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Weltmeisterschaft 2007, 2. Spieltag Gruppe B

So spielt ein Turnierfavorit

Nordkorea - Nigeria 2:0 (2:0)

Von Katja Öhlschläger

14.9.2007   Im zweiten Spiel des heutigen Tages in Gruppe B konnte Nordkorea seiner Favoritenrolle, in die die Mannschaft von Trainer Kim Kwang-Min nach dem starken 2:2 gegen die USA gerückt war, vollends gerecht werden. Völlig ungefährdert besiegten die Asiatinnen die Auswahl Nigerias mit 2:0 und stehen vor dem letzten Spieltag punkt- und torgleich mit den USA an der Tabellenspitze.

Mit so vielen Vorschusslorbeeren wie vor diesem Spiel waren die Nordkoreanerinnen vermutlich noch nie in eine WM-Begegnung gegangen. Das 2:2 gegen die USA, nach dem US-Stürmerin Abby Wambach eingestehen musste, sie habe manchmal den Eindruck gehabt, man werde ausgespielt, hat weltweit Eindruck hinterlassen. Die heutige Aufgabe gegen Nigeria wurde dadurch jedoch nicht gerade leichter. Denn diesmal mussten sie das Spiel machen, hatten die Nigerianerinnen doch schon gegen Schweden ein kontrolli ertes, eher defensives Spiel an den Tag gelegt.

Faith Ikidi

Faith Ikidi gehörte zu den auffälligsten Nigerianerinnen, hatte gegen die starken Nordkoreanerinnen aber wie ihre Kolleginnen einen sehr schweren Stand.

Archivbild: Volker Lieberum

Umso wichtiger war es für die Mannschaft von Kim Kwang-Min, gut in die Partie zu kommen und erste gute Gelegenheiten möglichst rasch in Zählbares umzuwandeln. Mit den ersten gefährlichen Fernschüssen durch Ri Un-Suk (8. Minute) und Kil Son-Hui (10.) machten die Nordkoreanerinnen dort weiter, wo sie gegen die USA aufgehört hatten. Das galt jedoch auch für Nigerias Torfrau Precious Dede, die ihre gute Leistung aus dem Schweden-Spiel bestätigen konnte. In der 15. Minute fand erneut Ri Un-Suk nach einem Hammerschuss in ihr ihre Meisterin.

Körperlich, taktisch und technisch überlegen agierten die Asiatinnen. Das erste Tor war nur noch eine Frage der Zeit, in der 19. Minute fiel es dann. Kim Kyong-Hwa


besorgte mit einem direkt verwandelten Eckball die frühe und beruhigende Führung. Dede sah in dieser Szene, als der mit viel Effet hereingebrachte Ball sich über sie hinweg ins Toreck senkte, mehr als unglücklich aus.

Wie sie gegen die USA aufgetreten waren, über 90 Minuten präsent und ohne erkennbaren Durchhänger, präsentierten sich die Asiatinnen auch diesmal. Sie fackelten nicht lange und so köpfte vier Minuten nach dem Führungstreffer Nordkoreas Spielmacherin Ri Kum-Suk die Kugel nach einem präzisen Eckball von Kim Kyong-Hwa zum 2:0 in die Maschen. Die Torschützin stand dabei unbedrängt frei, während drei Nigerianerinnen auf der Torlinie standen. In puncto taktischer Versiertheit und Konzentration ein Klassenunterschied.

Diese Überlegenheit erkannten wohl auch die Nordkoreanerinnen und schalteten nun einen Ganz zurück. Sie behielten das Heft in der Hand, ohne dabei aber den immensen Druck der Anfangsminuten aufrechtzuerhalten. So verflachte die Partie zusehends. Im ersten Durchgang gab es nur noch zwei nennenswerte Szenen. Zunächst musste Nordkoreas "Zehner" Ri Kum-Suk wegen einer Oberschenkelverletzung einige Minuten auf und dann neben dem Platz behandelt werden, konnte aber bis zum Schluss weiterspielen. Die beste Aktion Nigerias ging in der 39. Minute auf das Konto von Perpetua Nkwocha, die Jon Myong Hui mit ihrem Schussversuch jedoch nicht in Bedrängnis bringen konnte.

Nach dem Seitenwechsel blieb Nordkorea die überlegene Mannschaft und konnte dennoch sichtbar mit den Kräften haushalten. Chancen waren nun nur noch Mangelware. Einen Schlenzer von Kim Kyong-Hwa konnte Dede im nigerianischen Kasten abblocken (47.). ZUm dritten Mal in die Maschen traf neun Minuten später erneut Ri Kum-Suk, doch Schiedsrichterin Tammy Ogston versagte dem Tor wegen einer Abseitsstellung korrekter Weise die Anerkennung. Auf der anderen Seite hatte Cynthia Uwak per Kopfball die nächste Chance Nigerias, doch auch dieser Versuch blieb harmlos.

Faith Ikidi und Cynthia Uwak gehörten zu den Aktivposten in der Mannschaft Nigerias, doch zu mehr als Einzelaktionen - zumeist Fernschüsse - reichte es für die Elf von Trainer Ntiero Effiom nicht. Maureen Mmadu setzte mit dem gefährlichsten Schuss der zweiten Halbzeit wenige Minuten vor dem Abpfiff den Schlusspunkt unter eine Partie, die auch einen deutlicheren Ausgang hätte


finden können. Dazu allerdings hätte der 20-Meter-Kracher von Yun Song-Mi zehn Minuten vor Schluss unter und nicht an die Latte gehen müssen.

Maureen Mmadu

Die eingewechselte Maureen Mmadu (hier neben Caroline Seger im Trikot von Linköpings FC) hatte kurz vor Schluss die Chance auf den Ehrentreffer.

Archivbild: Jon Sjöberg

Nigeria wird nun am letzten Spieltag gegen die USA einen sehr schweren Stand haben und benötigt ein kleines Fußball-Wunder, um noch den Einzug ins Viertelfinale zu schaffen - nämlich einen Sieg gegen die USA. Nordkorea hingegen geht mit dem Selbstvertrauen aus zwei starken Spielen in die Partie gegen Schweden. Die Skandinavierinnen stehen dort nach dem heutigen 0:2 gegen die USA mit dem Rücken zur Wand, könnten aber, da der direkte Vergleich zielt, mit einem Sieg gegen Nordkorea diese vom zweiten Platz verdrängen.

Nordkorea

Jon Myong Hui, Kim Kyong Hwa (77. Jong Pok Sim), Om Jong Ran, Song Jong Sun, Kil Son Hui, Ri Un Suk, Ri Kum Suk, Ri Un Gyong, Sonu Kyong Sun, Kong Hye Ok, Kim Yong Ae

Nigeria

Precious Dede, Effionwan Ekpo, Perpetua Nkwocha, Onome Ebi (30. Lilian Cole), Stella Mbachu, Ifeanyi Chiejine (80. Chi-Chi Igbo), Rita Chikwelu (61. Maureen Mmadu), Christie George, Faith Ikidi, Ulumma Jerome, Cynthia Uwak

Tore:
1:0 Kim Kyong Hwa (17.)
2:0 Ri Kum Suk (21.)

Gelbe Karten: Ifeanyi Chiejine, Ulumma Jerome, Ri Kum Suk

Schiedsrichterin: Tammy Ogston (Australien)

Zuschauer: 35.600

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