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Weltmeisterschaft 2007, 1. Spieltag Gruppe C

Norwegen vermeidet mit Mühe einen Fehlstart

Kanada - Norwegen 1:2 (1:0)

Von Katja Öhlschläger

12.9.2007   Unterschiedlicher hätten die Erwartungen an die beiden Kontrahenten Kanada und Norwegen nicht sein können. Norwegen ging als heißer Favorit auf den WM-Titel, zuletzt nach dem Auftritt in Mainz mit Lob überschüttet, in das Auftaktmatch Hangzhou. Kanada hatte eine turbulente Vorbereitung hinter sich gebracht, ohne zu wissen, wo die Mannschaft steht. Seit heute wissen sie es ein wenig genauer. Sie sind ziemlich gut dabei und konnten die Norwegerinnen an den Rand einer Niederlage bringen.

Von Spielbeginn an machten die Spielerinnen von Even Pellerud klar, dass sie der Auswahl aus dem Mutterland ihres Trainers keinen einfachen Abend zu schenken gedachten. Zwar gehörten die Anfangsminuten dem Favoriten aus Norwegen, doch die Kanadierinnen versteckten sich nicht. Angetrieben von Spielführerin Christine Sinclair kamen sie durch Kara Lang (18.) und Candace Chapman (20.) früh zu guten Torszenen.

Bente Nordby

Bente Nordby war in der ersten Halbzeit eine vielbeschäftige Torfrau.

Archivbild: Volker Lieberum

Nach etwa einer halben Stunde hatten sie sich gar ein kleines Übergewicht erarbeitet und in der 31. Minute endlich den Ball über die Torlinie gebracht. Melissa Tancredi hatte Bente Nordby im norwegischen Kasten überwunden, doch die deutsche Schiedsrichterin Christine Beck erkannte das Tor nicht an. Mit gutem Grund, denn Tancredi war die norwegische Schlussfrau im Fünfmeterraum rüde angegangen.

Doch zwei Minuten später war es dann soweit. Die im ersten Spielabschnitt überragende Sinclair behauptete den Ball gleich gegen zwei Abwehrspielerinnen und legte Candace Chapman mustergültig vor. Diese wiederum ließ Nordby keine Chance und verwandelte zum überraschenden 1:0 für Kanada.


Keine unverdiente Führung, da Norwegen im Aufbauspiel zu umständlich agierte und nur selten in den Strafraum vordringen konnte. Wenn es einmal gelang, war fast immer die emsige Ragnhild Gulbrandsen beteiligt. Doch das Glück im Torabschluss blieb ihr reihenweise verwehrt. Die beste Gelegenheit zum Ausgleich, einen 20-Meter-Schuss von Ingvild Stensland, vereitelte Erin McLeod mit einer starken Parade.

Norwegens Trainer Bjarne Berntsen muss in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden haben, denn sofort nach Wiederanpfiff präsentierten sich die Norwegerinnen zielstrebiger und mit wesentlich mehr Zug zum Tor. Schon nach sieben Minuten führte diese Steigerung auch zu zählbarem Erfolg. Eine Flanke von Melissa Wiik verwandelte Ragnhild Gulbrandsen per Kopf zum 1:1-Ausgleich.

Jetzt war Norwegen auf Betriebstemperatur und nahm das Heft in die Hand. Einen Schuss aus kurzer Distanz von Lene Størlokken ließ McLeod vor die Füße von Ragnhild Gulbrandsen abprallen, doch auch beim Nachschuss war die kanadische Keeperin wieder zur Stelle. Das gleiche Spiel in der 67. Minute. Einen weiten Pass von Ingvild Stensland verlängerte Ragnhild Gulbrandsen Richtung Tor: McLeod war dran. Nachschuss Gulbrandsen - wieder McLeod. In der 80. Minute lässt Lene Mykjåland ihre Gegenspielerinnen wie Slalomstangen stehen, macht im Abschluss eigentlich alles richtig - doch McLeod zeigt ihre nächste Glanzparade.

Even Pellerud

Wegen einer Sperre durfte Kanadas Trainer Even Pellerud die Partie nur von der Tribüne aus beobachten. Was er sah, durfte ihm über weite Strecken gefallen haben.

Archivbild: Nora Kruse

Der 24-jährigen Frau zwischen den Pfosten hatten es die Pellerud-Schützlinge nun zu verdanken, dass aus der Führung nicht schon ein Rückstand geworden war.


Bitter für McLeod, dass sie die Niederlage letztlich doch nicht verhindern konnte. Nach einer Ecke von Stensland gelingt es der kanadischen Abwehr nicht,

Ane Stangeland Horpestad

Ane Stangeland Horpestad erlöste die norwegischen Fans mit ihrem Siegtor in der 81. Minute.

Archivbild: Beate Wolter

den Ball aus der Gefahrenzone zu bringen. Stattdessen kommt Spielführerin Ane Stangeland Horpestad direkt vor der Torlinie an den Ball und stochert das Leder im zweiten Versuch in die Maschen. Der darauf folgende unermüdliche Kampf der Kanadierinnen bleibt unbelohnt. Für ihr zweites Match gegen Ghana am Freitag sollten sie dennoch viel Selbstvertrauen getankt haben. Norwegen stehen gegen Australien 90 weitere schwere Minuten bevor.

Kanada

Erin McLeod - Kristina Kiss, Tanya Dennis, Diana Matheson, Candace-Marie Chapman (73. Amy Walsh), Martina Franko, Randee Hermus, Christine Sinclair, Melissa Tancredi (46. Rhian Wilkinson), Kara Lang (83. Jodi-Ann Robinson), Sophie Schmidt

Norwegen

Bente Nordby - Ane Stangeland Horpestad, Gunhild B. Følstad, Ingvild Stensland, Siri Nordby (46. Camilla Huse), Trine Rønning, Solveig Gulbrandsen, Melissa Wiik (66. Lene Mykjåland), Leni Larsen Kaurin, Ragnhild Gulbrandsen, Lene Størlokken (76. Marie Knutsen)

Tore:
1:0 Chapman (33.)
1:1 R. Gulbrandsen (52.)
1:2 Stangeland Horpestad (81.)

Gelbe Karten: -

Schiedsrichterin: Christine Beck (Deutschland)

Zuschauer: 30.752

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