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Weltmeisterschaft 2007, 1. Spieltag Gruppe CEndlich den Bann gebrochenGhana - Australien 1:4 (0:1) | ||
Von Katja Öhlschläger12.9.2007 Noch bevor es um 14 Uhr (MEZ) zum großen Showdown zwischen dem WM-Mitfavoriten Norwegen und Kanada um seinen norwegischen Trainer Even Pellerud kam, trafen in Hangzhou mit Ghana und Australien zwei Mannschaften aufeinander, für die es galt, sich für Tabellenplatz zwei in Stellung zu bringen. Norwegen, so rechneten alle, werde seinen Weg ohnehin gehen. Doch nach dem ersten Spieltag wurde klar, dass Australien am Samstag gegen Norwegen keineswegs nur als Punktelieferant in die Partie gehen wird. Die "Quantas Matildas" wussten gegen die "Black Queens" aus Ghana in nahezu allen Belangen zu gefallen und fuhren endlich ihren ersten WM-Sieg nach neun erfolglosen Partien ein. Es war ein Auftaktmatch, von dem bereits immens viel abhing. Vor vier Jahren, als Ghana Australien in der Gruppenphase besiegen konnte, kam keiner der beiden Kontrahenten ins Viertelfinale. Dementsprechend vorsichtig gingen beide Seiten die Partie an. Erste Schussversuche von Anita Amankwa (5.), Sarah Walsh (6.), Florence Okoe (7.) und noch einmal Walsh (11.) waren nicht mehr als Aufwärmübungen. Keiner versteckte sich, aber es wurde auch noch keiner richtig gefährlich. Beide Teams versuchten, ihr Aufbauspiel zu strukturieren. Etwa eine Viertelstunde dauerte es, dann häuften sich spannende Torraumszenen - vor allem auf Seiten Australiens, die sich nun ein spielerisches Übergewicht erarbeiten konnten. Die wuselige Walsh, an fast allen Offensivaktionen beteiligt, prüfte Ghanas Torfrau Memunatu Sulemana mit einem flachen Schuss zum ersten Mal ernsthaft, fand jedoch in der starken Ghanaerin ihre Meisterin, die das Leder im Nachfassen unter sich begrub. Eine Minute darauf war sie chancenlos. Collette McCallum flankte von rechts in den Strafraum, wo Caitlin Munoz die Kugel geschickt zurück auf Walsh ablegte, die mit einem satten Schuss zur australischen Führung traf. Die Fesseln waren nun auf beiden Seiten abgelegt, die Afrikanerinnen wirkten kein bisschen geschockt. Sie drängten nun vermehrt nach vorne, suchten den baldigen Ausgleich. Doch in der Nähe des "16ers" blieben sie viel zu harmlos. Ein Freistoß von Adjoa Bayor aus sehr guter Schussposition, der links am Tor vorbeikullerte, steht stellvertretend für die Zahnlosigkeit des ghanaischen Angriffs. Immer wieder suchten sie über die rechte Seite mit der nur 1,47 Meter großen Florence Okoe die junge Anita Amankwa, um die sich aber immer gleich mehrere Matildas "liebevoll" kümmerten. Australien kam nun seltener vor den gegnerischen Kasten. Aber wenn sie sich eben jenem näherten, wurde es gefährlich. In der 32. Minute verpasste Walsh in mehr als aussichtsreicher Schussposition eine Flanke von Claire Polkinghorne nur um Haaresbreite. Auf der Gegenseite hatte sich Amankwa endlich einmal von ihren australischen Kletten lösen können, lief frei auf Melissa |
Lydia Williams, Sally Shipard, Lauren Colthorpe, Claire Polkinghorne und der Rest der Matildas haben auch nach ihrem WM-Auftaktspiel noch allen Grund zum Lachen. | |
Barbieri zu, scheiterte dann aber nicht an der australischen Torfrau, sondern wurde Opfer ihrer fehlenden Erfahrung. Statt abzuschließen, zog sie erst noch in die Mitte, wo die reaktionsschnelle Keeperin sich den Ball schnappte und die Situation entschärfen konnte. Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts war klar erkennbar, was Australiens Coach Tom Sermanni seinen Schützlingen mit auf den Weg gegeben hatte: gleich das 2:0 nachlegen. Durch ihren planvollen Spielaufbau und die große Variabilität in der Offensive um die Vorlagengeberinnen Collette McCallum - zur "Spielerin des Spiels" gewählt - und Sally Shipard und das starke Sturmduo Sarah Walsh und Caitlin Munoz (1. Hälfte) und Sarah Walsh und Lisa de Vanna (2. Hälfte) nahm die australische Dominanz noch einmal deutlich zu. In der 48. Minute wusste sich Torfrau Sulemana nach einem kräftigen Drehkopfball von Walsh erneut mit einem tollen Hechtsprung auszuzeichnen. Die 29-jährige Ghanaerin bewies nach der gestrigen starken Leistung von Nigerias Precious Dede, dass die afrikanischen Teams sich um ihre Torhüterinnen keine Sorgen machen müssen. Fünf Minuten später bekam das die eingewechselte Lisa de Vanna zu spüren, deren 18-Meter-Schuss Sulemana mit einer Glanzparade über die Latte lenkte. Unglücklich sah sie allerdings in der 57. Minute aus, als sie nach Flanke von Walsh den Torschuss von de Vanna mit dem eigenen Fuß ins Tor beförderte. Doch sie trifft keine Schuld. Ihre Abwehr hatte de Vanna frei zum Schuss kommen lassen. Sulemana eilte zurück, um zu retten, was nicht mehr zu retten war.
Den Ghanaerinnen war nun der Zahn gezogen. Zu einer strukturierten Gegenwehr waren sie nicht in der Lage, sodass Heather Garriock in der 69. Minute nach einer schönen Flanke von Dianne Alagich per Kopfball auf 3:0 erhöhen konnte. Doch bevor es ein Schützenfest hätte werden können, stellte eine Minute nach dem 3:0 Anita Amankwa den alten Spielstand wieder her und verkürzte auf 1:3. Nach einem langen Ball nahm sie das Leder an, umspielte Kate McShea mit zwei Körpertäuschungen und wuchtete den Ball förmlich ins rechte obere Eck. Ein verdienter Ehrentreffer, war die spielerische Überlegenheit |
Australiens doch erst in der zweiten Hälfte stärker zum Tragen gekommen.
Ein weiteres Tor mussten die "Black Queens" dann aber doch noch hinnehmen. Wieder war es de Vanna mit ihrem zweiten Treffer. Sie nutzte Abstimmungsschwierigkeiten in der ghanaischen Abwehr aus und schob die Kugel an der aus dem Tor geeilten Sulemana vorbei in die Maschen. Sarah Walsh hätte das Endergebnis bei besserer Verwertung zweier hochkarätiger Chancen in der Nachspielzeit noch deutlicher ausfallen lassen können, doch es blieb beim letztlich leistungsgerechten 4:1 für Australien.
Ghana
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