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Weltmeisterschaft 2007

Wenn sich die Besten treffen

Deutschland - Brasilien 2:0 (0:0)

Von Nora Kruse

30.09.2007

Der deutschen Nationalmann- schaft ist es als erstes Team gelungen, seinen WM-Titel zu verteidigen. Die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid siegte im Finale gegen Brasilien mit 2:0 und lieferte ein hochklassiges und spannungsgeladenes Endspiel.

Beide Mannschaften starteten das Spiel hochmotiviert und boten bereits in der Anfangsphase eine temporeiche und interessante Partie. In der vierten Minute versuchte es Marta mit einem Weitschuss aus halbrechter Position, nur eine Minute später traf Kerstin Garefrekes von der rechten Seite nur das Außennetz. Die Deutschen waren hellwach, versuchten schnell zu spielten, standen kompakt und ließen in den ersten fünfzehn Minuten nur wenige brasilianische Möglichkeiten zu.
Im scheinbaren Glauben, alles unter Kontrolle zu haben, ließen sie jedoch mit Voranschreiten der ersten Halbzeit die Zügel etwas lockerer, was die Brasilianerinnen sofort ausnutzten. Die Selecao ließ dem Titelverteidiger keine Räume, überzeugte mit Pressing, was bei der DFB-Auswahl zu vermehrten Fehlpässen und Abspielfehlern führte. Funktionierte das deutsche Kombinationsspiel, sah man solch tolle Szenen, wie in der 15. Minute, als sich Simone Laudehr, Renate Lingor und Sandra Smisek mit nur zwei Pässen durch die brasilianische Hintermannschaft spielten, Smisek den Ball dann jedoch über das Tor spielte.

Nadine Angerer

Nadine Angerer hielt nicht nur den Sieg fest sondern auch den Kasten sauber. Neben dem Weltmeistertitel gab es daher auch die Auszeichnung als beste Torhüterin des Turniers.

Archivbild: Nora Kruse

Die Brasilianerinnen wussten die zunehmenden Fehler der deutschen Mannschaft auszunutzen und hatten in der 25. Minute die wohl beste Chance der ersten Halbzeit. Daniela traf mit einem Weitschuss nur den linken Innenpfosten und Torhüterin Nadine Angerer, die machtlos gewesen wäre, hatte Glück, dass der Ball nach rechts wegsprang. Im direkten Gegenzug konnte jedoch auch Garefrekes einmal mehr ihre Klasse unter Beweis stellen. Nach einem Lauf über die rechte Seite flankte sie auf Melanie Behringer, die jedoch keine Zeit hatte, den Ball unter Kontrolle zu bringen, und ihn über das Tor schoss.


Deutschland

Viele Rekorde und der Titel - diese Weltmeisterschaft bot einige Gründe zum Jubeln.

Archivbild: Beate Wolter

Auch wenn die deutsche Mannschaft nicht mehr so konzentriert wirkte, wie zu Beginn, zeigten beide Teams eine hochklassige erste Halbzeit. Die Brasilianerinnen machten jedoch einmal mehr deutlich, dass sie mit allen Wassern gewaschen sind und auch vor unfairen Attacken nicht zurückschrecken, wie unter anderem Marta, als sie aus vollem Lauf Linda Bresonik im wahrsten Sinne des Wortes auf den Rücken sprang.
Die zweite Spielhälfte begann die deutsche Mannschaft wesentlich aktiver und motivierter, was bereits sieben Minuten nach Wiederanstoß zu zählbarem Erfolg führte. Smisek spielte sich auf der rechten Seite in den Strafraum, passte zurück zu Birgit Prinz, die in souveräner Manier das 1:0 erzielte. Silvia Neid erklärte später, dass sie dieses Tor habe entspannter werden lassen, die Brasilianerinnen waren jedoch nicht ungefährlicher als zuvor. In der 60. Minute setzte sich Marta gegen die deutsche Hintermannschaft durch und fand ihre Meisterin allein in der an diesem Tag wieder sehr gut aufgelegten Angerer. Diese hatte drei Minuten später ihren wohl größten Auftritt des Turniers. Nachdem Bresonik im Laufduell mit Cristiane diese im Strafraum zu Fall gebracht hatte, entschied Schiedsrichterin Tammy Ogston auf Strafstoß. Marta schnappte sich den Ball – und Angerer hielt.
Das Spiel auf dem Grün von Shanghai war noch lange nicht entschieden, Angerer jedoch an diesem Tag nicht zu überwinden. Die Potsdamerin konnte auch einen Freistoß von Formiga in der 68. Minute klären. Nach der daraus resultierenden Ecke hatte sie jedoch auch das Quäntchen Glück, das dazugehört, als Aline an einer Flanke von Cristiane vorbeirutschte.

Einige Male ließ Weltfußballerin Marta ihre Klasse aufblitzen - der Erfolg war ihr heute jedoch nicht vergönnt.
Archivbild: Kalle Prorok


Im Angesicht der tickenden Uhr wurden die Brasilianerinnen mit zunehmendem Verlauf nervöser und spielten mit weit weniger FairPlay, als zu Beginn der Partie ins Mikrofon versprochen. Das führte zu diversen Verletzungsunterbrechungen auf deutscher Seite, die der Titelverteidiger jedoch auf dem Platz mit fairen Mitteln beantwortete: Nach einem Eckball von Lingor erzielte Laudehr in der 86. Minute ihren ersten Turniertreffer und machte die Titelverteidigung perfekt.
Es war ein glücklicher, aber verdienter, Sieg für die deutsche Mannschaft, die in diesem Spiel ihre wohl beste Turnierleistung zeigte und dadurch dazu beitrug, dass dieses Finale zu einem spannenden Fußballspiel auf höchstem Niveau wurde. Eben so, wie man es sich vorstellt, wenn die beiden besten Mannschaften der Welt aufeinander treffen.

Statistik

Deutschland
Angerer, Stegemann, Krahn, Bresonik, Behringer (74. Müller), Smisek (80. Bajramaj), Prinz, Lingor, Laudehr, Hingst, Garefrekes

Brasilien
Andreia, Elaine, Aline (88. Katia), Tania (81. Pretinha), Renata, Daniela, Formiga, Maycon, Marta, Cristiane, Ester (63. Rosana)

Tore
1:0 Prinz (52.)
2:0 Laudehr (86.)

Gelbe Karten
Bresonik, Garefrekes, Daniela

Besondere Vorkommnisse
Angerer hält Strafstoß von Marta

Schiedsrichterin
Tammy Ogston (Australien)

Fotos

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