber auf jeden Fall steht mit Linda Bresonik eine sehr starke Spielerin für das zentrale Mittelfeld zur Verfügung.

7 Melanie Behringer
Geburtsdatum: 18.11.1985
A-Länderspiele: 15
Verein: SC Freiburg

Melanie Behringer

Melanie Behringer

Bild: Beate Wolter

Wenn es einen Test geben sollte, welche Spielerin bei dieser Weltmeisterschaft den härtesten Schuss hat, wäre Melanie Behringer sicher ganz vorne mit dabei. Mit ihrem rechten Fuß hämmert sie den Ball auch aus großer Entfernung über die Linie. Meist wird Behringer trotzdem auf der linken Seite im Mittelfeld eingesetzt, wo sie frech und unbekümmert mit enormen Drang nach vorne auftritt. Nachteil: um zum Schuss zu kommen und ihren rechten Fuß einsetzen zu können, muss sie meist noch eine Drehung einbauen, manchmal wirkt sie auch zu eigensinnig und schießt zu oft selber, statt abzugeben. Doch als „Brecherin” auf der linken Seite kann sie einem Spiel Impulse geben, auch wenn es mal nicht so gut läuft!

12 Renate Lingor
Geburtsdatum: 11.10.1975
A-Länderspiele: 128
Verein: 1. FFC Frankfurt

Renate Lingor

Renate Lingor

Bild: Beate Wolter

Die damalige Bundestrainerin Tina Theune-Meyer sagte einmal über die Weltmeisterin von 2003, keine Spielerin fange so viele gegnerische Pässe ab wie Renate Lingor. Dabei steht „Idgie”, wie Lingor im Verein meist genannt wird, vor allem für das Offensivspiel, geniale Pässe in die Spitze, Torgefahr, eine echte 10 eben und auf dieser Position eine der besten der Welt. Doch wie vorher „TTM” stellt auch Silvia Neid Lingor immer wieder auf die Position einer 6, spielte sogar in den beiden jüngsten Testspielen mit einer Doppelsechs, Lingor mit Simone Laudehr bzw. Lingor mit Bresonik. Auf welcher Position im zentralen Mittelfeld auch immer, im Prinzip wäre Renate Lingor gesetzt - wenn da nicht eine mysteriöse Erkrankung wäre, irgendetwas mit dem Immunsystem, die sie in den letzten Monaten plagte und jetzt hoffentlich überwunden ist. Noch ist Renate Lingor nicht bei ihrer vollen körperlichen Leistungs- stärke, und ich drücke ihr beide Daumen, dass sie bis zur WM wieder auf 100% kommt, denn diese Spielerin kann in Bestform jede Mannschaft der Welt noch einmal stärker machen!

14 Simone Laudehr
Geburtsdatum: 12.07.1986
A-Länderspiele: 2
Verein: FCR 2001 Duisburg

Simone Laudehr

Simone Laudehr

Bild: Beate Wolter

Die Stärke des FCR Duisburg in den letzten beiden Spielzeiten, als man zweimal hintereinander Vizemeister werden konnte, ist nicht zuletzt auch auf die guten Leistungen von Simone Laudehr zurückzuführen. Die 21-jährige, genau wie Annike


Krahn 2004 U19 Weltmeisterin in Thailand geworden, wirbelt im Mittelfeld, vor allem auf dem linken Flügel, setzt ihre Mitspielerinnen perfekt ein und ist auch selber torgefährlich, wie 18 Treffer in 22 Ligaspielen unterstreichen. Prüfungen verzögerten Laudehrs Einstand in der A-Nationalelf, der nun aber in den beiden Testspielen gegen die Schweiz und Tschechien über die Bühne ging. Überraschenderweise setzte Bundestrainerin Silvia Neid Laudehr auf der zentralen Position vor der Abwehr, auf der 6er, ein, und Laudehr löste diese Aufgabe hervorragend. Doch ob es auch gegen starke Gegner wie die USA gelingt, eine so junge und auf dieser Position unerfahrene Spielerin zu bringen, muss bezweifelt werden. Doch wer weiß, Simone Laudehr überrascht alle, vielleicht auch die Gegner der deutschen Nationalmannschaft?

18 Kerstin Garefrekes
Geburtsdatum: 04.09.1979
A-Länderspiele: 77
Verein: 1. FFC Frankfurt

Kerstin Garefrekes

Kerstin Garefrekes

Bild: Nora Kruse

Kerstin Garefrekes war die große Entdeckung bei der WM 2003 und ist seitdem eine feste Größe in der Nationalmannschaft. Auf der rechten Mittelfeldseite spielt sie ihre Gegenspielerinnen schwindelig, eine der besten Torvor- bereiterinnen im deutschen Team, dabei auch selbst sehr torgefährlich, wie 23 Treffer in 77 Spielen, eine für Mittelfeld- spielerinnen extrem gute Quote, beweisen. Garefrekes ist dazu noch sehr flexibel einsetzbar, hat in der Nationalmannschaft schon aushilfsweise erfolgreich rechte Verteidigerin gespielt, und rochiert immer wieder mal auch auf den linken Flügel, was das deutsche Spiel schwerer ausrechenbar macht. Ganz klar die Mittelfeldspielerin, die auf jeden Fall für die WM gesetzt ist.

19 Fatmire Bajramaj
Geburtsdatum: 01.04.1988
A-Länderspiele: 7
Verein: FCR 2001 Duisburg

Fatmire Bajramaj

Fatmire Bajramaj

Bild: Beate Wolter

Fatmire Bajramaj, von dem meisten „Lira” genannt, ist die jüngste im Kader. Mit hervorragender Technik ausgestattet, spielt sie alle schwindelig, sich selbst allerdings manchmal eingeschlossen. Manchmal fehlt ihr noch etwas der Überblick, manchmal zu eigensinnig, aber dann auch immer wieder mit genialen, verblüffenden Aktionen. Ein Juwel, das noch etwas Zeit zur Vollendung braucht, doch auch bei dieser WM könnte ein Einsatz von „Lira”, vielleicht in einer Art Jokerrolle, in so manchem Spiel entscheidende Punkte bringen.

20 Petra Wimbersky
Geburtsdatum: 09.11.1982
A-Länderspiele: 63
Verein: 1. FFC Frankfurt

Petra Wimbersky

Petra Wimbersky

Bild: Beate Wolter

Vor allem auf der linken Seite im Mittelfeld ist Petra Wimbersky zu hause, doch wie in Frankfurt rochiert sie auch in der Nationalmannschaft auch mal auf die rechte Seite, was zur Verwirrung der Gegner beiträgt. Eiskalt im Abschluss, effektiv in der Vorbereitung, ist Wimbersky ein Unruheherd für jede gegnerische Abwehr. Ihre Schwäche: die Arbeit nach hinten, die Defensiv- bewegung, liegt ihr weniger. Im Spiel nach vorne aber wohl die gefährlichste der Alternativen auf der linken Seite im Mittelfeld, fast schon eine Stürmerin.



Fazit: Auch im Mittelfeld ist das deutsche Team sehr gut besetzt. Richtig sicher vergeben ist aber für mich nur die Position auf der rechten Seite an Kerstin Garefrekes. In der Mitte stehen mit Lingor, Bresonik und Laudehr drei Spielerinnen für zwei Positionen zur Verfügung, auf der linken Seite mit Wimbersky und Behringer zwei, dazu noch Bajramaj für alle Positionen als Joker. Schön, wenn man so viele gute Spielerinnen zur Verfügung hat, doch daraus in kurzer Zeit ein eingespieltes Mittelfeld zu formen, ist keine leichte Aufgabe für die Bundestrainerin. Wichtig ist, dass auch von den Mittelfeldspielerinnen schon erhebliche Torgefahr ausgehen muss, das Toreschießen kann nicht Birgit Prinz alleine übernehmen!


Dritter Teil

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