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Weltmeisterschaft 2007

Vor schweren Aufgaben

Die dänische Mannschaft

Von Nora Kruse (Text u. Fotos)

17.08.2007

„Unsere Gruppe ist ein sehr schweres Los“, sagt Dänemarks Nationalspielerin Louise Hansen über die WM-Gruppe D, in der ihre Mannschaft auf Brasilien, Neuseeland und Gastgeber China trifft. Dennoch glaubt die Mittelfeldspielerin vom 1. FFC Frankfurt, dass der Einzug ins Viertelfinale möglich ist: „An einem guten Tag können wir alle schlagen.“

Dabei war die Vorbereitung der Däninnen auf das Großereignis in China „eigentlich nicht anders als in jedem anderen Jahr“, sagt Hansen. Vor dem Länderspiel gegen die deutsche Mannschaft war das dänische Team eine Woche zusammen, in der zweiten Augustwoche ebenfalls für zwei Tage, und außerdem steht vom 26. bis 30. August noch ein Lehrgang an. „Ich hoffe, jede nutzt die Zeit im Verein“, spricht Hansen die hohe Eigenverant- wortung der Spielerinnen an.

Nach langer Verletzungspause aufgrund von Rückenproblemen ist Louise Hansen noch auf den WM-Zug aufgesprungen.

Am 12. September wird sich zeigen, inwieweit die Vorbereitung ausreichend war, dann trifft Dänemark auf China. „Das wird ganz schwer. Für die Chinesen ist das das Eröffnungsspiel, da werden wohl über 40.000 Menschen im Stadion sein.“ Doch zumindest ein Punkt gegen den Gastgeber wäre wichtig, um einen guten Turnierstart zu haben und sich die Chance auf das Viertelfinale zu wahren. Drei Punkte gegen Neuseeland hat man in Dänemark fest eingeplant, aber zum Überstehen der Gruppenphase muss man sich am 19. September auch gegen Brasilien gut präsentieren, was nicht leichter werden dürfte als gegen China.
Dass das Spielerpotenzial in unserem Nachbarland vorhanden ist, glauben sowohl Hansen als auch Nationaltrainer Kenneth Heiner-Møller. „Es ist in ihnen“, so der Trainer. „Wir haben eine gute Truppe“, ergänzt Hansen, fügt aber an, „dass viel von der Tagesform abhängig ist“.


Maiken With Pape

Auf ihr ruhen viele Hoffnungen: Stürmerin Maiken With Pape (l.)

Beim diesjährigen Algarve Cup zeigte das Team mit dem zweiten Platz schon mal, was an guten Tagen drin ist, der Trainer war jedoch noch skeptisch: „Wir spielen noch nicht so gut, wie wir eigentlich können.“ Seine Hauptkritikpunkte waren die Zweikämpfe, in denen zu viele Bälle an den Gegner verloren gingen, und das Passspiel. „Das haben wir wirklich bei jedem Training geübt“, sagt Hansen über die Lehren, die ihr Trainer aus dem Traditionstur- nier in Portugal zog.
Doch Heiner-Møller, der seit etwas über einem Jahr in der Verantwortung ist, sah nach der Mini-WM noch weitere Defizite: „Wir müssen unser Angriffsspiel verbessern. Die Spielerinnen müssen mehr Initiative übernehmen.“ Und auch wenn der Trainer für die Spielveranlagung und Fähigkeiten seiner Mannschaft immer das Spiel mit zwei oder drei Stürmerinnen vorzog, musste er durch die Verletzung von Merete Pedersen umdenken. Im Spiel gegen Deutschland lief mit Maiken With Pape gar nur eine Stürmerin auf. Die 29-jährige Angreifern von Brøndby IF hat die Verletzungspause von Pedersen optimal genutzt und ist zu einer unverzichtbaren Stütze der dänischen Mannschaft geworden. Dennoch lief es im Spiel gegen die DFB-Auswahl anders als erhofft. „Das war nach unserer Trainingswoche schon ein harter Schlag. Deutschland war immer einen Schritt schneller, mit 0:4 waren wir noch gut bedient“, sagt Hansen, die nach monatelangen Rückenproblemen in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. „Ich habe hart gearbeitet, muss mir aber meine Pausen gönnen, denn ein bisschen wird wohl immer zurückbleiben.“
Nicht nur wegen der Niederlage gegen Deutschland wird man bei der WM wohl mit einem anderen System und mindestens zwei Stürmerinnen rechnen können – wenn nicht gar dem 4-3-3-System, „einer Spielweise, die die Mannschaft besser kennt“, so Heiner-Møller. Ein vertrautes


Spielsystem könnte helfen, um nicht zu viel Risiko einzugehen und die durch eingeschränkte Vorbereitung weniger eingespielte Elf vor zu viel Neuland zu stellen. Denn klar ist, dass auf die dänische Mannschaft viel Arbeit zukommt, China oder Brasilien hinter sich zu lassen und sich zumindest den zweiten Platz zu sichern. Dieser wäre aber nicht nur wichtig, um Fernost weitere Tage genießen zu können, sondern auch um eine Chance auf das Olympia-Ticket zu haben.

Seit etwas über einem Jahr gibt Trainer Kenneth Heiner-Møller die Richtung im dänischen Team vor.

Die besten drei europäischen Teams qualifizieren sich für die Olympischen Spiele. Während England rausfällt, weil bei den Spielen ein Team Großbritannien antritt, müssen die Däninnen noch eine weitere europäische Mannschaft hinter sich lassen. Die Konkurrenz ist vielleicht so eng wie nie. Es wird knapp – aber vor allem spannend.

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