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Weltmeisterschaft 2007, 3. Spieltag Gruppe BUSA noch nicht weltmeisterlichUSA - Nigeria 1:0 (1:0) | ||
Von Katja Öhlschläger18.9.2007 Ein glanzloses 1:0 gegen Nigeria reichte dem Weltranglistenersten USA heute, um als Gruppenerster ins Viertelfinale einzuziehen, da Nordkorea im Parallel-Spiel mit 1:2 gegen Schweden verlor und somit als Gruppenzweiter am Samstag Viertelfinal-Gegner der deutschen Mannschaft sein wird. Nach dem frühen Tor von Lori Chalupny nach nicht einmal einer gespielten Minute tat sich in Shanghai nicht mehr viel. Die noch folgenden 89 Minuten waren nicht nur wegen des starken Regens, Vorbote des Taifuns "Wipha", für keinen der Beteiligten ein Zuckerschlecken. Als US-Coach Greg Ryan vor der Partie befragt wurde, wie er die bisherige Leistung seiner Mannschaft beurteile, äußerte er sich sehr positiv. Ergebnisse allein sagten nicht viel aus, sonst könne man ja nach dem 11:0 Deutschlands gegen Argentinien auch denken, der Titelverteidiger habe bisher geglänzt. In ungewohnt deutlicher Form fügte er hinzu: "Aber da muss man genauer hinschauen." Kaum eine Offensivaktion der USA, die nicht von ihr ausgeht: Kristine Lilly. Doch das Mittelfeld lässt Kreativität vermissen. Nun, heute gab es 90 Minuten Zeit, um bei den Amerikanerinnen mal genauer hinzuschauen. Was man sah, war nicht unbedingt weltmeisterlich. Sicher, die US-Girls haben sich angesichts der Ausgangssituation nicht die Seele aus dem Leib gerannt. Aber die Verunsicherung seit dem 2:2 gegen Nordkorea ist unübersehbar. Um mit gedrosselter Kraft dennoch einen höheren Sieg herauszufahren, fehlt es an der Sicherheit - vor allem im Abschluss. Doch fangen wir mit der Szene an, in der das alles wunderbar klappte. Cat Whitehill brachte von der linken Seite einen Einwurf in den Strafraum herein, den Abby Wambach geschickt mit dem Kopf auf Lori Chalupny weiterleitete. Diese kam unmittelbar vor Nigerias Keeperin Precious Dede zum Schuss und profitierte schließlich noch von Abwehrspielerin Ulumma Jerome, die das Leder entscheidend und damit unhaltbar für Dede abfälschte.
Nach dem Führungstreffer zeigte sich folgendes Bild: Die USA schienen mit der frühen Führung zufrieden, unermüdlich auf den zweiten Treffer fixiert schienen lediglich Kristine Lilly und Abby Wambach. An fast allen Szenen, aus denen Torgefahr resultierte, war das amerikanische Angriffsduo beteiligt. In der 20. Minute setzte Wambach einen Kopfball nach Flanke von Lilly über das Tor. Vier Minuten später trat Lilly zum Freistoß an - wieder drüber, aber knapp. Viel mehr nennenswerte Szenen gab es auf dem glitschigen Geläuf in Shanghai nicht. |
Doch das reichte der Ryan-Elf, denn die Nigerianerinnen kamen in Halbzeit eins kein einziges Mal gefährlich vor das Tor von Hope Solo. Dennoch schien der Balanceakt der US-Girls etwas riskant, stand es im Parallelspiel doch nur 1:1. Mit einem weiteren Tor wäre Nordkorea vorübergehend Erster gewesen. Chancen, diese Führung auszubauen, ergaben sich noch einmal kurz vor der Pause. Nach einer Flanke von Chalupny setzte Lilly einen Kopfball-Aufsetzer neben das Tor. Drei Minuten später musste sich Dede im nigerianischen Kasten bei einem Kopfball von Wambach auszeichnen. So blieb es in einem müden, höhepunktarmen Spiel zur Pause beim 1:0. Wer gehofft hatte, die USA würden nach der Pause wenigstens noch einmal kurzzeitig aufdrehen, um sich mit einem weiteren Tor etwas sicherer zum Gruppensieg zu schießen, sah sich getäuscht. Ein Schüsschen von Abby Wambach in der 52. Minute war der erste "Aufreger" einer noch dürftigeren zweiten Halbzeit. So langsam merkten auch die Spielerinnen von Ntiero Effiom, dass sie in diesem für sie letzten WM-Spiel nichts zu verlieren hatten. Nach und nach arbeiteten sie sich erfolgreicher und öfter in die Spielhälfte der Amerikanerinnen vor. Ein Schuss von Stella Mbachu in der 54. Minute war die Folge. Doch auch das fiel unter das Prädikat "harmlos". Was danach noch passierte, kann schon in wenigen Sätzen zusammengefasst werden. Einem Schuss von Kristine Lilly in der 68. Minute standen zwei gute bis sehr gute Torchancen der Nigerianerinnen gegenüber. In der 75. Minute setzte sich Perpetua Nkwocha gegen die zu langsame Cat Whitehill durch, zielte aber gut einen Meter links am Torgehäuse vorbei. Die beste Chance vergaben Rita Chikwelu und Ogonna Chikwudi kurz vor Schluss. Chikwelus Kopfball konnte Hope Solo nur abklatschen lassen, doch Chikwudi schaltete beim Nachschuss nicht schnell genug. Solo begrub das Leder unter sich und sicherte den Amerikanerinnen so den mühevollen, wenig überzeugenden 1:0-Erfolg. Cat Whitehill leitete mit ihrem Einwurf das 1:0 ein, in der Abwehr offenbart sie aber Schwächen. Die Schnelligkeit ist nicht ihre Stärke.
Was bleibt also von so einem Spiel? Recht wenig, aber doch immerhin ein paar Erkenntnisse. Nigeria fiel es das gesamte Turnier über schwer, selbst das Spiel zu machen und sich gegen Gegner durchzusetzen, die spätestens ab der Mittellinie attackierten. Mehrere Krämpfe bei nigerianischen Spielerinnen in der zweiten Halbzeit zeigen außerdem, dass in der Vorbereitung mehr Wert auf |
eine gute Physis gelegt werden muss bzw. eine Vorbereitung gewährleistet sein muss, in der für eine WM angemessene körperliche Voraussetzungen geschaffen werden können. Perpetua Nkwocha hatte den Ausgleichstreffer auf dem Fuß. Die USA ziehen wie Deutschland als Gruppenerster ins Viertelfinale ein und trifft dort am Samstag auf England. Der Weltranglistenerste und -zweite können damit frühestens im Finale aufeinandertreffen. Doch um dieses zu erreichen, müssen sich beide Mannschaften deutlich steigern. Die Lockerheit, Leichtigkeit und Spielfreude fehlt auch der Mannschaft von Greg Ryan noch. Kristine Lilly und Abby Wambach tragen das Offensivspiel der US-Girls, kreative Impulse aus dem Mittelfeld kommen viel zu selten. Und die Abwehr bleibt, wie schon vor dem Turnier prophezeit, gegen schnelle und wendige Angreiferinnen verwundbar. Englands Trainerin Hope Powell dürfte das registriert haben.
USA
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